Schlafen im ehemaligen Kynast-Bau Hotel „Velo“ eröffnet im Frühjahr 2019 in Quakenbrück

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Artland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Quakenbrück. Im kommenden Frühjahr wird in Quakenbrück ein neues Hotel eröffnet. Es entsteht im früheren Verwaltungsgebäude der längst geschlossenen Firma Kynast. Der Name „Velo“ – zu Deutsch Fahrrad – erinnert an Europas größten Fahrradproduzenten, aber nicht nur.

Dieser Dezembertag ist kalt und grau. Der Wind pfeift durch die Artlandstraße. Das zweigeschossige, tiefrote Klinkergebäude, in dem einst die Geschicke des Fahrradproduzenten Kynast gelenkt wurden, scheint der einzige Farbtupfer. Das Gebäude ist teilweise eingerüstet, vor dem Eingang arbeiten Handwerker an der Überdachung. Und davor steht Thomas Bekermann, der künftige Pächter des Hotels „Velo“. Der 32-jährige Nortruper kennt das markante Gebäude inzwischen in- und auswendig. Und er hat ganz genaue Vorstellungen, wie es hier im April 2019 aussehen soll.

24 Zimmer, ein 800 Quadratmeter großer Innenhof als Biergarten oder Veranstaltungsfläche, ein Restaurant mit 80 bis 100 Plätzen nicht nur für die Hotelgäste, eine Sauna auf dem Dach, ein großzügiger Konferenz- und Tagungsbereich mit 100 Sitzplätzen – das alles soll das Hotel „Velo“ seinen Kunden bieten. Auf dem Papier ist alles schon fertig, Handwerker sind seit gut zwei Jahren dabei, die die Striche und Linien in Mauern und Wände zu verwandeln.

Drinnen sieht es aus wie auf einer Baustelle, die Räume sind im Rohbau hergestellt, in den Ecken lagert Baumaterial, anderswo müssen noch Versorgungsleitungen verlegt werden. „Es wird alles fertig werden“, sagt Bekermann, der nicht verhehlt, dass er selbst gerne Hand anlegen würde. Der Nortruper aber ist examinierter Diätassistent und Küchenmeister mit langjähriger Erfahrung, und die wird er vor allem im Restaurant einbringen. Das wird im Erdgeschoss eingerichtet, über Namen und Ausrichtung der Küche schweigt er sich noch aus. „Eine Idee gibt es aber schon.“

Welchen Standard den Hotelgast in diesem Haus in der Quakenbrücker Neustadt einmal erwarten wird, ist in einem Musterzimmer schon zu besichtigen: eine Einrichtung in warmen Holzfarben, ein großzügiges Bad mit Dusche, Flachbildfernseher, eben jene Ausstattung eines Drei-Sterne-Hauses. Die Umwandlung der früheren Büros auf den beiden Ebenen in Hotelzimmer sei übrigens relativ einfach gewesen, so Thomas Bekermann. Nur hier und da habe eine Wand versetzt werden müssen. Das Hotel wird komplett barrierefrei und behindertenfreundlich sein, es gibt außerdem einen Fahrstuhl. Die Konferenz- und Tagungsräume sind im ersten Stock untergebracht, bei der Gestaltung der Sauna treibt es der Planer buchstäblich auf die Spitze: Die entsteht mit angegliederter Ruhezone auf dem Dach. „Da hat man einen ungewohnten Blick auf Quakenbrück“, sagt Thomas Bekermann und zeigt auf die Kirchtürme von St. Sylvester und St. Marien, die gut drei Kilometer entfernt sind. Der Wellnessbereich entsteht übrigens auf den Resten einer Wetterwarte, die einst für den Fliegerhorst in der Neustadt gebraucht und die später in den Kynast-Bau integriert wurde.

Die Idee, an dieser Stelle ein Hotel zu eröffnen, kam dem Besitzer der Immobilie schon vor vier Jahren. Damals dachte Reiner Bockstiegel, Inhaber der Firma Rebotec, erstmals darüber nach, einen Teil der von ihm erworbenen Kynast-Bauten zu einem Hotel umzubauen. Auch Thomas Bekermann kann dem Gedanken, an dieser Stelle ein Hotel zu eröffnen, viel abgewinnen: „Das ist ein historischer Ort“, weiß er und erwähnt, dass „mein erstes Fahrrad natürlich auch aus der Kynast-Schmiede kam“. Auch den Standort an der Artlandstraße hält er für ideal. Dort gebe es viele zum Teil international agierende Unternehmen, die zu Treffen, Konferenzen und Tagungen einladen und ihre Gäste und Teilnehmern in Hotels unterbringen müssen. Im Blick hat Bekermann auch Geschäftsreisende und Monteure, aber natürlich auch alle Gäste, die Quakenbrück per Fahrrad ansteuern, weil sie die Burgmannstadt zum Ziel einer Tour machen. Das passt es natürlich auch, das Quakenbrück als „Radstadt des Nordens“ von sich reden machen will. „Der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten hier im Hasetal ist groß“, sagt er. Das seien letztlich auch die Gründe gewesen, als Pächter einzusteigen. „Ich habe ein gutes Gefühl.“

Parallel zu den Bauarbeiten bereitet Thomas Bekermann die Werbung vor: Eine Internetseite ist im Aufbau, auch die Bewerbung des neuen Hotels in den gängigen Buchungsportalen wird vorbereitet. Hauptarbeitsplatz von Thomas Bekermann wird die Küche sein, die in diesen Tagen geliefert und montiert wird.

Für den reibungslosen Hotelbetrieb benötige er ein Team von acht bis zwölf qualifizierten Mitarbeitern. „In der Küche, im Service und im Hotelfach, am liebsten mit Erfahrung.“ Auf lange Sicht wolle er auch in diesen Berufen ausbilden. Einen Teil der Mannschaft hat er bereits zusammen, verrät er. Weitere Interessenten könnten sich bei ihm melden.

Kontakt: Thomas Bekermann, Telefon 0151/15682604, E-Mail: t.bekermann@mail.de


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN