Schuldenberg wächst um das 25-Fache Menslage will 905.000 Euro für Grunderwerb ausgeben

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Im Jahr 2018 will die Gemeinde Menslage entgegen ursprünglicher Planung doch einen Kredit aufnehmen. Um Grunderwerb tätigen zu können, will sie 905.000 Euro in die Hand nehmen.  Symbolfoto: Patrick Seeger/dpaIm Jahr 2018 will die Gemeinde Menslage entgegen ursprünglicher Planung doch einen Kredit aufnehmen. Um Grunderwerb tätigen zu können, will sie 905.000 Euro in die Hand nehmen. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Menslage. Die Gemeinde Menslage wird in diesem Jahr ihre Investitionen verdreifachen, von ursprünglich 400.000 auf 1,1 Millionen Euro. Weil sie Grunderwerb tätigen will, muss sie dafür kräftig Schulden machen. Die Schulden steigen zwar von 33.600 auf 864.000 Euro, ein Grund zu Besorgnis besteht aber nicht.

Einstimmig hat der Rat der Gemeinde Menslage in seiner jüngsten Sitzung einen Nachtragshaushalt beschlossen. Die darin vorgesehene Kreditaufnahme von maximal 837.000 Euro will die Gemeinde für den Grunderwerb verwenden. „Das sind Beträge, die wir in dieser Höhe nicht gewohnt sind“, merkte Gunda Bluhm an. Die Leiterin der Menslager Gemeindeverwaltung erntete zustimmendes Nicken am Ratstisch, als sie das aktualisierte Zahlenwerk präsentierte. Auch Bürgermeister Jürgen Kruse (SPD) hatte zuvor angemerkt, dass es sich dabei um „eine Riesensumme handelt, die kein Pappenstiel für uns ist“. Bisher habe Menslage stets sparsam gewirtschaftet „und hat lange keinen Kredit aufgenommen“.

Kruse: Wichtig, um Gemeinde weiterzuentwickeln

Dennoch: Der geplante Grunderwerb, der sich nicht alle Tage ergebe und mit 905.000 Euro zu Buche schlage, sei wichtig für Menslage. „Wir brauchen solche Flächen, um die Kommune zukünftig weiterzuentwickeln“, machte er deutlich. Wenn irgendwann einmal neues Bauland ausgewiesen werden solle, sei es von großem Vorteil, wenn die Gemeinde Tauschflächen vorhalten könne. In der heutigen Zeit würden Landwirte ihre Flächen eher tauschen denn verkaufen. Zurzeit liege das Verhältnis bei etwa 1:3, heißt es in der Erläuterung zum Nachtragsetat.

Straßenausbau wird ins Jahr 2019 verschoben

Um die Investition zu finanzieren, streicht die Gemeinde Menslage zwei Vorhaben, die 2018 ursprünglich umgesetzt werden sollten. Der Ausbau der Straße Herberger Zuschlag mit Gesamtkosten von 195.000 Euro wird ins nächste Jahr verschoben, weil erst dann feststeht, ob Menslage mit einem Zuschuss aus dem Zile-Programm rechnen kann. Einsparen kann die Gemeinde hier ihren Eigenanteil in Höhe von 75.000 Euro. Um 20.000 Euro kürzt sie den Ansatz bei der geplanten Erweiterung des Parkplatzes in der Dorfmitte. Auf der anderen Seite werden 905.000 Euro für Grunderwerb eingestellt.

Kredit nicht in voller Höhe erforderlich

Bürgermeister Jürgen Kruse geht davon aus, dass der eingeplante Kredit von maximal 837.000 Euro „wohl nicht in voller Höhe ausgeschöpft werden muss“, zumal Menslage auch noch über Rücklagen verfüge. „Das ist der Höchstbetrag, wir werden ganz sicher darunter bleiben“, ergänzte Gunda Bluhm.

Schulden steigen von 33.600 auf 864.000 Euro.

Mit dieser Entscheidung schnellt der Schuldenberg der Artlandgemeinde in ungewohnte Höhen. Ende 2017 summierten sich die Verbindlichkeiten auf exakt 33.663 Euro. Das ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 13,60 Euro. Ende 2018 hat Menslage einer Berechnung zufolge dann 864.271 Euro Schulden, jeder Einwohner „trägt“ 349,34 Euro – wenn der Kredit in voller Höhe in Anspruch genommen würde. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert aller Mitgliedsgemeinden im Landkreis Osnabrück (Stand 2016) liegt bei 568 Euro, der Landesdurchschnitt für Gemeinden unter 3000 Einwohner (Stand 2015) bei 151 Euro.


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