Ein Jahr früher als geplant Badbergen feiert Freigabe der Ortsumgehung

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Weg damit: Staatssekretär Rainer Bomba (Siebter von links) und Minister Olaf Lies (Fünfter von links) packten gemeinsam mit Politikern und Vertretern der Straßenbaubehörde an und räumten symbolisch eine Absperrung von der fertiggestellten Ortsumgehung in Badbergen. Foto: Elvira PartonWeg damit: Staatssekretär Rainer Bomba (Siebter von links) und Minister Olaf Lies (Fünfter von links) packten gemeinsam mit Politikern und Vertretern der Straßenbaubehörde an und räumten symbolisch eine Absperrung von der fertiggestellten Ortsumgehung in Badbergen. Foto: Elvira Parton

Badbergen. Es war die letzte Chance für einen Spaziergang. Bis kurz vor 16 Uhr konnten am Freitagnachmittag Fußgänger noch über die nagelneue Ortsumgehung in Badbergen flanieren und Radler gemächlich in die Pedale treten. Kurz darauf rollte der Durchgangsverkehr erstmals auf der 3,1 Kilometer langen Asphaltpiste am westlichen Ortsrand vorbei – da feierten die Badberger die offizielle Freigabe der Umgehungsstraße für die Bundesstraße 68 mit einem Fest am Heimathaus.

Doch zuvor gab es den offiziellen Festakt. Eigens dafür war eine überdachte Rednertribüne mitten auf die neue Bundesstraße 68 gebaut worden. Die nutzten Vertreter der Landestraßenbehörde und Gäste aus den Verkehrsministerien in Hannover und Berlin für eine kurze Rückschau.

Als gut angelegtes Geld bezeichnete Rainer Bomba die 8,8 Millionen Euro, die in den Bau der Umgehungsstraße geflossen waren. „Das ist eine spürbare Verbesserung der Lebensbedingungen“, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Vor allem ermögliche die Westtrasse Badbergen neue städtebauliche Möglichkeiten. Allerdings: Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand seien leistungsfähige Verkehrswege. „Sie erhöhen die Mobilität, schaffen Arbeitsplätze und sichern die Wettbewerbsfähigkeit.“ Die B68 zwischen Cloppenburg und dem Oberzentrum Osnabrück ist nach Bombas Worten eine „wichtige überregionale Verbindung“ – und mit 9000 Fahrzeugen pro Tag belastet. Sie führt über Quakenbrück, Badbergen, Bersenbrück und Bramsche nach Osnabrück und bietet den Anschluss an die Autobahnen 1, 30 und 33.

Doch die Berufs- und Wirtschaftsverkehre könnten zu einer Belastung werden, wie die Einwohner Badbergens viele Jahrzehnte leidvoll hätten erleben müssen. Da sieht Rainer Bomba den Staat in der Pflicht: „Wo Bürger besonders unter Lärm und Emissionen leiden, müssen Ortsentlastungen geschaffen werden.“ Mit den 8,8 Millionen Euro – „einem geringen Mitteleinsatz“ – werde eine große Entlastung erzielt. Die Bauzeit von 16 Monaten sei beispielhaft. Die Ortsumgehung sei dank eines „klasse Baumanagements“ ein Jahr früher fertig geworden als geplant. „Wir sollten uns die Planer für den Flughafen Berlin-Brandenburg ausleihen“, merkte er mit einem Lächeln an.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies ist froh, dass die Anwohner in Badbergen künftig ruhiger schlafen, Radfahrer und Fußgänger künftig sicherer unterwegs sein können. Der starke Durchgangsverkehr habe regelmäßig zu gefährlichen Situationen im Ortskern geführt: „Die Straße war teilweise nur 6,50 Meter breit, bei Gegenverkehr oder Überholmanövern wichen Autofahrer auch schon mal auf die schmalen Gehwege aus.“ Für den SPD-Politiker kommt die Ortsumgehung zur richtigen Zeit „angesichts weiter zunehmender Verkehre“.

Besonderes Lob zollte Lies der Gemeinde, der Samtgemeinde Artland und dem Landkreis Osnabrück. Die hätten in einer gemeinsamen Aktion im Jahr 2002 Planung und Umweltverträglichkeitsstudie finanziert, um dem Projekt neuen Schub zu geben. Lies: „Dieses Engagement ist ein wesentlicher Beitrag gewesen.“

In den 1980er-Jahren hatte der Gemeinderat die Pläne für eine von den Behörden vorgeschlagene und sehr eng am Ortskern verlaufende Entlastungsstraße nach langer Diskussion abgelehnt.

Dann schritten Minister, Staatssekretär, Kommunalpolitiker, Abgeordnete und Vertreter der Behörden zur Tat und durchschnitten das Flatterband. Zuletzt stiegen sie bei den Mitgliedern des Oldtimer- und Veteranenclubs Artland zu, die die Gäste zur Jungfernfahrt über die neue B68 einluden.


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