Interview mit Martin Fink Expertenlob für den Artländer Renntag: Die Atmosphäre begeistert

Von Alexandra Lüders

Pferdesport vom Feinsten erleben die Besucher jedes Jahr beim Artländer Renntag in Quakenbrück. Foto: Alexandra LüdersPferdesport vom Feinsten erleben die Besucher jedes Jahr beim Artländer Renntag in Quakenbrück. Foto: Alexandra Lüders

Quakenbrück. Der Artländer Renntag in Quakenbrück ist die "Nummer eins im Norden", schreibt das Magazin "TrabInside" in seiner aktuellen Ausgabe. Was das Besondere dieser Veranstaltung ausmacht, verrät Mitherausgeber Martin Fink in einem Interview mit unserer Redaktion.

Herr Fink, als Experte für den Trabrennsport sind Sie auf vielen Bahnen zu Hause. In der aktuellen Ausgabe des vier Mal jährlich erscheinenden Magazins „TrabInside“ haben Sie im Rahmen eines Jahresrückblicks auch zwei Seiten über den Quakenbrücker Renntag 2018 veröffentlicht. Darin betiteln Sie unser Event als die „Nummer 1 im Norden“. Was ist aus Ihrer Sicht beim Quakenbrücker Renntag anders als bei ähnlichen Veranstaltungen?

Der Renntag in Quakenbrück bietet in der Kombination sportliche Vielfalt (Trabrennen, Galopprennen auf der Flachen und über Hindernisse), hohe Rennpreise und riesiger Publikumszuspruch etwas, das es so sonst nirgends gibt.

Besuchen Sie unseren Renntag regelmäßig?

In den vergangenen rund 30 Jahren habe ich die meisten Renntage wahrgenommen, früher als Korrespondent für das Rennprogramm der Hamburger Trabrennbahn, das den so genannten „ländlichen Rennen“ immer viel Platz eingeräumt hat, und natürlich als Aktiver. Meine Lebensgefährtin Helga Warner war Trabertrainerin, ich Amateurfahrer. Wir haben immer sehr gerne mit unseren Pferden in Quakenbrück teilgenommen und auch einige schöne Erfolgserlebnisse gehabt. Heute bin ich ein mehr oder weniger „normaler“ Besucher.

(Weiterlesen: Spitzensport und 12.000 Zuschauer beim Renntag 2018.)

Was ist bemerkenswert bzw. gefällt Ihnen persönlich besonders gut?

Neben den für jeden sichtbaren Dingen wie spannender Sport, volles Haus, tolle Stimmung: Mir gefällt die Arbeitsweise der Verantwortlichen sehr, die zudem immer ein offenes Ohr haben. Man bietet eine nahezu perfekt organisierte Veranstaltung, ohne sich auf den Lorbeeren auszuruhen, und sorgt so auf hohem Niveau immer wieder für Verbesserungen. Die tolle Videowand ist da ein aktuelles Beispiel. Ganz persönlich erinnere ich mich gerne an die stilvolle Verabschiedung unseres Pferdes „Hurdy Gurdy“ durch Werner Hansch vor fast 20 Jahren, der die richtigen Worte am Ende einer langen Rennlaufbahn dieses treuen und immer einsatzbereiten Trabers fand. Bei der letzten Parade wurden Pferd und Fahrerin vom Quakenbrücker Publikum zu „seiner“ Hymne „Hurdy Gurdy Man“ des Folksängers Donovan noch einmal frenetisch gefeiert, das ging unter die Haut.

Martin Fink, Mitherausgeber des Magazins "TrabInside". Foto: Fink

Zur Person

Martin Fink
Martin Fink besucht seit drei Jahrzehnten den Quakenbrücker Renntag. Er war früher als aktiver Sulkyfahrer bei den Traberrennen des Artländer Rennvereins dabei sowie als Korrespondent der Hamburger Trabrennbahn tätig. Er lebt und arbeitet in Schortens in Ostfriesland und ist Mitherausgeber des Magazins TrabInside. Er kennt das „Who ist Who der Traberszene“ und somit alle ländlichen Rennbahnen Nordwestdeutschlands.


Wie kommt der Artländer Renntag bei den Traberprofis an? Welche Vorteile bietet er diesen?

Bei Profis gilt vorrangig: Wir starten da, wo es gutes Geld zu verdienen gibt. Doch das ist nicht alles. Die Fahrer, zu denen auch viele Amateure aus dem Norden, Westen oder Berliner Raum gehören, sind begeistert von der Atmosphäre. Wann jubeln einem schon einmal 10.000 Menschen zu? Wichtig ist auch die reelle Linienführung der Bahn und die Qualität des Geläufs.

Wie sieht es derzeit – vielleicht im Vergleich zu Quakenbrück – im Trabrennsport auf anderen Bahnen aus?

Die ländlichen Bahnen mit meistens nur einem Renntag im Jahr, der in der Regel Eventcharakter besitzt, haben es etwas leichter als die so genannten Großbahnen, die zum Teil zwei bis drei Renntage monatlich anbieten. Dort ist das Publikum nicht mehr so begeisterungsfähig und die Zuschauerzahlen sind in Zeiten, in denen jedes Rennen im Internet live zu verfolgen ist, auch nicht mehr so hoch wie früher. Das erschwert zum Beispiel die Sponsorenakquise. Bei den ländlichen Bahnen sind Cuxhaven mit den Duhner Wattrennen, Stove und Drensteinfurt mit echten Kultveranstaltungen und auch Magdeburg, Bedburg-Hau oder Hooksiel in vielen Bereichen auf ähnlichem Niveau wie Quakenbrück angesiedelt.

Viele Aktive lockt es von Nah und Fern nach Quakenbrück. Ist das Gewinnen hier so einfach?

Im Gegenteil, das Gewinnen ist in Quakenbrück eher schwerer als anderswo. Hier sah man in den vergangenen Jahren immer guten Sport, teilweise sogar herausragende Pferde und Fahrer. Aber nicht jeder nennt für ein Rennen in der Annahme oder zumindest Hoffnung, es auch siegreich beenden zu können. Bei attraktiven Rennpreisen freut man sich ebenso über dritte und vierte Plätze, und über allem steht bei vielen eben das Drumherum, das man in vergleichbarer Form nur ganz selten erlebt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN