Serie „Die Kunden und ich“ Leiterin der Tourist-Info: Das sind die Geheimtipps in Quakenbrück

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Despina Rohdewald leitet die Tourismus-Information in Quakenbrück. Foto: Tourismus-InformationDespina Rohdewald leitet die Tourismus-Information in Quakenbrück. Foto: Tourismus-Information

Quakenbrück. Bedienungen, Ärzte, Müllmänner, Kassierer – in unserem Alltag haben wir immer mal wieder mit ihnen zu tun, doch selten machen wir Kunden uns darüber Gedanken, wie wir auf sie wirken. Wir haben daher einmal nachgefragt. Teil 18: bei der Tourismusinformation.

Despina Rohdewald leitet die Tourismus-Information in Quakenbrück. Im Interview spricht sie über Ärger mit Falschparkern, Veränderungen im Reiseverhalten und Geheimtipps in der Stadt.

Frau Rohdewald, an welche kuriose Anfrage eines Kunden können Sie sich erinnern?

Es hat schon mehrere kuriose Anfragen gegeben. Einmal ist es vorgekommen, dass ich jemanden beim Beantragen der Arbeitslosenhilfe unterstützen sollte. (Weiterlesen: Autoverkäufer über Rabatte, esoterische Kunden und einen Todesfall)

Wie haben Sie reagiert?

Ich habe den Antrag natürlich nicht ausgefüllt.

Kommt es häufiger vor, dass Leute zur Tourist-Information kommen und etwas von Ihnen verlangen, für das Sie gar nicht zuständig sind?

Ja, das passiert schon recht häufig. Wir könnten hier ein Reisebüro führen – viele Leute wollen irgendwo hinfliegen oder benötigen Auskünfte über Bus- und Bahnverbindungen. Natürlich schauen wir die eine oder andere Verbindung nach und geben Pläne raus. Aber manchmal müssen wir die Kunden dann auch an ein Reisebüro verweisen. (Weiterlesen: Quakenbrücker DJ über Helene Fischer, betrunkene Gäste und coole Küsse)

Welche Art von Touristen finden Sie besonders anstrengend?

Man muss die Menschen schon mögen. Grundsätzlich versuchen wir hier natürlich jedem weiterzuhelfen.

Welche Menschen besuchen Quakenbrück?

Wir haben viele Einzelreisende, Gruppen, Familien und viele niederländische Gäste. Wenn auf der Autobahn Stau ist, kommen oft Menschen zufällig über Land nach Quakenbrück und entdecken dann die Stadt, die sie bisher nicht kannten. Wir haben auch viele Gruppen, wie zum Beispiel Heimatvereine, Kegelclubs und die Landfrauen, hier, die Aktivurlaub machen oder die Kultur des Artlandes entdecken möchten. Und natürlich gibt es viele Radfahrer. Es führen zwei regionale und rund zehn überregionale Radrouten durch Quakenbrück. Viele, die hier erst einmal „nur“ durchradeln, sehen unsere schöne Innenstadt. Der erste – manchmal auch nur kurze Eindruck – reicht, um wiederzukommen und etwas länger zu bleiben. (Weiterlesen: Quakenbrücker Juwelierin über Reiseklobürsten und dreistes Feilschen)

Was zeichnet Quakenbrück Ihrer Einschätzung nach besonders aus?

Vor allem die Fachwerkhäuser, von denen es hier allein 130 gibt. Hinzu kommt, dass das Artland generell sehr schön und touristenfreundlich ist.

Gibt es auch Stellen in der Stadt, die Sie nicht so schön finden?

Falls es solche Stellen gäbe, würden die Touristen nicht daran vorbei kommen.

Wie sehr haben sich die Wünsche der Touristen in den vergangenen Jahren verändert?

Das Reiseverhalten hat sich verändert. Die Touristen machen sich mehr Gedanken über ihre Reiseplanung, lieben aber trotzdem die Spontaneität. Die heutigen Touristen wollen flexibel bleiben, wenn es um die Buchung geht, egal ob im Voraus oder kurzfristig gebucht. Ich denke, das hat mit der kommunikativen Mobilität zu tun. Das Verhalten der Konsumenten hat sich in Richtung online verlagert. Sie wollen flexibel bleiben und Raum für spontane Aktivitäten lassen.

