Vermehrte Geschwindigkeitskontrollen Kein Tempo 30 in der Bremer Straße in Quakenbrück

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Zu schnell sind viele Autos auf der viel befahrenen Bremer Straße unterwegs. Dort sollen künftig vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Eine Tempo-30-Zone wird es auf der Ausfallstraße aber nicht geben. Foto: Mirko NordmannZu schnell sind viele Autos auf der viel befahrenen Bremer Straße unterwegs. Dort sollen künftig vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Eine Tempo-30-Zone wird es auf der Ausfallstraße aber nicht geben. Foto: Mirko Nordmann

Quakenbrück Die Grünen-Fraktion im Quakenbrücker Stadtrat machen sich dafür stark, dass die zulässige Durchfahrtgeschwindigkeit auf der Bremer Straße (Kreisstraße 134) auf 30 km/h gesenkt wird. Im zuständigen Ausschuss für Soziales, Jugend und Kultur fand ihr Antrag allerdings keine Mehrheit.

Gleich zu Beginn der Sitzung am Mittwochabend wies eine Anwohnerin der Bremer Straße erneut auf die starke Belastung der Anlieger durch das hohe Verkehrsaufkommen hin. „Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt“, klagte sie.

Schon in der September-Sitzung des Ausschusses hatte Eckhard Schiffer für die Grünen eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der Bremer Straße gefordert und die Einrichtung einer Tempo-30-Zone beantragt. Daraufhin hatte er von der Verwaltung die Antwort erhalten, dass das rechtlich nicht möglich sei, weil es sich bei der Bremer Straße um eine Kreisstraße handele, für die der Landkreis zuständig ist.

Auch diesmal hatte Verwaltungsmitarbeiterin Brigitte Lampe schlechte Nachrichten für Eckhard Schiffer und die Anlieger der Bremer Straße. Jüngste Zählungen und Messungen hätten keine besonderen Auffälligkeiten ergeben. Die registrierten Unfälle seien zudem überwiegend Wildunfälle gewesen. Die Reduzierung der Durchfahrtsgeschwindigkeit auf 30 km/h sei daher rechtlich nicht möglich. Allerdings, so Lampe, hätten die Geschwindigkeitsmessungen gezeigt, dass die meisten Autos auf der Bremer Straße zu schnell unterwegs sind. Daher sei mit dem Landkreis vereinbart worden, dass dort verstärkt kontrolliert wird. „Da bleiben wir am Ball“, versicherte Lampe.

Damit wollte sich Eckhard Schiffer nicht zufriedengeben. Eine Querschnittserhebung auf Grundlage von Unfallzahlen, Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeiten erfasse nicht das Gefährdungspotenzial der Straße. Gerade wenn sich zwei entgegenkommende Autos begegnen, werde der Platz für die Fahrradfahrer eng. „Das Risiko ist da“, warnte Schiffer.

Unterstützung bekam Schiffer von Andreas Maurer (Die Linke). Er wolle nicht erst handeln, nachdem etwas Schlimmes passiert sei, signalisierte Maurer Zustimmung für den Grünen-Antrag.

Ablehnend äußerten sich die Ratsvertreter von CDU, SPD und FDP. Emma Weiss (CDU) riet dazu, den Empfehlungen von Polizei und Behörden zu vertrauen. Thomas Fisse von der SPD sah „keine konkrete Gefährdung“. Die Bremer Straße sei eine der bestausgebauten Straßen in Quakenbrück. Für Manfred Neebuhr (FDP) war klar, dass die Gefahr auf der Bremer Straße von rasenden Autofahrern ausginge. Daher schlug er vor, ein Radargerät zur Geschwindigkeitskontrolle anzuschauen, um Raser zur Kasse zu bitten. Den Vorschlag fanden auch Fisse und Weiss nicht schlecht, allerdings gab Brigitte Lampe zu Bedenken, dass so ein Gerät gut 100.000 Euro kosten würde. Spontan schlug Neebuhr vor, stattdessen eine Ampelanlage und einen Zebrastreifen einzurichten, um den Autoverkehr auszubremsen.

Fahrbahn wird im Frühjahr erneuert

Schlecht informiert zeigte sich übrigens der Kreistagsabgeordnete Andreas Mauer über geplante Straßenbaumaßnahmen des Landkreises an der Bremer Straße. Den Hinweis von Emma Weiss (CDU), dass der Landkreis an der Bremer Straße demnächst bauen wolle, wies Maurer rüde als falsch zurück.

Sehr wohl soll aber die Fahrbahn der Bremer Straße erneuert werden – und zwar von der Fußgängerampel an der Einmündung der Straße „Große Hartlage“ bis zur Grenze zum Landkreis Cloppenburg. „Die Arbeiten werden im nächsten Frühjahr durchgeführt und sehen auch den barrierefreien Ausbau einer Bushaltestelle sowie das Einfügen eines Fahrbahnteilers vor, der einen Beitrag leisten soll, den Ortseingang zu betonen und für eine abbremsende Wirkung zu sorgen“, teilte Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff an Anfrage der Redaktion mit.

Über mögliche Maßnahmen ortseinwärts habe es diverse Abstimmungsgespräche gegeben, um nach Möglichkeiten zu suchen, die Verkehrsgeschwindigkeit zu reduzieren. Dabei kämen in erster Linie nur psychologisch wirkende Maßnahmen im Randbereich infrage, die optisch zu einer Einengung des gesamten Straßenquerschnitts führten, so Riepenhoff. Davon betroffen wären beispielsweise die Parkspuren, die in der Baulast der Stadt und nicht des Landkreises liegen. Weitere Vorkehrungen seien laut Riepenhoff im Zusammenhang mit dem Anschluss des geplanten Baugebietes „Hartlage“ denkbar.


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