22 Jahre in Quakenbrück Radiologe Hans-Eckhard Schulze am Quakenbrücker Krankenhaus verabschiedet

Von Bernard Middendorf

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Quakenbrück. Im großen Rahmen wurde Dr. Hans-Eckhard Schulze auf Einladung von Matthias Bitter, Geschäftsführer des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück, in den Ruhestand verabschiedet.

Nach 38 Jahren als Arzt, davon mehr als 22 Jahre als Radiologe in Quakenbrück, erinnerten Kollegen, Weggefährten und Mitarbeiter teils mit beeindruckenden Fakten und Zahlen, teils humorvoll bis kabarettistisch an Stationen seines Wirkens. Der scheidende Chef des MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) zeigte sich gerührt.

Das Wort vom wohlverdienten Ruhestand gebrauchte Matthias Bitter, als er im großen Hörsaal auf die lange Berufstätigkeit des Jubilars hinwies, der 17 Jahre als niedergelassener Radiologe und fast sieben Jahre als Leitender Zentrumsarzt vor Ort arbeitete. Schulze selbst stellte die Entwicklung der Radiologie seit 1978 vor. Die Kernspintomografie – auch Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) – ist eine diagnostische Technik zur Untersuchung und Darstellung innerer Organe und Gewebe. Früher entwickelt wurde die Computertomografie (CT) als diagnostische Methode, durch Röntgentechnik den menschliche Körper oder Körperteile in Schichten oder Scheiben abzubilden.

Fachlicher Schwerpunkt der Verabschiedung war ein Vortrag von Dr. Asmus Wulff, Ltd. Zentrumsarzt Radiologie, zur Interventionellen Schlaganfalltherapie. Sehr positiv verliefen die Erfahrungen der ersten sechs Monate am CKQ mit diesem minimalinvasiven Katheterverfahren: Bei einem Hirninfarkt sei es – so der Facharzt – unabdingbar, die verschlossene Schlagader schnellstmöglich wieder zu öffnen, vor allem bei schweren Schlaganfällen mit großen Gefäßverschlüssen.

Dies gelinge mit der interventionellen Methode am schnellsten. Die Vorteile: Ein gefäßverschließendes Gerinnsel kann abgesaugt oder mit einem Stent-Retriever eingefangen und herausgezogen werden. Anwendbar bei etwa zehn Prozent der Fälle, ergebe sich eine Verdoppelung der Heilungschancen. Stark verkürzt werden konnte zudem der entscheidende Zeitraum vom Einsatz des Rettungswagens über die notwendige CT-Untersuchung bis zur interventionellen Therapie. Organisatorische und bauliche Verbesserungen, die sich Wulf wünschte und Bitter mittelfristig in Aussicht stellte, könnten das lebenswichtige Tempo noch weiter optimieren, sagte er und dankte Schulze sowie dem CKQTeam.

Worte des Dankes, verbunden mit Schilderungen beruflicher Meilensteine seines Vorgesetzten, fand Ltd. Zentrumsarzt Dr. Uwe Wichmann. Nach dem Medizinstudium 1974 bis 1980 an der Universität Mainz und der Stabsarztzeit 1980/81 arbeitete Schulze bis 1982 als Assistenzarzt am CKQ, an der Neurochirurgischen Klinik „St.-Jürgen-Straße“ in Bremen und bis 1985 in der Neuroradiologischen Klinik an der Uni Mainz. Psychiatrisches Jahr im LKH Eichberg, die Bezeichnung „Facharzt Neurologie“, die Tätigkeit als Oberarzt 1987 in Damme sowie später – bis 1995 – an der Ammerland-Klinik Westerstede zunächst als Leitender Oberarzt Neurologie, dann als Facharzt Radiologie schlossen sich an.

1995 gründete Schulze am CKQ eine radiologische Praxis mit Einführung der MRT-Technik – deutlich früher als an umliegenden Krankenhäusern. Diagnostik und apparative Ausstattung hielt er in Kooperation mit dem CKQ stets auf dem neuesten Stand, verkaufte 2012 die Praxis an das MVZ. Zuverlässigkeit und Qualität, aber auch Ehrlichkeit und Offenheit seien seine Grundsätze gewesen: „ Er ist – aus Überzeugung – ein Mensch mit Ecken und Kanten!“ Sein Förderer und Ausbilder habe auch Bezeichnungen wie „eingebauter Navigator“ und „Zitatmonster“ erworben, schmunzelte Uwe Wichmann.

Geschichten aus der Röhre: Claudia Sieveke-Rotermund als Kernspin(n)e „Serafina“ (links) und Claudia Thünker verabschiedeten sich kabarettistisch von ihrem Chef. Foto: Bernard Middendorf

Heiterkeit erregte auch der kabarettistische Auftritt der Kernspin(n)e „Serafina“, die vorgeblich seit Jahren im MRT-Gerät mitfiebert: „Ich lebe in der Röhre!“ Sehr stressig seien Wartungs- und Applikationstage. Originell verkleidet, ernteten MRTA Claudia Sieveke-Rotermund und Kollegin Claudia Thünker Beifallsstürme des Auditoriums. „Ich werde nie wieder eine Spinne erschlagen“ versprach ihr Ex-Chef prompt.

Grußworte, verbunden mit Dank und Anekdoten, sprach Ben Hogt, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie. Schulze habe Verantwortung übernommen, sogar freiwillig im Risikodienst, habe kraftvoll-kreative Energie und Humor eingebracht. Lobend äußerte sich ebenfalls Professor Helmut Henrichs. Gerd Beckmann wünschte dem Scheidenden als Rotarier Glück, ehe Hans-Eckhard Schulze allen Weggefährten und insbesondere seiner Ehefrau dankte: „Ich bin überwältigt.“ Er freute sich über das gemeinsame Präsent des Teams – ein originelles Porträt als treffende Karikatur.


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