Inwiefern beeinflusst das Ihre Arbeit?

Man muss mehr Angebote bereithalten, die sowohl für die Spontanen als auch für die Planer attraktiv sind.

Welcher Merchandise-Artikel ist der absolute Renner in Quakenbrück?

Vor allem unsere Quakenbrück-Tassen und unsere Baumwolltasche „Kulturschatz Artland“ sind sehr beliebt.

Haben Sie bestimmte Geheimtipps für die Touristen parat – also Ecken, die sehr lohnenswert sind, obwohl sie nicht viele kennen?

Das Artland hat viele wunderschöne große und kleine Gärten. Einige davon wurden im Prospekt „Schöne Gärten im Artland“ vom Verein ARTour zusammengefasst. Ansonsten ist ein Spaziergang entlang der Hase bis zur Sohlengleite immer wieder schön, egal zu welcher Jahreszeit. Und unser Stadtmuseum ist ein echter Geheimtipp.

Kommt es vor, dass Touristen sich im Vorfeld so gut über Quakenbrück informiert haben, dass sie sogar mehr wissen als Sie?

Bisher nicht. Hier in der Region kenne ich mich schon ganz gut aus. Und wenn wir im Büro mal etwas nicht wissen, schauen wir nach oder wir fragen jemanden, der es wissen könnte. Da gibt es einige in der Umgebung. (Weiterlesen: Ankumer Fahrlehrer über Handys, Nervosität und das Chaos in Osnabrück)

Welche negativen Erfahrungen haben Sie in Ihrem Job bislang gemacht?

Wirklich negative Erfahrungen hatte ich bis vor Kurzem nicht gemacht. Letzte Woche hat sich das geändert. Ein Falschparker, der einen Strafzettel bekam, meinte, dass wir dafür verantwortlich wären und das nicht touristenfreundlich sei.

Können Sie sich demgegenüber an eine besonders positive Erfahrung aus den vergangenen Jahren erinnern?

Positiv ist es immer, wenn die Leute zurückkommen und Feedback geben. Viele machen sich auch die Mühe und schreiben uns in einer E-Mail, was ihnen hier gefallen hat, oder machen Verbesserungsvorschläge. Wir haben immer ein offenes Ohr, egal ob Lob oder Kritik. Das ist sehr wichtig für uns, denn nur so können wir auch etwas verändern. (Weiterlesen: Fürstenauer Florist über Valentinstage und verzweifelte Männer)

Gibt es Stammkunden, die jedes Jahr nach Quakenbrück kommen?

Wir haben viele Stammkunden. Gäste, die hier ihren Urlaub verbracht haben, kommen oft mit einer Gruppe wieder nach Quakenbrück zurück. Und es gibt viele Busunternehmen, mit denen wir bereits seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeiten.

Was stört Touristen denn an Quakenbrück? Gibt es einen Kritikpunkt, der häufiger vorgebracht wird?

Mir sind keine wiederholt vorgebrachten Kritikpunkte bekannt. Im Gegenteil, viel mehr höre ich lobende Worte in Bezug auf die Freundlichkeit der Menschen und die Sauberkeit der Quakenbrücker Innenstadt und im Artland allgemein.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Ich arbeite gerne in der Tourismusbranche. Ich selbst liebe es, zu reisen. Auch wenn man nicht selbst verreist, kommt durch die Arbeit immer ein gewisses Urlaubsgefühl auf. Die Touristik bietet viele spannende und vielseitige Arbeitsbereiche. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Leistungsträgern und Institutionen macht mir Spaß. Das Spannende an meinem Job ist, dass ich morgens nicht weiß, was mich den Tag über erwartet. Eine volle Tourismus-Information oder der Anruf eines Kunden kann meine Tagesplanung schon beiseiteschieben, da ich spontan für etwas eine Lösung finden muss. Wichtig ist, dass die Grundeinstellung stimmt. Also die Affinität zum Reisen sowie die Dienstleistungsorientierung. (Weiterlesen: Quakenbrücker Friseurin über den Vokuhila, nervöse Bräute und Hygiene)


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