Forstbegehung Kommunale Wälder in der Samtgemeinde Artland in gutem Zustand

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Artland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Quakenbrück. Stadt Quakenbrück und Samtgemeinde Artland verfügen über rund 231 Hektar Wald. Hermann Böhnisch hat 28 Jahre lang diesen Besitz gepflegt. Ein letztes Mal begleitete der Revierförster die Kommunalpolitiker bei der Forstbegehung.

Raus aus dem Rathaus, hinein in die Natur: Einmal im Jahr inspizieren die Mitglieder des Quakenbrücker Stadtrates und des Artländer Samtgemeinderates den nicht unbeträchtlichen Waldbesitz der beiden Kommunen. Um den ist es ganz gut bestellt.

Dreistündige Führung

Stets war es Hermann Böhnisch, zuständiger Bezirksförster des Niedersächsischen Forstamtes Ankum, der die Politiker durch Wald und Flur führte. In diesem Sommer war es für ihn das letzte Mal. Im Herbst geht er wie auch Forstamtsleiter Ulrich Zeigermann, der die gut dreistündige Führung der 30-köpfigen Delegation begleitete, in den Ruhestand.

Naturschutzprojekt in der Quakenbrücker Mersch

In der Quakenbrücker Mersch sahen sich die Ratsmitglieder zunächst ein besonderes Naturschutzprojekt an. Dort weiden Zwergzebus auf einer gut acht Hektar großen Fläche mitten im Wald. Sie halten die Wiese schön kurz. Das robuste Weidevieh hat mit der spartanischen Landschaft keine Probleme, auch nicht mit der sehr rauen Nahrung – außer Gras wachsen in dem Gebiet nur Büsche und Sträucher. Diese Rinderrasse sei ideal für diese Pflege, erläuterte Böhnisch. Es sei gewollt, dass an dieser Stelle kein Wald wachse, sondern ein besonderer Lebensraum erhalten bleibe.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Einige Hundert Meter davon entfernt erläuterte der Bezirksförster die nachhaltige Waldbewirtschaftung in der Samtgemeinde Artland, dessen Waldbestand stets zwischen zehn und elf Prozent liege. Wie gut sich Eichen in vier, fünf Jahren entwickeln können, wenn das Nährstoffangebot im Boden überdurchschnittlich ist, zeigte er in an Eichen. Die waren bei der Pflanzung zwischen 1,20 und 1,50 Meter groß, heute sind sie um mehr als die Hälfte gewachsen. Ein Hauptziel bei der Bewirtschaftung sei auch der langfristige Waldumbau, weg vom Nadelwald und hin zum Laubwald, so Böhnisch. Das sei an dieser Stelle geschehen.

Stadtwald hat auch Erholungsfunktion

Ein ökologisches Kleinod ist auch der Quakenbrücker Stadtwald an der Landwehr, in dem nicht nur kapitale Eichen und Buchen wachsen, „sondern alle möglichen Mischungen“ mit Bergahorn, Hainbuchen, Fichten, Birken, Lärchen. „Die Erholungsfunktion der Landwehr steht an erster Stelle“, machte Hermann Böhnisch deutlich. Gleichwohl sei diese Fläche eine Art „Multifunktionswald“, es würden Fichten und Douglasien in einem überschaubaren und vertretbaren Maß gefällt und verkauft. Böhnisch erläuterte den Ratsmitgliedern auch den Wandel in der Waldbewirtschaftung. Noch vor 60 Jahren sei es wichtiger gewesen, auf die Nachfrage auf dem Markt zu reagieren. Heute hingegen spielten ökologische Aspekte eine viel größere Rolle. Und so kommt es, dass zum Beispiel Eichen mit mächtig verzweigter Krone als sogenannte Habitatbäume in den Wäldern stehen bleiben, weil sie ein schöner Anblick sind. Als Möbelholz kommen solche Stämme wegen ihres Wuchses oft nicht infrage.

Auch Totholz eine Zierde für den Wald

Schmunzelnd berichtete Hermann Böhnisch von den Vorstellungen mancher Zeitgenossen, dass ein Stadtwald in ihren Augen eine stets aufgeräumte Fläche sein müsse, Totholz unbedingt entfernt gehöre. „20 Kubikmeter Totholz pro Hektar sollten schon erhalten bleiben“, erklärte er. Das sei ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere, aber kein Brennholz für den Kamin.

Waldbesitz in gutem Zustand

Das Fazit: Die Wälder der Stadt und der Samtgemeinde befinden sich in einem guten Zustand. Die Hitze des Sommers hat dem Bestand nicht geschadet, weil es keine Erstaufforstungen gab, die wegen Wassermangels hätten vertrocknen konnten. Für das kommende Jahr seien keine Holzeinschläge vorgesehen, so Böhnisch. Er wie auch Ulrich Zeigermann bedankten sich bei der Abschlussbesprechung für das gezeigte Interesse und das entgegen gebrachte Vertrauen. Gemeinsam sei es gelungen, den Wald nachhaltig zu entwickeln. Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe und Quakenbrücks Bürgermeister Matthias Brüggemann verabschiedeten die beiden Mitarbeiter des Forstamtes Ankum nach dieser für sie letzten Forstbegehung. Zu Ehren von Bezirksförster Hermann Böhnisch, der fast drei Jahrzehnte die kommunalen Wälder in der Samtgemeinde Artland gepflegt hat, soll im Herbst eine Eiche in der Quakenbrücker Landwehr gepflanzt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN