Gemeinderat tagte 60.000 Euro für Umgestaltung des Buswendeplatzes in Groß Mimmelage

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Hier soll was passieren: der Buswendeplatz in Groß Mimmelage. Foto: Mirko NordmannHier soll was passieren: der Buswendeplatz in Groß Mimmelage. Foto: Mirko Nordmann

Badbergen. Der Buswendeplatz in Groß Mimmelage soll schöner werden. Darin waren sich die Mitglieder aller Fraktionen im Badberger Gemeinderat einig. Wie man den markanten Bereich am Ortseingang umgestalten soll, darüber gab es allerdings reichlich Diskussionsbedarf.

Die gute Nachricht für alle Groß Mimmelager vorab: Im Badberger Gemeindeetat für das kommende Jahr sind 60.000 Euro für die Umgestaltung und Neuorganisation des Buswendeplatzes eingeplant. Darauf verständigten sich alle Ratsmitglieder in der Sitzung am Montag. Im kommenden Jahr soll dann geklärt werden, wie der Schotterplatz, der sich bei Regen in ein Schlammloch verwandelt und bei Trockenheit eine Menge Staub aufwirbelt, umgestaltet wird. Zunächst können die Mimmelager Bürger bei einer Versammlung, die Anfang des Jahres stattfinden soll, ihre Wünsche und Ideen äußern. Anschließend diskutieren die Ratsmitglieder über die weiteren Schritte.

Michael Szymanski als Sprecher der Gruppe SPD/Die Grünen hatten diesen Kompromissvorschlag ins Spiel gebracht, als die Fronten schon verhärtet schienen. Die Mehrheitsgruppe aus CDU, UWG und FDP hatte vorgeschlagen, den maroden Schotterplatz für 60.000 Euro zu asphaltieren. Die SPD/Grünen-Gruppe hingegen wollte stattdessen die im Dorferneuerungsplan aufgeführte Maßnahme realisieren, die neben einer Befestigung der Platzfläche auch gestalterische Verbesserungen vorsieht. Ein neuer überdachter Buswartebereich, der als Treffpunkt dienen kann, Fahrradständer oder die Begrünung des Areals könnten den Platz aufwerten.

Der Vorteil dabei: Für die Umgestaltung, die laut dem vier Jahre alten Planwerk gut 200.000 Euro kosten würde, bekäme die Gemeinde Badbergen 73 Prozent der Kosten aus Fördermitteln durch das „Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum (Pfeil)“ erstattet. Der Anteil, den die Gemeinde zu zahlen hätte, liegt also bei nur 54.000 Euro.

„Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich weiß nicht, wo ich bin“, erzürnte sich Holger Fuchs Bodde-Gottwald (Bündnis 90/Die Grünen), „ihr wollt für eine Minilösung mehr Geld ausgeben.“ Wenn dieser Beschluss gefasst werde, sei für ihn klar, dass „man mit euch keine vernünftige Ratsarbeit machen kann“.

Schon zuvor hatte Hans-Uwe Desing (SPD) die Ratskollegen der Mehrheitsgruppe ins Gebet genommen. „Was haben die Mimmelager verbrochen?“, verwies Desing darauf, dass die SPD schon mehrfach den Antrag auf Neugestaltung des Platzes gestellt habe, der immer wieder abgelehnt worden sei. „Die Mimmelager sind es wert, dass da was passiert“, sagte Desing und kritisierte den Vorschlag der Mehrheitsgruppe scharf. Durch die Asphaltierung der Fläche erreiche man „keine wirkliche Verschönerung und Verbesserung“.

Das sah Holger Wehrmann (FDP) ganz anders. „Mit den 60.000 Euro kleckern wir nicht nur etwas Teer in die Ecke“, stellte er klar. Er gab auch zu bedenken, dass es sich bei dem Platz nicht um einen Dorfplatz handele, wie es die SPD formulierte, sondern um einen „reinen Buswendeplatz“. Sicherlich sei es an der Zeit, für die Mimmelager etwas Gutes zu tun. „Wir treffen mit dem Antrag den Kern“, schloss Wehrmann seinen Redebeitrag.

Szymanski schlug letztlich vor, die Bürger entscheiden zu lassen zwischen „einfach asphaltieren oder Dorferneuerungsplan umsetzen“. „Lasst uns 60.000 Euro in den Haushalt einstellen und dann eine Bürgerversammlung mit den Mimmelagern machen“, sagte Szymanski und erntete Zustimmung aus der Mehrheitsgruppe.

„Ich als Mimmelager kann mit dem Vorschlag leben: 60.000 Euro einstellen und dann prüfen, was man macht“, stimmte Reinhard Koste (CDU) zu. Auch Wehrmann erklärte letztlich: „Wir können uns dem Vorschlag von Michael anschließen.“ Der einstimmige Ratsbeschluss war perfekt.


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