Umfangreiche Sanierung Orgel in Quakenbrücker Kirche St. Marien wird abgebaut

Die letzten verbliebenen Pfeifen werden ebenfalls ausgebaut. Dort, wo nun durch Lücken Leerraum zu erkennen ist, befinden sich normalerweise weitere Pfeifen. Foto: Nina StrakeljahnDie letzten verbliebenen Pfeifen werden ebenfalls ausgebaut. Dort, wo nun durch Lücken Leerraum zu erkennen ist, befinden sich normalerweise weitere Pfeifen. Foto: Nina Strakeljahn

Quakenbrück. Die Orgel in der katholischen Kirche St. Marien in Quakenbrück ist in die Jahre gekommen. Deshalb wird sie in den kommenden Monaten restauriert und modernisiert.

Die letzten der insgesamt rund 2500 Pfeifen bauen die Mitarbeiter Dennis Kunze und Nils Bensmann am Dienstagmorgen gerade aus der Orgel in St. Marien aus. Mit einem Hubwagen werden sie vorsichtig vom Orgelboden nach unten transportiert. Von dort nimmt Orgelbauer Stefan Peters sie mit in seine Klavier- und Orgel Manufaktur in Glandorf, um sie unter anderem zu reinigen und zu überarbeiten.

Die Mitatbeiter Dennis Kunze (rechts) uns Nils Bensmann bauen die letzten Pfeifen aus. Foto: Nina Strakeljahn


Doch das ist nur ein kleiner Teil dessen, was mit der Orgel passiert. Bis voraussichtlich Mai wird sie restauriert und modernisiert. "Wir werden die gesamte technische Anlage erneuern", sagt Peters. Das sei das Herzstück des Instruments. Das Gehäuse und damit das Erscheinungsbild bleibt aber wie es ist, betont Peters – und auch die Pfeifen werden wieder eingesetzt.

Die Pfeifen werden gereinigt. Foto: Nina Strakeljahn


Es sei ein ungewöhnliches Projekt, da bis in die 1990er Jahre statt einer Sanierung eine neue Orgel gebaut worden wäre. Für den Orgelbauer bedeutet es eine besondere Herausforderung. Es ist technisch schwierig, weil anschließend alles wieder in das Gehäuse passen muss. So seien 1958, als die Orgel gebaut wurde, beispielsweise andere Maße verwendet worden.

Planungen laufen seit einem Jahr

Bereits seit einem Jahr bereitet sich das Team auf das Projekt vor, war mehrmals zum Messen in der Kirche und hat bereits eine computertechnische Zeichnung angefertigt. In dieser Woche baut das Team nun alles ab.

Die Tasten sind durchgespielt. Deswegen wird der Spieltisch komplett erneuert. Foto: Nina Strakeljahn


Komplett erneuert wird zum Beispiel der Spieltisch. "Die Tasten sind durchgespielt", sagt Peters. Einzelne Tasten sind bereits abgefallen. Die Tasten könnten später als Erinnerungsstücke angeboten werden, erklärt er.

Die alten Windladen sind kaputt. Sie werden durch neue ersetzt. Über jedem Loch sitzt eine Pfeife. Foto: Nina Strakeljahn


Ebenfalls erneuert werden müssen die Windladen. Sie sind das Verteilersystem einer Orgel. Darauf werden die Pfeifen befestigt. Das muss hinterher genau passen, damit alles wieder im Gehäuse installiert werden kann.

Die Orgel wird bereits elektrisch betrieben. Die Technik muss jedoch erneuert werden. Foto: Nina Strakeljahn


Während viele Orgeln noch mechanisch betrieben werden, ist die Orgel in St. Marien bereits elektrisch. Das bedeute, so Peters, dass die entsprechenden Ventile über einen elektrischen Impuls geöffnet werden, wenn der Organist die Tasten drückt. Diese Technik wird ebenfalls modernisiert.

Beim Abbau der Orgel entdeckte Peters außerdem eine Besonderheit: "Die Schiebevorrichtung, mit der die Register eingeschaltet werden, ist aus Messing." Insgesamt hat die Orgel in St. Marien übrigens 35 Register, sagt der Orgelbauer.

Eine Besonderheit ist die Schiebevorrichtung aus Messing, erklärt Orgelbauer Stefan Peters. Foto: Nina Strakeljahn


Aufgrund der nicht zu behebenden Schäden hatte sich die Kirchengemeinde mit der Orgel beschäftigt und sich für eine Generalsanierung entschieden, erklärt Hausmeister Reinhard Ostermann. Während die Orgel ausgebaut ist, nutzt die Gemeinde auch die Gelegenheit, um den Innenanstreich der Kirche durchzuführen. In einem Flyer zu der Orgelsanierung ist auch der Finanzierungsplan erklärt. Insgesamt kostet die Instandsetzung 234.000 Euro. Das Bistum bezuschusst das Projekt mit 46.800 Euro. Die restlichen 187.200 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen und ist deshalb auf Spenden angewiesen. 


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