Jetzt exklusiv auf noz.de hören Der plattdeutsche Rückblick auf ein "verrücktes Corona-Jahr" in Nortrup als Podcast

Von Jonas Meyer

Viel Spaß hatten Gabriele Herrmann und Karl-Heinz Frese bei der Aufnahme ihrer ersten Podcast-Folge.Viel Spaß hatten Gabriele Herrmann und Karl-Heinz Frese bei der Aufnahme ihrer ersten Podcast-Folge.
Jonas Meyer

Nortrup. „Dat Leven geith beter mit Platt“. Unter diesem Motto haben Gabriele Herrmann, Karl-Heinz Frese und Stefan Peters einen lustigen und informativen Rückblick auf ein "verrücktes Corona-Jahr " in Nortrup als professionellen Podcast produziert – auf Plattdeutsch.

Eigentlich setzen sich die Mitglieder des Nortruper Frauenforums jedes Jahr kurz nach Neujahr zusammen, um einen Jahresrückblick zu schreiben, um darin die vielen gesellschaftlichen Höhepunkte des Ortes Revue passieren zu lassen. Auch in diesem Jahr hatten sich die Nortruper Frauen wieder zusammengefunden – wenn auch virtuell. 

Als Vorbereitung auf den virtuellen Frauentreff hatte Gabriele Herrmann bereits einen Jahresrückblick in plattdeutscher Sprache zu Papier gebracht. Dieser Rückblick im Frauenforum kam so positiv an, dass die Idee entstand, ihn als Podcast - also als Hörbeitrag im Internet – zu veröffentlichen. Und weil Stefan Peters seine Unterstützung bei der technischen Umsetzung anbot, war die Produktion schon beinahe in trockenen Tüchern. 

Theater-Talent als Gesprächspartner

Nachdem sich Gabriele Herrmann als Autorin und Sprecherin sowie Stefan Peters als Musiker und Produzent gefunden hatten, wurde allerdings klar, dass noch eine weitere Person für den Dialog im Podcast benötigt wird. Die Wahl fiel schnell auf Karl-Heinz Frese, der in Nortrup nicht nur für sein handwerkliches Geschicklichkeiten, sondern auch als Talent der Nortruper Theatergruppe bekannt ist. Auch dort wird gelegentlich eine flüssige, plattdeutsche Sprache vorausgesetzt, die er nun ohne schauspielerische Fähigkeiten zu Beweis stellen konnte. 

Küchentisch statt Tonstudio

Als Aufnahmeort boten sich die häuslichen Gegebenheiten vom Produzenten Stefan Peters selbst an. Hier verfügt er über einen Proben- und Aufnahmeraum, Mischpult, Mikrofone und Aufnahmegeräte. Für die Produktion des Podcasts hatte sich das Team allerdings für den Küchentisch entschieden, damit Abstände- und Hygieneregeln eingehalten werden konnten. Die Technikregie übernahm Stefan Peters in seinem Probenraum, in dem er auch den Musik-Jingle selbst produzierte.

Das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen. Der Jahresrückblick ist keineswegs ein eintöniger Abriss über die vielen Veranstaltungen, die im Jahr 2020 in Nortrup geplant waren, dann aber aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt oder wenigstens unter Hygiene- und Abstandsregeln stattgefunden haben. Nein, in dem humorigen Blick auf ein "verrücktes Jahr" sprechen Gabrielle Hermann und Karl-Heinz Freese auch über die alltäglichen Tücken, die ein Lockdown so mit sich bringt. Da klagt Karl-Heinz Freese über die "viele Wolle auf dem Kopf", weil die Friseure geschlossen haben. Und Gabrielle Hermann gesteht, dass ihr Figur unter Corona gelitten hatte. 

Zukünftige Folgen?

Wie Autorin Gabriele Herrmann verrät, könne es durchaus sein, dass sich aus der der bislang einzigen Folge ein ganzes Format oder eine Serie etabliert. In welcher Form und welchem Umfang stände noch nicht konkret fest. Klar ist allerdings schon jetzt, dass weitere Podcasts auf jeden Fall wieder in Plattdeutsch produziert werden sollen. „Ich liebe Platt“, bekennt Herrmann. Der Titel „Dat Joahr“ der ersten Ausgabe verspreche jedenfalls eine offene Zukunftsperspektive.  

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