Festakt im Artland-Gymnasium Quakenbrücker Schüler gute Botschafter für Europa

Von Bernard Middendorf

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Artland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Quakenbrück. „Freiheit, Recht und Menschenwürde müssen wir immer verteidigen“, sagte Hans-Gert Pöttering bei der Verleihung des von ihm gestifteten Europapreises. Die Auszeichnung ging an mehr als Schüler des Artland-Gymnasiums und der Oberschule Artland, die diese Werte durch den Austausch mit der polnischen Partnerstadt Dobre Miasto vorleben.

Stephan Keppler, Schulleiter des AGQ, begrüßte in der voll besetzten Aula Ehrengäste aus dem öffentlichen Leben und die Schüler als Hauptpersonen. Stellvertretend auch für seinen Amtskollegen Hendrik Tenorth von der OBS Artland gab er seiner Freude über die große Resonanz dieses von einem Schüler-Lehrer-Bläserensemble musikalisch umrahmten Europatages Ausdruck. Ludger Figura, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Artland-Gymnasium, ermutigte die anwesenden Schüler, sich zu bewerben. Er erklärte Intention und Ziele des Preises, der für intensive Auseinandersetzung mit der europäischen Thematik, besonderes demokratisches oder soziales Engagement für gemeinsame europäische Grundwerte, außerdem für den Abbau von Vorurteilen und Verdienste um Völkerverständigung gestiftet wurde.

Pöttering appelliert an Schüler, auch osteuropäische Sprachen zu lernen

Diese Werte griff Hans-Gert Pöttering auf, erinnerte an den ersten Austausch mit Alençon in den 1960er-Jahren und lobte die Schüler beider Schulen nachdrücklich, die Partnerschaft gerade mit einer polnischen Stadt wie Dobre Miasto intensiviert zu haben. Für ihn sei die Öffnung der Grenze zu Polen 2007 sehr bewegend gewesen. „Schauen wir nicht nur nach Westen, sondern nach Osten“, sagte der Alterspräsident des Europäischen Parlaments und forderte auf, verstärkt osteuropäische Sprachen zu lernen: „Nur wenn man bereit ist zu lernen, ist man auch bereit, sich gegenseitig zu akzeptieren.“

Schüler wollten „neue Menschen und Wege kennenlernen“

Die Schüler seien gute Botschafter, sagte Pöttering bei dem feierlichen Akt und ehrte die Preisträger mit ihren Lehrern Astrid Sickmann, Hubert Schwertmann, Kerstin Ibing-Goncalves und Matthias Kalvelage, bevor Alexander Knue den gemeinsamen Beitrag vorstellte. „Wir wollten neue Menschen und Wege kennenlernen.“ Die Begegnung sei ein tolles Erlebnis für alle gewesen. Der Gastschüler aus New York erinnerte an NS-Zeiten, als sogenannte entartete Musik ausgegrenzt wurde. Mit Austauschen wie diesem könne man nationalistische Denkweise ausmerzen. „America First – das geht nicht“, sagte er unter Beifall, setzte sich ans Klavier und spielte geradezu virtuos ein Stück, das er bereits in Polen wahrlich „mitreißend“ vorgetragen hatte.

Leiter des Goethe-Instituts in Zagreb hält Vortrag

Matthias Müller-Wieferig, Leiter des Goethe-Instituts in Zagreb, trug ausführlich die Situation in den Ländern des früheren Jugoslawien nach den Kriegen in den 1990er-Jahren vor. Er erläuterte Aufgaben und Tätigkeitsfelder des Goethe-Instituts, als dessen Leiter er nach seiner Zeit in Belgrad nun aktuell in Zagreb fungiert. Es gebe noch immer brisante Vorurteile und tiefe Gräben in dem ehemaligen Vielvölkerstaat, aber dass 300.000 Schüler in Kroatien Deutsch lernen, sei einer von vielen Silberstreifen am Horizont.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN