Virtuelles Klassenzimmer Quakenbrückerin absolviert Fernstudium an der University of Florida

Von Sebastian Bobe

Karen Eislage ist „Master of Medication Therapy Management“: So lautet der Name des Masterabschlusses, den  Karen Eislage an der University of Florida erlangt hat. Foto: Löwen-ApothekeKaren Eislage ist „Master of Medication Therapy Management“: So lautet der Name des Masterabschlusses, den Karen Eislage an der University of Florida erlangt hat. Foto: Löwen-Apotheke

Quakenbrück. „Master of Medication Therapy Management“: So lautet der Name des Abschlusses, den Karen Eislage an der University of Florida erlangt hat. Diese patientenorientierte Form der Beratung, die in Deutschland als Medikationsanalyse oder Medikationsmanagement kaum bekannt ist, stammt aus den USA. Karen Eislage setzt sie inzwischen in Quakenbrück ein. Dort arbeitet sie seit Februar in der Löwen-Apotheke, die ihre Mutter Kerstin Figura führt.

 „Mich hat schon immer der Aspekt des Heilberufs und der direkte Patientenkontakt am Apothekerberuf fasziniert“, erklärt die Abiturientin des Artland-Gymnasiums. So zog es die Quakenbrückerin zuerst nach Frankfurt, wo sie ihr Pharmaziestudium 2014 abschloss. „Beim Studiengang lag der Schwerpunkt überwiegend auf der Herstellung der chemischen Bestandteile und Wirkweise der Medikamente. Das war zwar lehrreich, aber wenig praxis- und patientenorientiert“, sagt die Apothekerin.

Stipendium erhalten

Gerade deshalb habe sie sich für das Fernstudium mit dem Schwerpunkt „Medikationsmanagement“ entschieden. Über ein Stipendium der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe gelangte Karen Eislage zum Aufbaustudium, das von der University of Florida in Gainesville angeboten wird. Allerdings ist dieses Studium keins wie jedes andere, da die Kurse und Vorlesungen online angeboten werden. Somit traf sich die Quakenbrückerin mit Professoren und Kommilitonen ausschließlich im virtuellen Klassenzimmer. „Die Möglichkeit, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren, war für mich die optimale Lösung“, so Eislage.

Transparenz schaffen

Im Studium sollten die Teilnehmer anhand von Fallbeispielen die medikamentöse Therapie von Patienten beurteilen und erarbeiten, warum Medikamente für bestimmte Personen geeignet sind oder auch nicht. Dieses Wissen sollten die Studenten auch in zwei Praxisphasen anwenden, die die Quakenbrückerin in einem Krankenhaus und in einer Facharztpraxis in den USA verbrachte. Das Medikationsmanagement sei vor allem für Menschen vorteilhaft, die mehrere Medikamente auf Dauer einnähmen, da diese ein erhöhtes Risiko darstellten. Es könne Transparenz schaffen. Am Ende des Vorgangs stehe ein Medikationsplan, der für jeden Patienten angefertigt werde. Dieser beinhalte nicht nur eine Auflistung der eingenommenen Medikamente, sondern auch deren Inhaltsstoffe, Dosierung und Hinweise zur korrekten Einnahme, um die Sicherheit der Therapie zu erhöhen.

In Deutschland noch nicht verbreitet

Obwohl diese Dienstleistung in den USA bereits seit den 80er-Jahren angeboten würde, sei dieser Service in Deutschland noch nicht allzu verbreitet. „Ich bin allerdings überzeugt davon, dass das Modell zukunftsfähig und unumgänglich ist“, sagte Karen Eislage. Es müsse das Ziel sein, das Image der Apotheke als reine Abholstation für Medikamente zu verbessern. Vielmehr soll die Apotheke als Beratungsstelle genutzt werden, um somit die Krankenhäuser und Ärzte zu entlasten.

Leitliniengerechte Lösungen

Auch hier in Deutschland folgt das Medikationsmanagement einem geregelten Ablauf: Am Anfang steht die Infobeschaffung durch den Pharmazeuten im Vordergrund. Dieser macht sich ein Bild über die eingenommenen Medikamente, den Gesundheitsstand, Beschwerden und Wünsche des Patienten. In Absprache mit dem Arzt werden dann leitliniengerechte Lösungsvorschläge erarbeitet, wie die Therapie angepasst oder verbessert werden könne. Von großer Bedeutung sei dann aber auch das Abschlussgespräch mit dem Patienten, da hier besprochen wird, wie durch einen im Alltag umsetzbaren Medikationsplan Therapieziele am effektivsten zu erreichen sind. „Im persönlichen Gespräch kann man den Patienten über Medikamente aufklären und gemeinsam an einer Verbesserung arbeiten“, so Karen Eislage. 


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