Stärker als die Zeit Architekt stellt Siegerkonzept für die Bahnbrache in Quakenbrück vor

Fünf Blöcke mit drei verschiedenen Gebäudeformen sieht das Konzept von Bernd Upmeyer für den nördlichen Teil der Bahnbrache in Quakenbrück vor.  Foto: Architekturbüro BoardFünf Blöcke mit drei verschiedenen Gebäudeformen sieht das Konzept von Bernd Upmeyer für den nördlichen Teil der Bahnbrache in Quakenbrück vor. Foto: Architekturbüro Board

Quakenbrück . „Stärker als die Zeit“ – diese Überschrift hat der Architekt und Stadtplaner Bernd Upmeyer vom Rotterdamer Architekturbüro Board seinen Gestaltungsentwurf für den nördlichen Teil der Bahnbrache in Quakenbrück gegeben. In der Sitzung des städtischen Bau- und Planungsausschusses stellte der Gewinner des städtebaulichen Ideenwettbewerbs seine Arbeit vor.

„Dieses Konzept funktioniert nicht nur jetzt“, erklärte Upmeyer den Namen seines Entwurfes, „es kann reagieren, wenn sich Interessen ändern.“ Diesen Aspekt hatte übrigens auch das Preisgericht gewürdigt. Die Flexibilität des Konzeptes ermögliche eine Reaktion auf zukünftige gesellschaftliche und individuelle Anforderungen ohne Zerstörung des Gesamtkonzepts, lobte das Preisgericht. 

Es sei eine sehr spannende Aufgabe gewesen, eine getrennte Stadt zusammenzuführen, berichtete Bernd Upmeyer, der aus Göttingen stammt und vor 14 Jahren sein Architekturbüro in Rotterdam gegründet hat. Umso mehr habe es ihn gefreut, den Wettbewerb gewonnen zu haben.

Wachsende und schrumpfende Häuser

Bei der Gestaltung des drei Hektar großen Areals, das sich wie ein schmales Handtuch von Norden nach Süden entlang der Bahnlinie zieht, hat Uphaus das Gebiet in drei Streifen gegliedert. Direkt an der Bahnlinie sollen dreigeschossige Wohnungsbauten als Lärmschutz fungieren. In der Mitte sind Stadtvillen geplant, und im Westen könnten Reihenhäuser errichtet werden, die die Kleinteiligkeit der Neustadt aufnehmen. Der Clou dabei: Die Reihenhäuser wachsen und schrumpfen je nach Lebenssituation der Bewohner. Ein Single kann ein eingeschossiges Gebäude bewohnen. Wenn er eine Familie gründet, wird es um ein oder zwei weitere Geschosse erweitert. Sind die Kinder aus dem Haus, können getrennte Eingänge geschaffen werden und die oberen Stockwerke vermietet werden.

Fünf einzelne Blöcke mit den drei verschiedenen Gebäudeformen und grünen Wohnhöfen hat Upmeyer auf dem Areal platziert. Dazu ein Park, der den Blick freilässt auf das Bahnhofsgebäude.

Frank Wuller, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, lobte das Konzept als „Idee mit ganz vielen Spielmöglichkeiten“. Gemäß der Wettwerbsauslobung sei das Büro Board als Preisträger nun mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen. Als Konkretisierung des Entwurfes solle Bernd Upmeyer nun einen städtebaulichen Entwurf erarbeiten. Das empfahl auch der Fachausschuss einstimmig, sodass nur noch der Verwaltungsausschuss zustimmen muss.

Öffentlicher Workshop im November

Gleichzeitig schlug Wuller vor, dass man schon die Träger öffentlicher Belange um ihre Stellungnahmen bittet. Einen Vorentwurf und die Einwände und Anregungen der Träger öffentlicher Belange wollen die Mitglieder des Stadtrates Mitte/Ende Oktober bei einem Workshop diskutieren. Ein zweiter Workshop, der Ende November stattfinden könnte, soll auch für interessierte Bürger öffentlich sein. Im März könne der Stadtrat dann den Beschluss über den Städtebaulichen Entwurf fassen, der Grundlage des Bebauungsplan ist. Ziel müsse es sein, so Frank Wuller, den städtebaulichen Entwurf schon sehr genau zu erarbeiten, um die Details in den Bebauungsplan mitaufnehmen zu können. Diese ist wieder um die Basis für die Vermarktung der Flächen. 


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