Einstimmiges Ratsvotum Quakenbrück will Netz aus Fahrradstraßen schaffen

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Auch Quakenbrücks Geschäftsstraße, die Lange Straße, wird in das Netz von Fahrradstraßen eingebunden. Das soll in einem zweiten Schritt geschehen, beschloss der Stadtrat. Fotomontage: Christian GeersAuch Quakenbrücks Geschäftsstraße, die Lange Straße, wird in das Netz von Fahrradstraßen eingebunden. Das soll in einem zweiten Schritt geschehen, beschloss der Stadtrat. Fotomontage: Christian Geers

Quakenbrück. Quakenbrück, die „Radstadt des Nordens“, will in zwei Schritten Fahrradstraßen in der Innenstadt ausweisen. Damit folgt die Stadt einer Empfehlung von Verkehrsexperten. Der Stadtrat steht einstimmig hinter dem Pilotprojekt.

hne lange Diskussion beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, den von der Verwaltung vorgelegten Fahrradleitplan in die Tat umzusetzen. Schon in seinem 2017 vorgelegten Verkehrsentwicklungskonzept hatte das Planungsbüro Schubert aus Hannover den Verantwortlichen geraten, in der Burgmannstadt Radlern auf bestimmten Straßen Vorrang einzuräumen.

Umsetzung in zwei Schritten

Das Ziel der Neuordnung: Auf diese Weise könnten die größten Fahrradströme in der Innenstadt gebündelt werden. Die Hauptrouten des Radverkehrs – zum Beispiel die Wege zu den Schul- und Sportstätten – können nach der Straßenverkehrsordnung als Fahrradstraße ausgewiesen werden, wenn Radler „die vorherrschende Verkehrsart“ sind. Das wäre bei den Schulwegen mehrmals täglich der Fall.

Die Vorgehensweise: In einem ersten Schritt soll die erste Fahrradstraße vom Schwarzen Weg/Ecke Wilhelmstraße über Schiphorst, Kleine Mühlenstraße bis Ecke Theodor-Gessner-Straße, Theodor-Gessner-Straße bis zur Goldstraße reichen, ebenfalls als Fahrradstraße ausgewiesen werden Theisstraße, Heckenweg, Jahnstraße sowie die Straße Am Deich. Bei der Umsetzung will die Stadt ein Planungsbüro zurate ziehen, um Markierungs- und Beschilderungspläne erarbeiten zu lassen. „Das soll sofort geschehen“, erläuterte Stadtdirektor Claus Peter Poppe in der Ratssitzung. Schritt Nummer zwei sieht vor, weitere Straßen in das Netz aus Fahrradstraßen einzubinden. Dazu gehören Lange Straße, Farwicker Straße, Hasestraße, Burgstraße und die Straße An der Rückleitung. Experten sollen der Verwaltung Vorschläge für eine korrekte Beschilderung und Markierung unterbreiten.

Zustimmung aus den Ratsfraktionen

Hinzuziehen will die Stadt außerdem die Meinung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der Initiative Quakenbrück (IQ) sowie der Anlieger. Die Stadt geht davon aus, dass die Fahrradstraßen auch dazu beitragen könnten, „das Zentrum der Stadt (Lange Straße) „möglicherweise touristisch und wirtschaftlich wieder nutzer- und familienfreundlich“ zu gestalten.

Das sagt der Rat: „Das können wir voll unterstützen“, sagte Bernd Stöver (CDU) mit Blick auf die Werbung als Radstadt. Andreas Henemann (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte den Schritt ebenfalls, es sei eine Chance, dem Radverkehr Vorrang einzuräumen.

Eine Übersicht über die geplanten Tempo-30-Zonen und Fahrradstraßen in der Stadt Quakenbrück Quelle: 23 Aug 2018 © Stepmap, 123map / Daten: OpenStreetMap, Lizenz ODbL 1.0 / Grafik: Heiner Wittwer/NOZ

„Wer Radstadt sagt, muss auch Radstadt leben“, forderte Bod Giddens: Der SPD-Ratsherr wies darauf hin, dass die Fahrradstraßen nur ein Teil einer Strategie seien. Er forderte Rat und Verwaltung auf, das auch offensiv „nach außen zu erklären“. Tempo-30-Zonen, Lkw-Lenkungskonzept und Fahrradstraßen – „das gehört alles zusammen“, so Giddens.


Was sind Fahrradstraßen?

Seit 1997 sieht die Straßenverkehrsordnung (StVO) die Einrichtung von Fahrradstraßen vor. Auf Fahrradstraßen gilt für alle Verkehrsteilnehmer die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h. Allerdings genießen Radler Priorität – sie bestimmen die Geschwindigkeit und dürfen auch nebeneinander fahren. Autos dürfen nur dann überholen, wenn ausreichend Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Fahrradstraßen können auch für den Kfz-Verkehr gesperrt werden. In der Regel können Fahrradstraßen in beiden Richtungen benutzt werden.cg

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