Auf dem inneren Ring Mehrheit im Quakenbrücker Rat für Tempo-30-Zonen

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Auf dem inneren Ring in der Stadt Quakenbrück soll es nun Tempo-30-Zonen geben. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Symbolfoto: dpa/Bernd WüstneckAuf dem inneren Ring in der Stadt Quakenbrück soll es nun Tempo-30-Zonen geben. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Symbolfoto: dpa/Bernd Wüstneck

Quakenbrück. Auf dem inneren Ring in der Stadt Quakenbrück wird die Geschwindigkeit schrittweise auf 30 km/h reduziert. Eine Mehrheit im Stadtrat hat die Einrichtung von Tempo-30-Zonen gegen die Stimmen von CDU und FDP durchgesetzt.

Nach gut 20-minütiger Aussprache hakte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung ein Thema ab, über das sowohl die Fraktionen als auch die Mitglieder im Sozialausschuss stundenlang diskutiert hatten: Auf dem inneren Ring zwischen Auf-und Abfahrt der Bundesstraße 68 und dem Kreisel Badberger Straße sollen Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden. Mit 14 Jastimmen bei elf Neinstimmen erhielt die Verwaltung den Auftrag, alles Nötige zu veranlassen.

Umsetzung inzwei Schritten

Der Beschluss gliedert sich in zwei Punkte: In einem ersten Schritt soll Tempo 30 in der St.-Annen-Straße, in der Friedrich-Ebert-Straße und in der Wilhelmstraße (bis zur Fußgängerampel) eingeführt werden. Ein Planungsbüro soll die erforderlichen Pläne für Verkehrszeichen und Beschilderungen für diese Zone erarbeiten. Außerdem sollen sich Verkehrsexperten die weiteren Straßen des inneren Rings (Wilhelmstraße, Bahnhofstraße, St. Antoniort und Badberger Straße) anschauen und Vorschläge erarbeiten, wie hier rechtlich und fachlich abgesichert weitere Tempo-30-Zonen eingerichtet werden können. Damit verbunden ist die Änderung der Vorfahrtsregelung auf „rechts vor links“. Allerdings: An unübersichtlichen Stellen – dazu gehört die Einmündung der Straße Schiphorst in die Wilhelmstraße oder die Kreuzung Lange Straße/Friedrich-Ebert-Straße/St.-Annen-Straße/Farwickstraße – kann die bestehende Regelung erhalten bleiben.

CDU befürchtet Ausweichen auf Lange Straße

In der Debatte vor der Abstimmung machte Dagmar Schönfeld (CDU) nochmals auf die Bedenken ihrer Fraktion aufmerksam. Tempo 30 auf dem inneren Ring werde dazu führen, dass der Verkehr dann auf die Lange Straße ausweiche. Auch mit der Änderung der Vorfahrtsregelung auf „rechts vor links“ könne sich die CDU nicht anfreunden.

Schiffer: Das ist keine Alternative

„Was stützt Ihre Annahme?“, hakte Eckhard Schiffer (Bündnis 90/Die Grünen) nach. „Wenn ich Fieber habe, messe ich“, merkte er an und stellte Ergebnisse eigener Testfahrten zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten vor. Sein Fazit: Trotz 30 km/h seien Autofahrer auf dem inneren Ring immer noch schneller unterwegs als bei Fahrten durch die Lange Straße.

SPD fordert „mehr Mut“

„Tempo 30 gehört auf den inneren Ring. Das macht eine moderne Stadt aus“, sagte Bob Giddens. Für die SPD-Fraktion stehe fest, dass die Geschwindigkeitsreduzierung die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auf den Straßen erhöhe, vor allem aber der Lärm reduziert werde. Das verbessere die Lebensqualität der Anwohner. Unglücklich sei die mit Tempo-30-Zonen verbundene „Rechts-vor-links“-Regelung, „aber damit müssen wir leben“, forderte er von seinen Ratskollegen „mehr Mut“ in dieser Frage.

Schiffer: Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Während Manfred Neebuhr (FDP) sich wie die CDU dagegen aussprach, habe die Fraktion Die Linke sich „nach langen Überlegungen aus voller Überzeugung“ für die Tempo-30-Zonen entschieden. „Das ist eine gute Entscheidung“, sagte Andreas Maurer. Die Schlussbemerkung fiel Eckhard Schiffer zu: „Der Menschen muss in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt werden.“


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