Keine Übernahme der Architektenkosten Kirchenkreis legt Kehrtwende bei Kita-Projekt in Quakenbrück hin

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Auf der früheren Bahnfläche in Quakenbrück soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Das Areal liegt im Sanierungsgebiet. Foto: Christian GeersAuf der früheren Bahnfläche in Quakenbrück soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Das Areal liegt im Sanierungsgebiet. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Der Kirchenkreis Bramsche übernimmt nicht mehr die Architektenkosten für den Neubau der Kindertagesstätte in Quakenbrück. Dieser Rückzug hat für die Samtgemeinde Artland Konsequenzen: Sie braucht nun einen neuen Architekten und einen neuen Träger.

Gut ein Jahr nach der Entscheidung des Artländer Samtgemeinderates, den Kirchenkreis Bramsche mit der Trägerschaft der geplanten Kindertagesstätte in der Stadt Quakenbrück zu betrauen, hat das Projekt in der Planungsphase einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Der Kirchenkreis, der zunächst erklärt hatte, die Architekturkosten für den Neubau zu übernehmen, zog seine mündliche Zusage inzwischen zurück.

Knappe Mehrheit im Artländer Rat stimmte dafür

Rückblick: Die Samtgemeindeverwaltung hatte dem Artländer Rat im Dezember 2017 die Vergabe der Trägerschaft an den Kirchenkreis empfohlen, weil dieser auch für die Architektenleistungen aufkommen wollte. Der Rat stimmte mit 18:17-Stimmen für diese Vorgehensweise: SPD, Linke und Grüne waren dafür, CDU, FDP und UWG Badbergen dagegen.

Samtgemeinde bleibt Bauherr, Suche nach neuem Träger

„Das ist eine unglückliche Geschichte“, stellte Daniel Thäsler, stellvertretender Fachbereichsleiter in der Artländer Samtgemeindeverwaltung, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie und Vereine fest. Nun müssten so schnell wie möglich „rechtssichere Entscheidungen getroffen werden, um die begonnene Planung fortzuführen“. Thäsler schlug vor, dass die Samtgemeinde Artland wie bisher Bauherr der Kindertagesstätte auf der ehemaligen Bahnbrache bleibt und die Baukosten komplett übernimmt. Der Neubau selbst sei nicht infrage zu stellen, weil das dort vorgesehene Angebot an Betreuungsplätzen ab 2020 gebraucht werde, verwies er auf die Erhebungen der Samtgemeinde. Die Vergabe der Trägerschaft sollte nach seinen Worten im ersten Halbjahr 2019 geklärt werden. Der Ausschuss folgte diesem Vorschlag einstimmig.

Kopmeyer: Diskussion über Verantwortlichkeiten im Rat

„Das ist ein Fiasko“, kommentierte Dirk Kopmeyer (CDU) den Rückzug des Kirchenkreises Bramsche. Vor einem Jahr habe seine Fraktion eine „rechtssichere Vergabe“ eingefordert. Die Samtgemeindeverwaltung habe damals mitgeteilt, dass die vorgesehene Vergabe der Trägerschaft an den Kirchenkreis und dessen Zusage, die Architektenleistungen zu übernehmen, möglich sei. „Offenbar sind die Dinge aber nicht auf den Punkt gebracht und endgültig geklärt worden“, kritisierte er. Dabei nahm Kopmeyer Daniel Thäsler ausdrücklich von der Kritik aus: „Der muss die Suppe auslöffeln, die ihm andere eingebrockt haben.“ Kopmeyer kündigte an, dass „darüber im Samtgemeinderat noch zu reden sein wird“. Der CDU-Ratsherr sprach sich dafür aus, dass die Samtgemeinde Artland als Bauherr auftritt und bei der Vergabe der Trägerschaft an die bisherigen Partner denke. Er gehe davon aus, dass Politik, Verwaltung und Arbeitskreis Kindertagesstätten trotz allem „ein vernünftiges Ergebnis“ erzielen.

Beckmann: Auf gegebene Worte verlassen

So sieht der Entwurf für eine Kindertagesstätte auf dem Bahngelände in Quakenbrück aus. Ob die Kita tatsächlich so gebaut wird, ist zurzeit offen. Quelle: Entwurf: Florian Gösling/Amt für Bau- und Kunstpflege Osnabrück/Evangelisch-lutherische Landeskirche HannoversGrafik/NOZ/Heiner Wittwer

„Ja, das ist dumm gelaufen“, sagte Gerd Beckmann (SPD). „Wir haben uns auf die Worte verlassen, die gegeben wurden.“ Auf deren Basis sei viel Zeit und Energie in den Neubau der Kita gesteckt worden. Die Samtgemeinde habe angesichts der Nachfrage nach Kita-Plätze vor einem Jahr reagieren müssen. Johannes Jordan (Grüne) forderte, bei der Vergabe der Trägerschaft alle zu berücksichtigen, die ein Angebot machen. Wolfgang Becker (CDU) sah die Samtgemeinde in der Rolle des Bauherrn gut aufgehoben, „das zeigt sich beim Bau der Oberschule“. Das sah auch Uwe Duchow (UWG Badbergen) so.


Der Kita-Neubau

Im Dezember 2017 beschloss der Artländer Rat, die Trägerschaft für die neue Kindertagesstätte in Quakenbrück an den Kirchenkreis Bramsche zu vergeben. Als Standort wählte die Samtgemeinde, die als Bauherr auftritt, das Bahngelände. Nach der Besichtigung mehrerer Kitas legte das Kirchenamt Osnabrück den Fraktionen im Mai einen Raumplan vor, den die Fraktionen nach einigen Anpassungen annahmen. Danach ermittelte das Kirchenamt die Kosten für die Kita mit vier Gruppen, die sich auf rund 3,1 Millionen Euro summierten. Weitere 600.000 Euro würde die Gestaltung des Außengeländes kosten. Mitte Oktober teilte der Kirchenkreis Bramsche der Samtgemeinde mit, dass er an seinem Angebot, die Architektenkosten zu übernehmen, nicht mehr festhalten könne. cg

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