Am 8. und 9. September 2018 23 historische Gebäude im Artland öffnen ihre Türen

Von Alexandra Lüders

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Quakenbrück/Menslage. Am 8. und 9. September 2018 öffnen wieder 23 historische Gebäude in Quakenbrück und Umgebung beim Kulturschatz Artland „live“ ihre Türen für interessierte Besucher.

Wer ein altes Haus besitzt, weiß, wie viel Sachverstand, Liebe zum Detail und Geld es braucht, um dieses zu restaurieren und bewohnbar zu machen. Im Jahre 2004 wurde der Monumentendienst gegründet, der Haus- und Hofeigentümer dabei unterstützt, alte Baukultur zu bewahren.

Heute betreut der Monumentendienst (MD) 1600 historische Gebäude in der Weser-Ems-Region. Davon profitiert auch das Artland mit seinen einzigartigen Fachwerkensembles aus verschiedenen historischen Epochen. Am 8. und 9. September 2018 wird hier zu den Tagen des offenen Denkmals der Kulturschatz Artland „live“ geöffnet, um die aufs Feinste restaurierten Baudenkmale Interessierten zu präsentieren.

Wie man historische Türen wieder restauriert

Schon in den vergangenen Jahren engagierte sich der heutige Inspektor des MD Horst Ubben aus Menslage an den Denkmalstagen mit viel Zeitaufwand und originellen Ideen. In diesem Jahr ist er im Auftrag des Monumentendienstes auf dem Hof Averesch in Cappeln-Elsten unterwegs, hat aber in Kooperation mit seinem Arbeitgeber in der alten Schule Borg (Menslage) diesen Sommer einen Workshop zum Thema „Instandsetzung historischer Türen“ für 21 Teilnehmer aus dem Artland und dem Oldenburger Münsterland organisiert.

Nach einer theoretischen Einführung vom Landesdenkmalpfleger i.R. Hermann Schiefer zur Geschichte, Bedeutung und den vielfältigen stilistischen Erscheinungsformen von Türen erlernten die Teilnehmer im praktischen Teil handwerkliche Grundtechniken und befassten sich mit verwendeten Holzarten, Farbschichten und Profilen. Welche Möglichkeiten sich bieten, wussten die Inspektoren des Monumentendienstes, Horst Ubben und Martin Schiebe, fachkundig und anschaulich zu vermitteln. Während Ubben über die holzhandwerklichen Besonderheiten historischer Türen referierte, informierte Schiebe über Vergoldungen, Fassungen und Lasuren. Der theoretische Schulungsteil erfolgte in dem alten Borger Schulraum, in dem die alte Bestuhlung im poppigen Stil der 70er-Jahre wieder aufgestellt worden war.

In Ubbens angrenzender Werkstatt zeigten die Experten an diversen Modellen das Know-how der praktischen Restauration. „Die Teilnehmer waren mit großer Begeisterung bei der Sache und scheuten auch keine weiten Wege, um am Workshop teilnehmen zu können“, resümierte Ubben zufrieden. Besonderen Anklang fand sein „Dialog“ mit einer unrestaurierten Tür aus der frühen Biedermeierzeit, deren bewegte Biografie die Teilnehmer zu vielen Kosmetikvorschlägen animierte. Ubben verdeutlichte an diesem Modell den idealistischen Wert dieser alten Tür, die von 1820 bis 1912 in einem Müllerhaus ihren Dienst getan hatte.

Die Tür soll dem Haus ein Gesicht geben

Denn gerade bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude empfahlen die Experten, den kompletten Austausch historisch wertvoller Türen zu vermeiden, denn diese ließen sich bei hervorragender Holzqualität meistens reparieren. Das Erscheinungsbild einer Tür werde bestimmt vom Material, seiner Verarbeitung und der Oberflächenbehandlung. Darüber hinaus spielten auch die Proportionierung und Aufteilung eine wesentliche Rolle. Haustüren prägten das Bild eines Gebäudes und wurden in früheren Jahrhunderten oft mit viel Aufwand angefertigt. Bei einer Restaurierung sollte daher nach besten Möglichkeiten die ursprüngliche Gestalt der Tür erhalten bleiben, so die Inspektoren.

Wie Herman Schiefer anhand von digitalen Aufnahmen zeigte, haben sich die Haustüren im Laufe der Zeit von einfachen Brettkonstruktionen mit ausgefeilten Steckverbindungen zu opulenten Kunstschätzen entwickelt. Außer der Schutzfunktion sollten sie den Hauseingang schmücken und dem Haus ein Gesicht geben. Dazu gehörten dekorative Oberlichter, Glasfenster, Schnitzwerke und Willkommenssprüche – geprägt vom jeweiligen epochalen Stil.


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