Nebelschwaden und Goth-Ästhetik Gothicszene feiert Gottesdienst in Nortrup


Nortrup. Die norddeutsche Premiere eines Gothic-Gottesdienstes zog am Freitagabend nicht nur Anhänger der Schwarzen Szene in die Dorotheen-Kirche nach Nortrup. Das in Nebelschwaden und grelle Lichter gehüllte Gotteshaus war fast bis auf den letzten Platz gefüllt und beherbergte einen Gottesdienst, der neben viel Gothic-Musik und Äesthetikelementen der Schwarzen Szene vor allem die Frage nach dem Sinn des Lebens in den Mittelpunkt stellte.

Berufsschulpastor Uwe Brand, der zu dem Gottesdienst eingeladen hatte, beschrieb den Besucherquerschnitt während seiner Begrüßung mit „liebe Gothic-Anhänger, liebe Grenzgänger, Interessierte und Sympathisanten“. Treffender hätte man die nicht nur schwarze, sondern durchaus bunte Mischung in der Dorotheen-Kirche nicht charakterisieren können. Zusammen ließen sich Goths und Neugierige auf einen Gottesdienst der etwas anderen Art ein. Denn bildgewaltige Videos über Suizidgedanken oder Musik von Bands wie „Ewigheim“ sieht und hört man normalerweise anderswo, aber nicht in einer Kirche.

Der Grenzgang zwischen Kirche und Gothic-Szene wartete aber auch mit klassisch religiösen Themen auf. Wer wollte, konnte sich zum Beispiel vom Pfarrer segnen lassen und ein Vater-Unser wurde ebenfalls gebetet. „Ich möchte euch bitten, Platz zu behalten“, sagte Uwe Brand vor dem Grundgebet. Nur einer von vielen Beweisen, dass dieser Gottesdienst anders war.


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