Noch keine Absage Coronavirus gefährdet Romfahrt des Artland-Gymnasiums Quakenbrück

Ein Muss für jeden Rom-Touristen: Den Petersdom wollen auch die Schüler des Artland-Gymnasiums Quakenbrück gerne besichtigen. Allerdings steht die Romfahrt wegen des Coronvirus auf der Kippe. Foto: dpa/Jan WoitasEin Muss für jeden Rom-Touristen: Den Petersdom wollen auch die Schüler des Artland-Gymnasiums Quakenbrück gerne besichtigen. Allerdings steht die Romfahrt wegen des Coronvirus auf der Kippe. Foto: dpa/Jan Woitas
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Quakenbrück. Die Ausbreitung des Coronavirus in Norditalien sorgt am Artland-Gymnasium Quakenbrück für Unruhe. Denn eigentlich wollten alle Schüler und Lehrer anlässlich des 666-jährigen Schulbestehens im März zu einer Romfahrt aufbrechen. Doch nun ist fraglich, ob die Fahrt wirklich stattfinden wird. Abgesagt ist sie jedenfalls noch nicht, wie Schulleiter Stephan Keppler betont.

Seit mehr als anderthalb Jahren laufen die Vorbereitungen für das Mammutprojekt. Immerhin gehören 802 Teilnehmer zur XXL-Reisegruppe, die mit dem Vechtaer Schulreisespezialisten Höffmann-Reisen nach Italien fahren will, um dort die „Ewige Stadt“ zu erkunden. Die Vorfreude bei den Schülern ist riesengroß. In den vergangenen Monaten haben Schulklassen und Kurse verschiedene Aktionen gestartet, um unter dem Motto „Lira für Roma“ Geld einzunehmen und so den Reisekostenanteil für die Schüler zu drücken. 

Viele Gerüchte

„Die Euphorie geht jetzt etwas den Bach runter“, beschreibt der Schulleiter die schwierige Situation zwischen Hoffen und Bangen. Und immer neue Gerüchte machen sich auf den Schulfluren breit. Mal wird spekuliert, dass die Fahrt abgesagt wird. Andere unzuverlässige Quellen wussten zu berichten, dass die Reise anstatt nach Rom spontan nach London geht. Letzteres wäre sicherlich eine logistische Meisterleistung, stimmt aber ebenso wenig wie die Gerüchte über eine Absage.

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Wie Stephan Keppler sagt, sei er im stetigen Austausch mit dem Schulelternrat und in engem Kontakt mit Hans Höffmann. Das Vechtaer Reiseunternehmen Höffmann-Reisen hat jahrzehntelange Erfahrung mit Schul- und Jugendreisen und ist nach eigenen Angaben jährlich mit mehr als 20.000 Kindern und Jugendlichen in ganz Europa unterwegs. „Wir sind uns unserer Lage bewusst und wissen, dass wir beide die Entscheidung verantwortlich treffen müssen“, betont der AGQ-Leiter. Denn noch gibt es keine Anweisung der Landesschulbehörde, die Fahrt abzusagen, oder eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Oberstufenschüler fahren nach Florenz

Und so bleibt die Hoffnung, dass sich die Lage in Italien entspannt und sich das Virus nicht auf weitere Teile des Landes ausbreitet. Geplant ist die Romfahrt des Quakenbrücker Gymnasium vom 12. bis 19. März 2020. Bereits am 9. März wollen die Schüler des 12. Jahrgangs zur Oberstufenfahrt nach Florenz aufbrechen, um dann später mit der anderen Reisegruppe in Rom zusammenzustoßen. Dann werden insgesamt 802 Schüler und Lehrkräfte in der italienischen Hauptstadt sein, um die Sehenswürdigkeiten der geschichtsträchtigen Metropole zu erkunden.

Wenn es denn geht, denn Stephan Keppler muss mehrere Szenarien im Blick haben. Möglich ist nämlich auch, dass die italienische Regierung sämtliche öffentliche Einrichtungen aus Sicherheitsgründen schließt. „Was machen wir in Rom, wenn Museen und Kirchen geschlossen sind?“, fragt der AGQ-Schulleiter, um sich selbst die Antwort zu geben: „Dann sitzen wir da auf dem Campingplatz?!“

Elternabend am 2. März

Keppler hofft, dass bis Freitag, 28. Februar 2020, mehr Klarheit herrscht. Dann wollen Höffmann und er entscheiden, ob die Oberstufenschüler wie geplant nach Florenz fahren werden. Sollte es von anderer Stelle keine Verbote der Fahrt geben, werde nicht vor kommendem Montag entschieden, ob die Romfahrt abgesagt werden soll. Am Montag, 2. März 2020, findet um 18 Uhr in der Aula des AGQ ein Elternabend statt. Der war schon langfristig anberaumt worden, bekommt aber durch die aktuelle Lage eine neue Gewichtung. Bei der Veranstaltung wird auch Hans Höffmann dabei sein, wir Keppler ankündigt.

Bislang halten sich die Anrufe besorgter Eltern noch in Grenzen. „Es ist eine komplexe Gemengelage“, sagt der Schulleiter, der sich inständig wünscht, dass die Fahrt wie geplant stattfinden kann. „Wir werden aber kein unnötiges Risiko eingehen.“

Bangen auch in Papenburg

Der Quakenbrücker Schulleiter steht übrigens auch im engen Kontakt mit seinem Kollegen des Papenburger Gymnasiums. Die Europaschule, die im vergangenen Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feierte, will am 20. März mit fast 1000 Schülern und Lehrern nach Rom fahren.


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