„Die Gemeinde war sein ein und alles“ Menslages Altbürgermeister Werner Osing wird am Freitag 80 Jahre

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<em>In der Idylle seines Gartens</em> fühlt Werner Osing sich wohl. Foto: Elisabeth GadebergIn der Idylle seines Gartens fühlt Werner Osing sich wohl. Foto: Elisabeth Gadeberg

Quakenbrück. „Krach ist nicht sein Ding“. Menslages Altbürgermeister Werner Osing, der heute seinen 80. Geburtstag feiern kann, nickt und schmunzelt, als ihm seine Frau Inge dieses „Zeugnis“ ausstellt. Nötig ist es eigentlich nicht, denn wer immer Werner Osing kennt, schätzt ihn als „Mann des Ausgleichs“ – privat, beruflich und in der Politik.

Letztere beschäftigt ihn seit 1964. Damals wurde er – noch ohne Parteibuch – in den Rat seiner Heimatgemeinde Borg berufen, dem er bis zur Gebietsreform angehörte. „Du kannst das wohl machen“, habe es seinerzeit geheißen“.

Nach einer mehrjährigen Pause wurde er dann 1981 nicht nur Mitglied der SPD, sondern vertrat die Sozialdemokraten auch im Samtgemeinderat.

Dem Artländer Rat und seinen Ausschüssen, – unter anderem Planung und Bau sowie Wirtschaft und Tourismus, – gehörte er bis 2006 an, davon fünf Jahre (2001 bis 2006) als stellvertretender Ratsvorsitzender.

1986 wurde er für die SPD in den Rat der Gemeinde Menslage gewählt, war dort in den Jahren bis 2006 immer im Wegeausschuss vertreten und übernahm 1992, nach dem Tode von Dieter See, das Amt des Bürgermeisters, das er bis 2001 innehatte. „Ich wollte das erst gar nicht, ich traute es mir nicht zu“, erinnert er sich im Gespräch mit dem „Bersenbrücker Kreisblatt“.

Die Wahl zum Bürgermeister fiel quasi zusammen mit seiner Pensionierung bei der Bundeswehr (Sanitätsdepot) in Quakenbrück. Ein Glück, denn das Amt beanspruchte zusätzliche Zeit und immerhin betrieb Werner Osing auch Landwirtschaft im Nebenerwerb.

Er war „Bauer mit Leib und Seele“ erinnert sich seine Frau. Noch heute interessiert er sich für Landwirtschaft und ihre Themen – wie die Kartoffeln stehen, zum Beispiel. Die Landwirtschaft freilich hat er inzwischen abgegeben, auch die Galloways, die Osings noch bis vor zwei Jahren hatten.

Zurück zur Politik: „Jeden Tag ist er mit dem Rad von Borg ins Büro nach Menslage gefahren“, weiß Inge Osing noch. Und sie lacht, als sie die Frage beantwortet, ob sie ihren Mann denn ab und an noch mal gesehen habe: „Mal mehr, mal weniger“.

Das erstaunt auch nicht, denn Werner Osing war – und zu diesem Schluss muss man kommen – ein „Bürgermeister zum Anfassen“, immer ansprechbar, auch wenn nachts um halb zwölf noch jemand anrief.

„Die Gemeinde war sein ein und alles“, bringt Inge Osing das Engagement ihres Mannes auf den Punkt. Sogar im Krankenhaus habe er weniger an seine Genesung, als vielmehr an die dringend notwendige Erweiterung des Kindergartens gedacht und wie sie zu bewerkstelligen sei.

Kaum zu Hause, habe er die Idee, die ihm im Krankenbett gekommen sei, umgesetzt und das Gespräch mit dem Besitzer des Nachbargrundstücks gesucht. Zwar habe dieser den angedachten Häusertausch abgelehnt, später jedoch einen Teil seines Geländes für die Kindergartenerweiterung zur Verfügung gestellt. Unter anderem darüber, so Werner Osing, freue er sich heute noch.

Immer war er bemüht um „Einigkeit für Menslage“. Probleme habe er versucht, im persönlichen Gespräch auszuräumen, etwa mit den Fraktionsvorsitzenden vor einer öffentlichen Ratssitzung – meistens erfolgreich.

Was macht nun ein Mann, der immer aktiv war, wenn er, wie seine Frau sagt, „nicht mehr so darf, wie er möchte“, weil Krankheit seine Aktivität etwas einschränkt? Nun, er beteiligt sich an den Angeboten der AG 60 plus, insbesondere an den Spielenachmittagen, denn das Kartenspiel gehört zu seinen Leidenschaften.

Seine Doppelkopfrunde trifft sich inzwischen schon seit 30 Jahren, in wechselnder Besetzung, versteht sich. Und Skat wird auch gerne geklopft. Daneben ist Werner Osing auch Ansprechpartner des Sozialverbands für Menslage.

Und dann sind da noch die Tochter in Osnabrück und der Sohn in Irland.

In dem „schönen und interessanten Land“ warten zwei Enkeltöchter darauf, dass die Großeltern wieder einmal Lust haben, die „grüne Insel“ zu erkunden.

Erst aber muss einmal der 80. Geburtstag gefeiert werden.


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