Ingenieurbüro legt erste Pläne vor Neue Bahnübergänge in Quakenbrück technisch möglich

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Quakenbrück. Im Bereich des Quakenbrücker Bahnhofs können zwei ebenerdige Bahnübergänge für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden. Das hat ein Hamburger Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt ermittelt. Nun muss die Stadt die Pläne der Deutschen Bahn vorstellen.

„So weit waren wir noch nie“, sagte Ludger Greten in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen, als er den Punkt auf der Tagesordnung aufrief und damit den Inhalt der Tischvorlage vorwegnahm. Darin hatte die Verwaltung ausgeführt, dass die vom Rat gewünschten höhengleichen Bahnübergänge über die Bahnlinie Osnabrück–Oldenburg „bautechnisch möglich sind“.

Das Vorhaben: An zwei Stellen möchte die Stadt Quakenbrück ebenerdige Übergänge für Radler und Fußgänger über die Bahnlinie bauen, um Alt- und Neustadt besser miteinander zu verbinden. Das soll auch mit Blick auf das auf dem früheren Bahngelände geplanten Wohnquartier geschehen. Vorgesehen sind höhengleiche Übergänge in Höhe der Hasestraße und der Unterführung sowie in Höhe der Abzweigung Wilhelmstraße in Höhe der Diskothek bis zum Draisinengleis, etwa 400 Meter südlich des Bahnhofs gelegen.

Stadt beauftragte Fachbüro

Der Stand der Dinge: „Arbeiten mit der Bahn lehrt Geduld“, sagte stellvertretender Stadtdirektor Frank Wuller und stellte die Untersuchung und die vorgelegten Bahnübergangs-Kreuzungspläne im Detail vor. Das Hamburger Ingenieurbüro Eucon Technik & Service hatte geprüft, ob diese Übergänge technisch überhaupt möglich und damit grundsätzlich genehmigungsfähig sind. „Das ist der Fall“, so Wuller. Der geplante Übergang für Radler und Fußgänger in der Nähe der Wilhelmstraße liegt weit genug entfernt von Weichen, auch die vorgeschriebene Schranken- und Lichtzeichenanlage könne in die bestehende Bahntechnik eingefügt werden. Die technische Herausforderung habe darin bestanden, „die Schrankenanlage samt Steuerung an die gesamte Strecke anzubinden“, so der stellvertretende Verwaltungschef.

Statiker schauten sich den Tunnel an

Keine Hindernisse sieht das Fachbüro auch bei einem Rückbau des Tunnels für Radfahrer und Fußgänger in der Hasestraße. Dieser soll zum Teil abgerissen und verfüllt werden. Lediglich der Abschnitt unter den bestehenden Gleisen bleibt erhalten und wird zugemauert. Die beiden Treppenhäuser werden dem Erdboden gleichgemacht, die Wände und Stützmauer gekappt. Radfahrer und Fußgänger könnten dann auf diesem wie auch auf dem neuen Bahnübergang an der Wilhelmstraße jeweils auf getrennten Wegen geführt werden. Die Untersuchung der Statiker hatte zudem ergeben, dass der Tunnel auf der westlichen Seite – zwischen Bahnlinie und Edeka-Markt – umgestaltet werden kann. Als er in den 1970er-Jahren gebaut wurde, unterquerte er noch mehrere Bahngleise. Diese sind zum Teil verschwunden, sodass die Tunneldecke geöffnet werden könnte. „Dann würde auch der Mausefallencharakter verschwinden“, erklärte Frank Wuller. Allerdings: Auf östlicher Seite sei auf diese Weise wegen der geringen Abstände keine Verbesserung zu erreichen.

Gärtner: Noch einmal über Tunnelabriss nachdenken

Das sagt der Ausschuss: Zufrieden äußerten sich die Fraktionen. „Es scheint endlich Bewegung in die Sache zu kommen“, kommentierte Jürgen Götting (CDU) den aktuellen Stand der Dinge. „Eine schwere Geburt“, ergänzte Andreas Henemann (Bündnis 90/Die Grünen). Er hielt einen Abriss des Tunnels für dringend geboten, um Alt- und Neustadt besser miteinander zu verbinden. „Er muss verschwinden, es wäre unsinnig, ihn zu behalten“, reagierte er auf einen Einwand von Paul Gärtner (SPD). Er hatte noch einmal angeregt, anstelle eines Abrisses und Umbaus über eine mögliche Ertüchtigung des Tunnels nachzudenken. Er befürchtete, es könne als Schildbürgerstreich angesehen werden, wenn der mit viel Aufwand gebaute Tunnel nun wieder zugeschüttet werde.

Nun Gespräche mit Bahn und Eisenbahn-Bundesamt

Wie geht es nun weiter? Diese Vorplanungen und Untersuchungen will die Stadt Quakenbrück nun in einem Gespräch den Vertretern der Deutschen Bahn vorstellen. Sie war es, die die Stadt im Juni 2017 nach einem ersten Gespräch aufgefordert hatte, sogenannte qualifizierte Vorplanungen vorzulegen. Die Bahn hatte zuvor eine Prüfung von Möglichkeiten zugesagt, „unter der Maßgabe, dass lediglich Bahnquerungen für Radfahrer und Fußgänger möglich sind“. Wuller machte deutlich, dass Deutsche Bahn und das Eisenbahn-Bundesamt diesen Plänen zustimmen müssten.


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