Fahrradkontrollen vor den Schulen Polizei zieht in Quakenbrück Lichtmuffel aus dem Verkehr

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Quakenbrück. Sehen und gesehen werden – das gilt in der dunklen Jahreszeit gerade für Radfahrer. In der Stadt Quakenbrück haben Polizei und Verkehrswacht an zwei Tagen morgens die Fahrräder von Schülern überprüft – und immer noch Lichtmuffel entdeckt.

Die Schüler der Oberschule Artland und des Artland-Gymnasiums Quakenbrück trifft das morgendliche Polizeiaufgebot vor beiden Schulen nicht unvorbereitet. Tags zuvor hatte das Polizeikommissariat Bersenbrück im „Bersenbrücker Kreisblatt“ Fahrradkontrollen überall im Dienstbezirk angekündigt. Außerdem ist diese Überprüfung in der Burgmannstadt jedes Jahr kurz vor dem ersten Advent angesetzt, wie immer auf Initiative des Präventionsrates und in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Bersenbrücker Land.

Zehn Beamte im Einsatz

Als um viertel nach sieben die ersten Schüler mit dem Rad das Artland-Gymnasium ansteuern, hat die Polizei bereits Position bezogen. Zehn Beamte sind im Einsatz, sie stehen auf dem Bürgersteig und schauen die Straße entlang. Der erste Schwarm von Radfahrern nähert sich – und er ist von Weitem gut zu erkennen. Die Beleuchtung funktioniert. „Sehr gut“, sagt Henrik Marten, Leiter der Polizeistation Quakenbrück. Doch kaum ist die Gruppe an ihm vorbeigefahren, entdeckt er doch noch einen „Schwarzfahrer“: Das Rücklicht eines Radlers funktioniert nicht. „Hallo, du da auf dem blauen Fahrrad! Hältst du bitte einmal an“, spricht Marten den Jungen an. Der stoppt, ahnt wohl schon, warum und wird zum wenige Meter entfernt stehenden Polizeibus geleitet. Dort hat sich schon eine Schlange gebildet, denn hier inspizieren Martens Kollegen die Fahrräder genau, die bei der Sichtkontrolle auffielen.

Brief an die Eltern

Der häufigste Fall ist eine nicht funktionierende Beleuchtung. Die Beamten notieren die Mängel in einem Brief an die Eltern. Bis Mitte Dezember haben die Ertappten nun Gelegenheit, das Fahrrad verkehrstüchtig zu machen und bei der Polizeistation vorzuzeigen. Es bleibt bei dieser Verwarnung, Geld kostet es noch nicht. „Heute Gelb, morgen Geld“, lautet die Aktion an diesem Morgen. 20 Euro hätte das den Fahrer im Normalfall gekostet.

Technik weniger anfällig

Etwa 250 Fahrräder hätten die Beamten an beiden Tagen in Quakenbrück kontrolliert, wie Harald Nehls, Präventionsbeauftragter der Polizei Bersenbrück, hinterher bilanziert. Etwa 50 Räder waren nicht verkehrssicher, weil Vorder- oder Rücklicht nicht funktionierten, manchmal sogar beides nicht. Trotz der ertappten Lichtmuffel hat Nehls das Gefühl, dass die regelmäßigen Kontrollen langsam ein Umdenken bewirken. „Es wird besser“, sagte er, im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der unsicheren Räder etwas zurückgegangen. „Das liegt auch an der Technik: Nabendynamos sind weniger anfällig, die neue Lichttechnik in den Leuchten geht nicht so schnell kaputt.“

Marten: Eltern sollten ein Vorbild sein

Diesen Eindruck hat auch Henrik Marten. Wie Harald Nehls hält der Leiter der Polizei Quakenbrück Fahrradkontrollen für notwendig. „Uns kommt es darauf an, darauf hinzuweisen, dass Radler ohne Licht sich und andere gefährden“, macht er klar. Sein Appell geht an die Eltern, dafür zu sorgen, dass die Räder ihrer Kinder verkehrssicher sind. „Eltern sollten hier ein Vorbild sein.“

Um Ausreden nicht verlegen

Alle Jahre wieder hören sich die Polizeibeamten auch die immer gleichen Ausreden an. „Das ist gar nicht mein Fahrrad“ oder „Vorhin funktionierte die Beleuchtung aber noch“ gehörten zu den Top 10 der Ausreden, so Hendrik Marten und Harald Nehls.


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