Mehrheit für Ideenwettbewerb Quakenbrücker Rat will beste Lösung für Bahnbrache

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Auf dem nördlichen Teil des früheren Bahnbetriebsgeländes plant die Stadt Quakenbrück eine Wohnbebauung. Welche Möglichkeiten es dort gibt, soll ein Wettbewerb klären. Foto: Marcel BrockschmidtAuf dem nördlichen Teil des früheren Bahnbetriebsgeländes plant die Stadt Quakenbrück eine Wohnbebauung. Welche Möglichkeiten es dort gibt, soll ein Wettbewerb klären. Foto: Marcel Brockschmidt

Quakenbrück . Bei der Suche nach Konzepten für die geplante Wohnbebauung auf dem nördlichen Teil des früheren Bahngeländes ist die Stadt einen Schritt weiter. 2019 soll es einen städtebaulichen Ideenwettbewerb geben. Kriterien und Vorgaben will der Stadtrat in der Dezember-Sitzung beschließen.

Das vom Sanierungsträger Baubecon vorgeschlagene Investorenauswahlverfahren für die geplante Bebauung auf dem nördlichen Teil der Bahnbrache ist endgültig vom Tisch. Stattdessen hat sich der Quakenbrücker Stadtrat mehrheitlich für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgesprochen. CDU, FDP, Grüne und Linke votierten in der jüngsten Sitzung dafür, die SPD hatte vergeblich für das Investorenauswahlverfahren geworben.

Bauausschuss zunächst für Architektenwettbewerb

Der Ende August im Bauausschuss von der CDU angeregte und damals von allen Ratsfraktionen – zunächst auch der SPD – favorisierte Architektenwettbewerb ist damit ebenfalls kein Thema mehr. Der Sanierungsträger Baubecon hatte Anfang September in einer Stellungnahme deutlich gemacht, dass diese Form des Wettbewerbs nicht möglich sei. Zwingende Voraussetzung sei, dass es einen Bauherrn gebe, denn der Architektenwettbewerb sei mit einem Auftragsversprechen verbunden. Den gebe es noch gar nicht, außerdem sei es „sehr schwer bis unmöglich“, einen Investor für den prämierten Entwurf zu finden, der die Pläne umsetzt. Die Kosten für den Wettbewerb – dazu gehören die Preisgelder – gab die Baubecon mit rund 363.000 Euro an.

Städtebaulicher Rahmenplan macht Vorgaben

Die Beratungen im Bauausschuss und auch die Diskussion im Stadtrat machten deutlich, dass sich alle Fraktionen eine „qualitativ hochwertige Bebauung“ auf der Bahnbrache wünschen. Der Tenor: Wirtschaftliche Aspekte dürften nicht im Vordergrund stehen, sondern einzig und allein die städtebauliche Qualität. Es gelte, „Quakenbrücks neue Mitte“ zu einem Vorzeigeviertel zu machen. Eine erste grobe Festlegung im städtebaulichen Rahmenplan sieht für den nördlichen Teil der Bahnbrache zwischen Stellwerk Mitte und Fußgängertunnel vier Wohnhöfe vor. In den Gebäuden mit maximal drei Geschossen und einer Höhe von höchstens zehn Metern sollten Wohnungen zwischen 50 und 100 Quadratmeter für ein bis fünf Personen entstehen: insgesamt also bis zu 120 Wohneinheiten für bis zu 250 Menschen.

Verwaltung schlägt städtebaulichen Ideenwettbewerb vor

Zur jüngsten Ratssitzung hatte die Stadtverwaltung anstelle von Investorenauswahlverfahren und Architektenwettbewerb einen städtebaulichen Ideenwettbewerb vorgeschlagen. Damit erhofft sich die Stadt möglichst viele Ideen und Konzepte für die geplante Wohnbebauung, um eine Auswahl zu haben. Dazu muss der Stadtrat allerdings die Wettbewerbsbedingungen genau formulieren, also aufzählen und beschreiben, welche Kriterien für die gewünschte Bebauung gelten und welche Vorgaben verbindlich sind.

Anfang 2019 könnte der Wettbewerb starten

Das soll dem Ratsbeschluss zufolge im Herbst der Ausschuss für Planen und Bauen zusammen mit dem Sanierungsträger Baubecon und dem städtebaulichen Berater, der Architektengesellschaft Ahrens und Pörtner, übernehmen. Dann sind die Inhalte der Auslobung zu formulieren, über die der Stadtrat im Dezember entscheidet. Anfang 2019 könnte der Wettbewerb dann starten.


Auf der Suche nach dem richtigen Weg

In der bisherigen Diskussion rund um die geplante Wohnbebauung auf der Bahnbrache waren verschiedene Verfahren im Gespräch. Eine Übersicht:

Investorenauswahlverfahren: Das bedeutet, dass die Stadt mit dem Gelände an den Markt geht. Sie sucht einen Käufer, der außerdem verpflichtet ist, die Vorgaben der Stadt für die zu bauenden Wohnhöfe umzusetzen. Interessierte Investoren müssen ein Konzept vorlegen, das den städtebaulichen, energetischen und wohnungspolitischen Anforderungen gerecht wird, aber letztlich auch vermarktbar sein muss. Den Zuschlag würde bei diesem Verfahren der Investor erhalten, der das überzeugendste Konzept präsentiert, jedoch nicht derjenige, der den höchsten Verkaufspreis zu zahlen bereit ist.

Architektenwettbewerb: Ein anderes Instrument für die Suche nach dem optimalen und besten Konzept für eine Wohnbebauung wäre ein Architektenwettbewerb. Auslober ist der Bauherr. Er macht detaillierte Vorgaben für die zu bauenden Objekte. Ein Preisgericht entscheidet hinterher und vergibt Preise und Anerkennungen. Die Wettbewerbssumme richtet sich nach der Höhe des Honorars für die Vorplanung. Außerdem erhält der Gewinner die Zusage, dass sein Entwurf umgesetzt wird (Auftragsversprechen). Der Unterschied zum Investorenauswahlverfahren: Der Architekt des preisgekrönten Siegerentwurfs ist höchstwahrscheinlich nicht der Investor.

Städtebaulicher Wettbewerb: Hierbei handelt es sich um einen Planungswettbewerb, bei dem die Stadt Vorgaben macht für die gewünschte Bebauung. Der Auslober erhofft sich eine Vielzahl von Vorschlägen. Auch dieser Wettbewerb kostet Geld. Ein Investor müsste hinterher noch gesucht werden.cg

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