Üben für den Ernstfall Quakenbrücker Soldaten beim Nato-Manöver in Norwegen

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Quakenbrück. 40.000 Soldaten aus 30 Nato- und Partnerstaaten proben beim Nato-Manöver „Trident Juncture“ in Norwegen für den Ernstfall. Allein 8000 Soldaten entsendet die Bundeswehr. Mit dabei sind auch 30 Soldaten des Versorgungs- und Instandsetzungszentrum (VIZ) Sanitätsmaterial Quakenbrück.

In der Artland-Kaserne in der Quakenbrücker Neustadt steht alles bereit. Auf einem großen Platz reiht sich Container an Container. Überall auf dem Gelände stehen Lastwagen und Anhänger, die darauf warten, beladen zu werden. Die Nato-Übung „Trident Juncture“ (zu Deutsch: Dreizackiger Verbindungspunkt) findet zwar erst vom 25. Oktober bis 7. November statt, doch schon in der kommenden Woche bricht der Quakenbrücker Konvoi auf gen Norden. Erst Anfang Dezember kehrt die Einheit zurück in die Heimat.

Ab Emden per Schiff

Die 30 Soldaten aus Quakenbrück reisen mit großem Gepäck. Mit 23 Lastwagen, 22 Anhängern, 64 Containern und einem Kran geht es vom Artland aus zunächst nach Emden und dann von dort mit dem Schiff weiter in die südnorwegische Seehafenstadt Frederikstad.

In Norwegen sollen die Soldaten aus Quakenbrück zwei Apotheken einrichten, durch die im Ernstfall die Versorgung der Truppe mit Sanitätsmaterial und Medikamenten sichergestellt wird. Kernstück ist der Basis-Versorgungspunkt Sanitätsmaterial, der weit hinter der fiktiven Front errichtet werden soll. Weiter vorne an der Kampflinie wird der Unterstützungspunkt Sanitätsdienst aufgebaut.

„Wir richten uns modular ein“, erklärt Flottenapotheker Wilfried Fellmann, der seit zehn Jahren den Bundeswehr-Standort Quakenbrück leitet. So lasse sich der Basisversorgungspunkt je nach der Anzahl der zu versorgenden Soldaten problemlos vergrößern, ohne den Grundkörper des Versorgungspunktes übermäßig zu verändern. Der Grundkörper, der aus einem Zelttunnel, Apothekencontainern, zwei Containern für die Medizintechnik und einem weiteren Container für die Sauerstofferzeugungsanlage besteht, könne im Bedarfsfall um mehrere Zelte erweitert werden, um mehr Lagerkapazität zu schaffen.

Beim Nato-Manöver in Norwegen proben die Sanitätslogistiker und Apotheker aus Quakenbrück aber nicht die Realversorgung der Truppen. „Da finden keine Kriegsschauspiele statt. Das ist eine reine Verlege- und Aufbauübung“, betont Fellmann. Dennoch werde man die Zeit in Norwegen zum Üben nutzen. Vorrangiges Ziel sei zu prüfen, „welche Fähigkeiten wir haben, welche Lücken wir haben und was wir brauchen“, sagt der Flottenapotheker.

„Top ausgestattet“

Die meisten der aus Quakenbrück entsendeten Soldaten haben in Mali, Afghanistan oder im Kosovo bereits Auslandserfahrung gesammelt. Die Einheit Sanitätsmaterialversorgung Einsatz oder die „grüne Apotheke“ des VIZ Quakenbrück wird allerdings erstmals geschlossen an einen Einsatzort verlagert, erklärt Leutnant Kevin Falk, der seit mehr als 18 Monaten mit der Planung des Manövereinsatzes beschäftigt ist.

Nun ist die Zeit der Vorbereitung vorbei. Standortleiter Wilfried Fellmann ist sich sicher, dass die Quakenbrücker Einheit „top ausgestattet“ sei. „Wir haben einen komplett neuen Fuhrpark bekommen.“ Auch die Zelte sind neu. In Norwegen wird sich nun zeigen, ob das neue Material den Anforderungen wirklich standhält und somit für den Ernstfall geeignet ist. „Wir sehen das von der praktischen Seite“, sagt Fellmann.

„Trident Juncture“ ist eines der größten Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges – vielleicht sogar das größte. Mit 8000 Soldaten zählt die Bundeswehr zu den größten Truppenstellern bei der Übung in Norwegen, weil die Bundeswehr zu Beginn des kommenden Jahres für zwölf Monate die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernimmt.

Dann steht auch das VIZ in Quakenbrück ein Jahr lang für die Nato als Apotheke und die Einheit Sanitätsmaterialversorgung Einsatz auf Stand-by. Im Ernstfall bleibt Fellmann und seinen Mitarbeitern jedoch nicht so viel Vorbereitungszeit. Dann muss die Einheit innerhalb von fünf Tagen bereit sein zur Abreise.


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