Informativ und unterhaltsam Nicht nur Technikfreaks bei Roadshow Elektromobilität in Quakenbrück

Von Bernard Middendorf

Den ersten Platz bei der Aktion Stadtradeln belegte der Kneippverein Quakenbrück. Marlies Fiss nahm den Preis und Glückwünsche von Matthias Brüggemann, Michael Lübbersmann, Christian Wüst und Claus Peter Poppe (von links) entgegen. Foto: Bernard MiddendorfDen ersten Platz bei der Aktion Stadtradeln belegte der Kneippverein Quakenbrück. Marlies Fiss nahm den Preis und Glückwünsche von Matthias Brüggemann, Michael Lübbersmann, Christian Wüst und Claus Peter Poppe (von links) entgegen. Foto: Bernard Middendorf

Quakenbrück. Sonne ist ein wesentlicher Energielieferant – und Sonne gab es reichlich für die Besucher der Roadshow Elektromobilität auf dem Quakenbrücker Marktplatz. In weißen Pagodenzelten präsentierten Fahrrad- und Autohäuser, Stromanbieter und ein Solarenergieverein Staunens- und Wissenswertes zur Mobilitätswende, die notwendiger denn je ist. Wie nötig, das kam in lebhaften Diskussionen mit Experten zum Ausdruck.

Fahrzeugmodelle, Ladetechnik, Stromspeicher und Solar-Knowhow: Der Landkreis Osnabrück zeigte sich bei der Roadshow Elektromobiltät, die ein Teil seiner Klimainitiative ist, zukunftsorientiert. 15 Aussteller präsentierten neueste E-Technik, boten Probefahrten und Beratung an. Infostände und ein Programm, das auch die Jüngsten nicht vergaß, wurden komplettiert durch eine Vortrags- und Diskussionsreihe, die weidlich wahrgenommen wurde. 

Der Detroit Electric - ein E-Auto aus dem Jahr 1915. Foto: Bernard Middendorf

Wer mochte, konnte eine Klima-Rallye mit spannenden Aufgaben als Einstieg in die Erkundung der Roadshow nutzen. Erste Aufgabe: Eine Testfahrt mit einem der E-Autos – mehr Vergnügen als Pflicht, denn nicht nur der „City-Flitzer“ der Firma evo-e überraschte mit tollen Fahreigenschaften. „Wie wird ein Elektroauto geladen?“ – das interessierte zukünftige Erwerber und machte nebenbei auch noch Spaß. An der dritten Station waren Fragen nach Energieausnutzung, Kostenvorteilen von E-Autos und globalen Lithiumreserven zu beantworten. Informationen dazu konnte man auf dem Gelände oder am Stand der Klimainitiative aufspüren.

Foto: Bernard Middendorf

Das Motto der Veranstaltung – „Strom bewegt“ – bezeichnete zugleich die Absichten der Initiatoren. „Wir wollten nicht nur informieren, sondern einen engen Austausch mit Bürgern bekommen und so Anregungen mitnehmen“, erklärte Michael Lübbersmann. Der Landrat hatte gemeinsam mit Samtgemeinde-Chef Claus Peter Poppe und Quakenbrücks Bürgermeister Matthias Brüggemann die Veranstaltung eröffnet. „Ich hoffe, dass alle helfen, unseren CO2-Fußabdruck zu verkleinern“, sagte der Bürgermeister.

Poppe wünschte sich einen umweltbewussteren „Mobilitätsmix Richtung Zweiradverkehr“. Auch Radstadtmanager Christian Wüst von der Initiative Quakenbrück war beteiligt, als die Preisträger der Aktion „Stadtradeln“ ausgezeichnet wurden. An 21 Tagen im Juni waren die teilnehmenden Teams aufgerufen, möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zu fahren.

Ein dickes Lob bekamen zunächst die Hauptgewinner. „Der Kneippverein hat alles in Grund und Boden geradelt“, hieß es, als Marlies Fiss stellvertretend den Preis entgegennahm. Stolze 5.451 Kilometer hatte das Kneipp-Team erradelt. Auf den weiteren Plätzen folgte das Team "PantherScott PedersenG azelle  - Keine Gnade für die Wade (3498 Kilometer) und dem Wurstclub (2351Kilometer).

Siegerehrung der Aktion Stadtradeln. Foto: Bernard Middendorf

Jeder habe seinen Beitrag zu leisten, wurde betont. Ein besonderer Dank galt dabei der Klimainitiative des Landkreises und dem Organisationsteam. Ein Netzwerk unter Einbeziehung aller Verkehrsteilnehmer sei wichtig, das ÖPNV-Angebot in der Samtgemeinde mit dem Stundentakt von VOS-Bussen und NWB-Schienenverkehr sei zu wenig bekannt; es verbinde Kommunen und Kreisstadt fast optimal, unterstrich Claus Peter Poppe, als er „Mobilität im Artland“ näher brachte. Vorbildcharakter habe der Bürgerbus Badbergen. Bevor der Bürgerdialog begann, gab er das Mikrofon an Verwaltungsmitarbeiterin Brigitte Lampe weiter, die in ihrem Referat detailliert die Vorteile des nicht motorisierten Verkehrs aufzeigte und das Verkehrsentwicklungskonzept der Stadt Quakenbrück präsentierte.

Drei weitere Vorträge riefen starkes Interesse und intensive Diskussionen hervor. Über „Pedelecs und deren Rolle bei der zukünftigen Mobilität“ klärte Lisa Tschink vom Naturschutzverband BUND Bremen auf. Auch der Vortrag von Udo Werges mit dem eher zahmen Titel „Erfahrungen eines E-Auto-Fahrers – Empfehlungen für Anschaffung und Laden“ hatte es in sich. Expertenwissen bewies Klaus Russell-Wells von der FH Münster, der mit dem Thema „Ökologischer Fußabdruck und Vorurteile gegenüber der Elektromobiltät“ weit verbreitete Fehlinformationen zurechtrückte und leidenschaftliche Beiträge potenzieller E-Auto-Nutzer hervorkitzelte. 


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