Kommune rechnet mit Zuweisungen Helferkreis für Flüchtlinge in Quakenbrück sucht weitere Unterstützer

Bernard Middendorf und Christian Geers

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Auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen ist der Helferkreis Quakenbrück. Regelmäßige Treffen, zum Beispiel für das Nähcafé, finden im Franziskushaus am Marktplatz statt, das Anne Janke (Fünfte von rechts), Dina Tegtmeyer (Dritte von rechts) und Hedwig Schmees (Fünfte von links) leiten. Foto: Bernard MiddendorfAuf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen ist der Helferkreis Quakenbrück. Regelmäßige Treffen, zum Beispiel für das Nähcafé, finden im Franziskushaus am Marktplatz statt, das Anne Janke (Fünfte von rechts), Dina Tegtmeyer (Dritte von rechts) und Hedwig Schmees (Fünfte von links) leiten. Foto: Bernard Middendorf

Quakenbrück. Seit Januar 2016 besteht der Helferkreis Quakenbrück, der nach der ersten großen Flüchtlingswelle gegründet wurde. Neben der Fahrradwerkstatt an der Wilhelmstraße 54 gehört zu den vielfältigen Aktivitäten insbesondere das Nähcafé im Quakenbrücker Franziskushaus, das an jedem zweiten Freitagnachmittag offen ist für alle. Jetzt braucht der Helferkreis weitere Unterstützung, weil einige Ehrenamtliche aufgehört haben und neue Flüchtlinge kommen.

Fast 50 Freiwillige hatten sich im Herbst 2015 zu einem ersten Treffen eingefunden und in der Folgezeit den Flüchtlingsfamilien bei Behördengängen, Arztbesuchen und Fahrten zur Schule begleitet, Kleidung oder Möbel organisiert und – wenn möglich – auch Hilfe zur Selbsthilfe. Im Nähcafé erfuhren Syrer, Iraker und andere Menschen tätige Nächstenliebe. Man sei großzügigen Spendern wie dem Lions Club, der Stadtstiftung, der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD), dem Rotary Club Bersenbrück Altkreis und der Kirchengemeinde dankbar, die die Räume im Franziskushaus kostenlos zur Verfügung stelle, betonen Anne Janke und Dina Tegtmeyer, zwei der Initiatorinnen. Auch die Fahrradwerkstatt werde gut angenommen: „Wir brauchen aber unbedingt wieder einen ‚Schrauber'.“  

Jana Kellers Ansprechpartnerin im Rathaus

Aufgrund des Rückgangs der Flüchtlingszahlen beendeten einige Helfer inzwischen ihre Mitarbeit. Demnächst würden allerdings der Samtgemeinde Artland wieder neue Flüchtlinge zugewiesen, wie Jana Kellers, Integrationsbeauftragte der Kommune, mitteilte. Diese müssten versorgt werden und hätten ähnliche Bedürfnisse wie die ersten Neubürger. Damals war Franziska Pohlers Ansprechpartnerin im Rathaus – zur Zeit im Mutterschutz –, die mit den Bundesfreiwilligendienstlern Yuka Böning, Daniel Meyer und Max vieles organisierte und sich auf den Helferkreis verlassen konnte. „Zugleich konnten wir die Quakenbrücker Flüchtlingshilfe mit Anne Seggelmann immer wieder ansprechen und aufsuchen, um Kleidung, Kindersitze und Spielzeug zu bekommen“, bedanken sich Dina Tegtmeyer und Anne Janke. Auch das FIZ, viele private Spender sowie Firmen, die Praktikumsplätze anboten, seien bereit gewesen, den vom Krieg gezeichneten Menschen zu helfen. Wenn man sich nicht „mit Händen und Füßen“ verständigen konnte, sprangen Dolmetscher ein.  

Nähcafé im Franziskushaus

Im Nähcafé sind, das wird bekräftigt, neben Flüchtlingen auch einheimische Besucher und Teilnehmer willkommen, die vielleicht nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Unter fachkundiger Leitung von Hedwig Schmees, Gisela Landwehr, Renate Richter, Hildegard Kramer, Sabine Hufker und anderen wird seit jeher nicht nur genäht, sondern Kleidung ausgebessert – und geplaudert, denn alle sollen sich aufgehoben fühlen. Regelmäßig treffe sich eine fröhliche Truppe. „Benötigt werden Spenden, Nähutensilien oder Stoffe, auch für Gardinen, und gut erhaltene Fahrräder“, bitten Janke und Tegtmeyer um Unterstützung. Ehrenamtliche Neuzugänge für den Helferkreis seien wichtig, weil bald die Zahl der Schützlinge wieder ansteige.

Im Januar und Februar kamen 31 Flüchtlinge

Wie die Samtgemeinde Artland auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, sind ihr im Januar und Februar 31 Flüchtlinge zugewiesen worden. Sie kommen aus Moldawien, der Russischen Föderation, der Türkei, dem Irak und dem Iran. „Alle Personen wurden dezentral auf dem freien Wohnungsmarkt untergebracht“, wie Sprecher Franz-Georg Gramann sagte. 2017 seien der Samtgemeinde Artland 65 Flüchtlinge zugewiesen worden, im Jahr 2018 seien es 46 Personen gewesen. Nach dem aktuellen Verteilungsschlüssel rechnet die Kommune nach den Gramanns Worten noch mit der Zuweisung weiterer 35 Flüchtlinge. Der Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest.


Helfer gesucht

Interessenten für ehrenamtliche Arbeit können sich bei der Integrationsbeauftragten Jana Kellers, Telefon 05431/182130, E-Mail: kellers@artland.de, Dina Tegtmeyer, Telefon 05431/9077864, und Anne Janke erkundigen oder zu folgenden Zeiten direkt vor Ort vorbeischauen: Das Nähcafé im Franziskushaus, Markt 4 in Quakenbrück, ist an jedem zweiten Freitag von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet, das nächste Mal am 22. Februar.

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