„Artland Kotten“ eröffnet 2014 Erlebnis-Gastronomie auf altem Artländer Bauernhof

Von Christian Geers


Quakenbrück. Der ehemalige Hof Bottermann an der Bremer Straße 112 in Quakenbrück, idyllisch an der Hase gelegen und nur wenige Meter von der Grenze zum Landkreis Cloppenburg entfernt, steht vor einer neuen wirtschaftlichen Blüte: Doch anders als seine früheren Besitzer setzen die neuen Eigentümer auf die Gastronomie. Aus dem stolzen Fachwerkensemble soll im Lauf des kommenden Jahres das Event- und Gastrocenter mit Namen „Artland Kotten“ werden.

Die neuen Eigentümer, Herbert und Ingrid Dreckmann, haben große Pläne mit dem Gehöft, dessen Haupthaus aus dem Jahr 1721 stammt. Gemeinsam mit Walter Tepe, dem geschäftsführenden Gesellschafter der eigens gegründeten Artland-Event-Center GmbH, wollen sie den alten Gebäuden neues Leben einhauchen.

Im Haupthaus planen sie einen Veranstaltungsraum für 200 Personen, der je nach Platzbedarf individuell teilbar ist. Ab sofort gebucht werden kann er für eine Vielzahl von Veranstaltungen, angefangen vom Galaabend über Familienfeiern wie Hochzeiten bis hin zu Tagungen. Die alte Scheune wird zum Restaurant und Café mit 58 Sitzplätzen und einer Außenterrasse für weitere 120 Sitzplätze direkt an der Hase umgebaut. Begonnen worden ist mit dem Wiederaufbau des Backhauses, hier sollen Gruppen die Möglichkeit bekommen, wie zu Großmutters Zeiten zu backen.

Als Walter Tepe die Vertreter der Stadt Quakenbrück und der Samtgemeinde Artland an diesem kalten Wintertag über das Gelände führt, braucht er keinen Bauplan, um ihnen das künftige Aussehen des einst verfallenen Bauerngehöftes zu vermitteln. Er hat alle wichtigen Daten und Ansichten im Kopf. „Das ist ein idealer Ort für unsere Ideen. Denn hier wollen wir neue Wege in der Unterhaltungsgastronomie gehen“, verkündet er. So denkt er daran, im „Artland Kotten“ auch eigens für die Region entwickelte Veranstaltungen anzubieten. 30 Arbeitsplätze werden nach den Worten Tepes vor Ort geschaffen. Das zum Teil bereits eingestellte Personal verfüge über große Erfahrungen im Service.

Dem Thema Freizeit kommt im „Artland Kotten“ eine besondere Bedeutung zu: Begeisterte Radler sollen von hier aus künftig zu Radtouren aufbrechen können, denn der Gastronomiebetrieb liegt am stark frequentierten Hase-Ems-Radweg. Leihräder vom Tourenrad bis zum E-Bike werden angeboten, auch an eine Ladestation wird gedacht. Die Hase als direkter Nachbar will sich Tepe ebenfalls zunutze machen und einen Bootsanleger bauen. Hier können Kanus bequem anlegen oder auch starten. Ein Verleih der Boote ist ebenfalls vorgesehen.

Aufwendige Sanierung

Doch bis es so weit ist, haben die Handwerker noch einiges zu tun. Sie haben in den vergangenen Monaten die Häuser von Grund auf saniert. „Das ist eine ziemlich aufwendige Angelegenheit unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes“, sagt Besitzer Herbert Dreckmann. Es sei aber gelungen, mit der zuständigen Behörde Kompromisse bei der Restaurierung zu finden. Der Rundgang durch die Gebäude zeigt, dass die urige Atmosphäre von einst erhalten bleibt. Das liegt an den vielen Balken, die nach einer schonenden Reinigung mit dem Trockeneisverfahren zu etwa 90 Prozent wiederverwendet werden konnten.

Der Zeitplan von Investor und Betreiber ist ehrgeizig: Während Café und Restaurant in der Scheune bereits Ende Januar 2014 eröffnen werden, soll der Saalbetrieb im Haupthaus pünktlich zum 1. Mai 2014 an den Start gehen. „Das ist zu schaffen“, gibt sich Herbert Dreckmann optimistisch. Er lässt sich auch nicht vom Matsch rund um das Gebäude und den noch ausstehenden Bauarbeiten beeindrucken. Zurzeit wird gerade der Gasanschluss gelegt, auch die Stromversorgung muss dringend verstärkt werden.

„Attraktion für Region“

„Hier wird ein altes Gehöft aus dem Dornröschenschlaf geholt“, sagt Quakenbrücks Bürgermeister Claus Peter Poppe und nickt anerkennend. Auf einem Handy hat er ein Foto gespeichert, das ein völlig entkerntes Haupthaus zeigt, das nur noch auf Holzständern steht. „Das ganze Areal war zugewachsen und von der Straße nicht einzusehen“, erinnert er sich. Kein Wunder, dass der Denkmalschutz den markanten Fachwerkbau, der bis vor ungefähr zehn Jahren noch bewohnt war, aus dem Blick verloren hatte.

Dass die Betreiber mit dem „Artland Kotten“ schnell auf Interesse in der Region stoßen werden, glaubt auch Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz. „Das ist ein hochattraktives Angebot.“ Er sagte seine Unterstützung zu, das neue Gastronomiecenter mit bestehenden Angeboten zu vernetzen. Wie Poppe ist er der Meinung, dass „das gastronomische Angebot schnell eine Attraktion für die Region wird“.