Stadt arbeitet an Handlungskonzept Quakenbrück programmiert das „Navi“ für die Zukunft

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Fünf Ziele hat die Stadt Quakenbrück für die laufende Diskussion über ihr strategisches Handlungskonzept bereits definiert. Daraus ergeben sich weitere Handlungsschwerpunkte. Grafik: Heiner Wittwer/NOZFünf Ziele hat die Stadt Quakenbrück für die laufende Diskussion über ihr strategisches Handlungskonzept bereits definiert. Daraus ergeben sich weitere Handlungsschwerpunkte. Grafik: Heiner Wittwer/NOZ

Quakenbrück. Welche Ziele und Themen sind in den kommenden Jahren wichtig für Quakenbrück? Welche Schwerpunkte soll die Stadt setzen? Antworten erhoffen sich Rat und Verwaltung in den kommenden Wochen auch von den Bürgern. Es geht um den Kompass für die nächsten Jahre.

Nichts ist beständiger als der Wandel: Die Stadt Quakenbrück arbeitet seit einiger Zeit an einem strategischen Handlungskonzept, das die Herausforderungen und Ziele für die kommenden Jahre beschreiben soll. Ähnlich wie das Strategiepapier der Samtgemeinde Artland soll es auflisten, welche Themen in der Kommunalpolitik eine Rolle spielen sollen.

Die fünf Ziele, die bisher formuliert wurden, fassen alle Themen zusammen, die für die Stadt Quakenbrück von Bedeutung sind. Sie reichen von Wirtschaft und Verkehr über Stadtentwicklung und Sozialpolitik bis hin zu den Finanzen der Kommune.

Fünf Ziele festgelegt

Das Ziel „Sozialen Zusammenhalt fördern und stärken“ beschäftigt sich zum Beispiel mit dem demografischen Wandel, einem Handlungsschwerpunkt, aus dem sich weitere Vorhaben ableiten lassen: Barrierefreiheit und Angebote für alle Generationen. Das Ziel „Wirtschaftliche Entwicklung stärken“ widmet sich Handel, Handwerk und Gewerbe in Quakenbrück, wie und wo Firmen in Zukunft angesiedelt werden könnten. Gleichwohl geht es auch um das kulturelle Angebot in der Stadt und um den Tourismus.

Das Ziel „Natürliche Lebensgrundlagen bewahren“ nimmt Natur und Umwelt in den Fokus. Es geht um den Klimaschutz und die Frage, was die Stadt dazu beitragen kann. Vorstellbar wäre eine Senkung des Energieverbrauchs durch eine energetische Sanierung von Altbauten und eine Nutzung erneuerbarer Energien. Die Ausweisung von Bauland und die Verbesserung der Infrastruktur sind Handlungsschwerpunkte des Ziels „Stadtentwicklung zukunftsorientiert steuern“. Aber auch die Verkehrspolitik ist hier angesiedelt, die derzeit intensiv in der Stadt diskutiert wird. Wie lässt sich die Situation der Radler und Fußgänger auf den Straßen verbessern, und auf welchem Weg ist das zu erreichen? Braucht es zur Steuerung der Mobilität in Zukunft ein engeres Netz im öffentlichen Personennahverkehr? Auch hier hofft die Stadt auf Anregungen aus der Bevölkerung.

Das fünfte und letzte Ziel – „Haushalt nachhaltig konsolidieren und steuern“ – ist erfahrungsgemäß das trockenste Thema. Jedes Jahr stehen Rat und Verwaltung vor der Frage, welche Ausgaben mit den begrenzten Einnahmen bei gleichzeitiger Schuldentilgung finanziert werden sollen. Die Herausforderung ist, mit dem zur Verfügung stehenden Budget verantwortungsvoll umzugehen, keine neuen Schulden zu machen, kurzum, mit geringem Einsatz möglichst viel zu erreichen.

