15 Planwagen, 30 Zugtiere, ein Ziel Pferdefreunde Weser-Ems machen Station in Nortrup

Von Bernard Middendorf


Nortrup. Eine Rarität zu bestaunen gab es in den letzten Ferientagen für Spaziergänger und Radfahrer, die die Nortruper Reithalle passierten: 15 Planwagen mit fast 30 Zugtieren standen auf dem Platz. Die „Pferdefreunde Weser-Ems“ waren nach einer Sternfahrt in Nortrup eingetroffen und genossen vor Ort die Gastfreundschaft des Reit- und Fahrvereins, der mit der ihnen einen zünftigen Abschluss feierte.

Auf eine Wagenburg wie im Wilden Westen verzichten die wetterfesten Idealisten, auf Lagerfeuerromantik dagegen nicht. „Wir sind 1987 mit 34 Planwagen und oft bis zu 20 Reitern gestartet“, erzählt Organisator Reinhold Abeln. „Wenn wir heute auf Tour gehen, treffen wir uns mit zwei bis drei Familien an bestimmten Punkten und steuern sternförmig ein Ziel an“.

Unterwegs auf Nebenstrecken

Abeln kommt aus Cloppenburg, andere aus Bissendorf, Wallenhorst, Benstrup und selbst dem 160 Kilometer entfernten holländischen Apeldoorn. „Wir fahren gern auf Nebenstrecken“, sagt Karen Berling aus Venne. Halt gemacht werde an Reit- oder Schützenhallen und auf großen Bauernhöfen. Unterstützung finden sie viel, auch in Nortrup, wie sie dankbar anmerken.

Planwagen ohne Wohnwagenkomfort

Die außen nostalgischen, innen praktischen Planwagen bieten keinen Wohnwagenkomfort, aber das ist auch nicht gewollt. Urwüchsig soll es zugehen. „Für die Pferde brauchen wir nur Wasser. Wir führen Futter mit und sogar Weidezäune“, lacht Reinhold Abeln. 20 Kilometer legen Gruppen am Tag zurück; einzelne schaffen auch mal 40 Kilometer. Mike Nellszen (14) und Jenny Abeln (15) sind die jüngsten Teilnehmer.

Aus Gästen werden Freunde

Noch während des Gesprächs beseitigt eines der Mädchen frische „Äppel“ auf dem Platz. Aus Gästen seien Freunde geworden – und pflegeleicht seien sie auch, betont Inge Sickmann vom Reiterverein Nortrup am Morgen nach der Abschlussfeier. „Nu mööt wi aber los, Jürgen“ verabschiedet sich ein älterer Pferdefreund von der Familie Struckmann. Schnell noch ein „Horrido“ für die junge Schützenkönigin Mia Kettler aus Vörden, bevor sich der Treck wieder in Bewegung setzt.


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