Erstes Konzert nach Sanierung Orgel in Quakenbrücker St.-Marien-Kirche erklingt in alter Pracht

Von Heiko Bockstiegel

Organistin Ji Kyung Lee hatte ein exquisites Programm für das erste Orgelkonzert zusammengestellt. Foto: Heiko BockstiegelOrganistin Ji Kyung Lee hatte ein exquisites Programm für das erste Orgelkonzert zusammengestellt. Foto: Heiko Bockstiegel

Quakenbrück. Nach Monaten intensiver Restaurierung und Modernisierung ist die Orgel in der katholischen St.-Marien-Kirche saniert und nach Neustimmung in modernisierter Form wieder optimal einsatzbereit. Davon überzeugen konnten sich die Zuhörer des Eröffnungskonzertes, bei dem die ersten „neuen“ Töne auf dem Instrument erklangen, das künftig wieder in ihrer Vielfältigkeit, Liturgie und Konzerte zu begleiten, nutzbar ist.

Nach Monaten intensiver Restaurierung und Modernisierung ist die Orgel in der katholischen St.-Marien-Kirche saniert und nach Neustimmung in modernisierter Form wieder optimal einsatzbereit. Davon überzeugen konnten sich die Zuhörer des Eröffnungskonzertes, bei dem die ersten „neuen“ Töne auf dem Instrument erklangen, das künftig wieder in ihrer Vielfältigkeit, Liturgie und Konzerte zu begleiten, nutzbar ist.

Vorbereitung nahm zwei Jahre in Anspruch

Ein solches Projekt kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten an einem gemeinsamen Strang ziehen. Das geschieht in der Kirchengemeinde nach dem Motto „St. Marien zum Klingen bringen“. Bekanntlich war die Orgel der St.-Marien-Kirche in die Jahre gekommen und eine Renovierung unumgänglich geworden. Das gesamte Projekt, zu dem zwei Jahre Vorbereitungsarbeit gehörten und das seit Januar in die Tat umgesetzt worden war, erwies sich als ein technisch kompliziertes Unterfangen, denn schließlich musste ja alles wieder im originalen, nun verstärkten Gehäuse, so wie es die Gemeindemitglieder seit vielen Jahrzehnten kennen, untergebracht werden. Das geschah durch die Klavier- und Orgel-Manufaktur von Stefan Peters aus Glandorf, der unter anderem die Reinigung und Überarbeitung der rund 2500 ausgebauten Original-Pfeifen und schließlich nach ihrem Wiedereinbau deren Stimmung oblag. Alles war im Vorfeld sorgfältig vorbereitet worden, beispielsweise anhand einer computertechnischen Zeichnung. 

„Alles hat millimetergenau gepasst.“Stefan Peters, Orgelbauer aus Glandorf


Hinzu kam die Erneuerung der gesamten technischen Anlage, wie Stefan Peters anhand einer Fotoschau erläuterte, denn diese sei nun einmal das Herzstück des elektrisch mit 35 Registern auf drei Manualen und Pedalen betriebenen Instrumentes. Komplett erneuert werden mussten der Spieltisch, deren Tasten durchgespielt und teilweise sogar abgefallen waren, und die Windladen als Verteilersystem der Orgel, auf denen die Pfeifen befestigt wurden: „Für diese mussten wir allein 18.000 Löcher bohren“. Heute ist von den auf mehreren Ebenen angebrachten Windladen, Luftschläuchen, jeder Menge Kabel und Elektronik nichts mehr zu sehen, alles ist gut verkleidet. „Alles hat millimetergenau gepasst“, so Stefan Peters zufrieden. Davon konnte sich auch der Orgelsachverständige des Bistums Osnabrück, Martin Tigges, überzeugen.

Fast sechs Monate dauerten die Arbeiten an der Orgel. Die Vorbereitung und Planung nahmen zwei Jahre in Anspruch. Foto: Heiko Bockstiegel


Dass die Orgel heute wieder so prachtvoll erklinge, dazu hätten viele beigetragen, sagte Pfarrer Bernhard Lintker, der sich bei allenSpendern, beim Kirchenvorstand, bei Stefan Peters für seine gelungene Renovierung und bei Organistin Ji Kyung Lee für ihren unermüdlichen Einsatz während der Renovierungsphase bedankte. Lintker rief noch einmal in Erinnerung, dass sich die Kirchengemeinde seinerzeit aufgrund der nicht zu behebenden Schäden für eine Generalsanierung der Orgel entschieden hatte, der ein Innenanstrich des gesamten Kirchenraumes vorhergegangen sei.

„Wir sind im Kostenrahmen geblieben.“Bernhard Lintker, Pfarrer von St. Marien


„Wir sind im Kostenrahmen geblieben“, so sein Fazit. Insgesamt seien für die Orgelsanierung Kosten in Höhe von 234.000 Euro entstanden, davon müsse die Kirchengemeinde selbst 150.000 Euro aufbringen. Auch ein Zuschuss des Bistums Osnabrück sei zugesagt. „Viele haben sich bereits mit kleinen oder großen Spenden durch den symbolischen Kauf einer oder mehrerer Orgelpfeifen beteiligt“, berichtete Lintker mit Hinweis auf das öffentlich ausliegende Orgel-Spendenbuch. Darüber hinaus seien weitere Aktionen und Konzerte geplant. Besonders originell sei ein aus den „Restbänken“ der Kirche künstlerisch gestaltete Flaschenöffner, den es käuflich zu erwerben gebe.

Eine Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten

Beim sich anschließenden Eröffnungskonzert erwies sich die sanierte Orgel der St.-Marien-Kirche in ihrer ganzen Klangfülle und der Vielfalt ihrer Ausdrucksmöglichkeiten wahrhaftig als eine „Königin der Instrumente“. Organistin Ji Kyung Lee hatte dafür ein exquisites Programm zusammengestellt, vom Präludium in C und „Auf meinen lieben Gott“ von Dietrich Buxtehude bis zu den machtvollen Klängen der Toccata con Fuga BWV 565 von Johann Sebastian Bach und der Orgelsymphonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor mit der berühmten Toccata. Welch vorzügliches Begleit-Instrument die sanierte Orgel nun wieder ist, das stellten Larissa Pfannstiel (Violine) war und Ji Kyung Lee bei der Violin Sonata in F von Georg Friedrich Händel und der bekannten Air aus der Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach unter Beweis.


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