Poppe: Wichtige Grundlage für den Stadtrat

Für Stadtdirektor Claus Peter Poppe ist das strategische Handlungskonzept eine „wichtige Grundlage für die künftige Arbeit des Stadtrates“. Es beinhalte grundsätzliche und langfristige Ziele, verliere aber auch langfristige Vorhaben und Schwerpunkte nicht aus den Augen. „Das hilft, unsere Arbeit in einen schlüssigen Zusammenhang zu stellen.“ Im Klartext: Manche Ziele mögen sich beim ersten Lesen ziemlich abstrakt anhören, „im Einzelnen lassen sich aber konkrete Handlungsschwerpunkte definieren, die sich wiederum im Haushalt wiederfinden“. Nach den Vorstellungen des Verwaltungschefs könnte der Stadtrat in seiner Dezember-Sitzung das Strategiepapier verabschieden. Gelten solle es „mindestens bis 2021“, dann endet die Amtszeit des aktuellen Stadtrates, schlägt er vor.

Workshop mit Fraktionen und Verwaltung

In einem Workshop haben Vertreter aus Rat und Verwaltung diese fünf Schwerpunkte definiert und aus diesen erste einzelne Vorhaben abgeleitet. Das bedeutet: Manches Projekt wird später im Haushaltsplan der Stadt berücksichtigt. „Das war eine sehr produktive Sitzung“, berichtet Stadtdirektor Claus Peter Poppe im Gespräch mit unserer Redaktion. Für den Verwaltungschef ist das strategische Handlungskonzept eine „wichtige Grundlage für die künftige Arbeit des Stadtrates“. Es beinhalte grundsätzliche und langfristige Ziele, verliere aber auch langfristige Vorhaben und Schwerpunkte nicht aus den Augen. „Das hilft, unsere Arbeit in einen schlüssigen Zusammenhang zu stellen.“ Im Klartext: Manche Ziele mögen sich beim ersten Lesen ziemlich abstrakt anhören, „im Einzelnen lassen sich aber konkrete Handlungsschwerpunkte definieren, die sich wiederum im Haushalt wiederfinden“.

Ratsentscheidung im Dezember?

Nach den Vorstellungen von Stadtdirektor Claus Peter Poppe könnte der Stadtrat in seiner Dezember-Sitzung das Strategiepapier verabschieden. Gelten solle es „mindestens bis 2021“, dann endet die Amtszeit des aktuellen Stadtrates, schlägt er vor.

Bürgerversammlung am Mittwoch, 19. September

Der aktuelle Stand des Diskussionsprozesses ist auf der Homepage der Samtgemeinde Artland (www.artland.de) abzurufen. Es erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. „Wir wollen es nun den Bürgern vorstellen, sie sollen mitdiskutieren und ihre Anregungen und Vorschläge äußern“, ergänzt Stefan Fröhlich, Fachbereichsleiter Finanzen und Organisation. Gelegenheit dazu besteht in einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 19. September, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Quakenbrück.

Anregungen, Idden und Vorschläge bis 30. September möglich

Bis Sonntag, 30. September, können interessierte Bürger das Handlungskonzept auf der Internetseite der Samtgemeinde Artland studieren. Anregungen, Änderungswünsche, Kritik und Kommentare nimmt die Verwaltung schriftlich oder per E-Mail entgegen. Diese werden dann in das aktuelle Diskussionspapier eingearbeitet und schließlich den politischen Gremien vorgelegt. Am Ende fällt der Stadtrat eine Entscheidung.


Antrag der SPD-Fraktion

Die Anregung, ein strategisches Handlungskonzept für die Stadt Quakenbrück zu erarbeiten, hatte die SPD-Fraktion im Stadtrat um März 2016 eingebracht. Diesem Vorstoß stimmten alle Fraktionen zu. Der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Finanzen stieß die Debatte an, die Verwaltung unterbreitete Vorschläge für mögliche strategische Ziele. Nach der Kommunalwahl 2016 stellte der neue Stadtrat das Thema zunächst zurück. Nun soll das strategische Handlungskonzept bis Jahresende formuliert und verabschiedet werden. cg

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