500 Jahre altes Fachwerkhaus saniert Quakenbrücker mit Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet

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Den Preis für Denkmalpflege überreichten Bernd Heinemann (rechts) und Michael Heinrich Schormann an Michael Abeln. Mit dabei (von links): Wiebke Dreeßen, Lars Pfeilsticker, Elisabeth Sieve und Paul Gärtner. Foto: Christian GeersDen Preis für Denkmalpflege überreichten Bernd Heinemann (rechts) und Michael Heinrich Schormann an Michael Abeln. Mit dabei (von links): Wiebke Dreeßen, Lars Pfeilsticker, Elisabeth Sieve und Paul Gärtner. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Michael Abeln hat das Fachwerkhaus an der Langen Straße wieder zu einem Schmuckstück in der historischen Quakenbrücker Altstadt gemacht. Sein Einsatz für das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert ist ein weiteres Mal belohnt worden.

24 Denkmale zwischen Ems und Elbe zeichnet die Niedersächsische Sparkassenstiftung 2018 mit dem Preis für Denkmalpflege aus. Zum 17. Mal würdigt die Stiftung damit das private Engagement, das Eigentümer für den Erhalt historische Bauwerke aufbringen. Unter den Preisträgern ist auch der Quakenbrücker Michael Abeln, der sich über eine Urkunde und eine Anerkennung in Höhe von 2500 Euro freuen durfte.

Bedeutendes Baudenkmal

„Wir haben seit 1991 immer einen Preis bekommen“, freute sich auch Bernd Heinemann. Mit „wir“ meinte der Vorstandsvorsitzende die Kreissparkasse Bersenbrück, in dessen Geschäftsbereich in den vergangenen Jahrzehnten einige bedeutende Baudenkmale prämiert worden seien. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Lars Pfeilsticker und Michael Heinrich Schormann, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, schaute er sich bei der Preisverleihung in dem sanierten Fachwerkhaus an der Langen Straße 40 mit der auffällig schmalen Giebelfassade, gegenüber von Rathaus und Marktplatz gelegen, um. Eigentümer Michael Abeln, der das Haus 2012 gekauft und zwei Jahre später mit der Restaurierung begonnen hatte, stand den Gästen Rede und Antwort. Auch Wiebke Dreeßen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Oldenburg und Elisabeth Sieve von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Osnabrück erläuterten als Expertinnen die Besonderheiten des Hauses.

Bau war in „ziemlich entstelltem Zustand“

Das heutige Schmuckstück habe sich in den 1970er-Jahren in einem „ziemlich entstellten Zustand“ befunden, „die Bausubstanz war miserabel“, berichtete Dreeßen. Das Haus, 1509 gebaut, sei 1738 und 1840 erweitert worden. „Hier kann man die bauliche Entwicklung ablesen“, erläuterte sie. Die einschneidendsten Veränderungen seien in der Neuzeit vorgenommen worden, als im Erdgeschoss große Schaufenster eingebaut und der Eingang schräg zur Straßenecke angelegt worden seien. Respekt und Anerkennung zollte sie Michael Abeln, der einen „langen Atem“ bei der mehrjährigen Sanierung bewiesen und die Fehlgriffe der Vergangenheit beseitigt habe. Nach Meinung der Jury besitzt das Fachwerkhaus heute wieder seine ruhige, geschlossene und dezent gegliederte Fassade.

Heinemann: Baustein zum Erhalt der niedersächsischen Denkmallandschaft

„Von solchen Denkmalen können wir viel lernen. Wir sehen, wie Menschen gelebt und gearbeitet haben, sie bilden das kulturelle Gedächtnis“, sagte Michael Heinrich Schormann. Für ihn war die Preisübergabe eine der letzten in seiner inzwischen 31-jährigen Amtszeit als stellvertretender Stiftungs-Geschäftsführer. Die Auszeichnung privater Bauherren sei die richtige Entscheidung gewesen, bilanzierte er. Bernd Heinemann stimmte ihm zu: „Sie alle stellen einen wichtigen Baustein zum Erhalt der niedersächsischen Denkmallandschaft dar.“

Älteste Schenke und Herberge der Stadt

Im Erdgeschoss eröffnet in Kürze das Restaurant „Anno 1510“. Betreiber Mirza Ceric will seine Gäste mit klassischen deutschen Spezialitäten verwöhnen, die aber modern interpretiert werden sollen. Damit werde das Haus wieder so genutzt wie vor einem halben Jahrhundert. 1583 sei es als „älteste Schänke und Herberge der Stadt“ bezeichnet worden, sagte Michael Abeln.


Preis für Denkmalpflege

Den „Preis für Denkmalpflege“ lobt die Niedersächsische Sparkassenstiftung seit dem Jahr 1986 aus. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Seither hat die Stiftung nach eigenen Angaben rund eine Million Euro an private Bauherren ausgeschüttet. In diesem Jahr ist der Preis mit 75.000 Euro dotiert. Es gibt 17 Denkmale, die mit einem Preis bedacht werden, weitere sieben erhalten eine Belobigung. In den vergangenen Jahren sind nach den Worten von Sparkassen-Chef Bernd Heinemann rund 62.000 Euro in Bauwerke im Geschäftsgebiet der Kreissparkasse Bersenbrück geflossen. cg

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