Mit Ausfahrt und Verlosung 27. Oldtimertreffen des Veteranenklubs Artland in Badbergen

Von Bernard Middendorf


Badbergen. Als das letzte „Schnauferl“ den Schützenplatz in Badbergen verlassen hatte, konnten auch die Organisatoren endlich durchschnaufen. Es war alles gutgegangen bei maximalen Außentemperaturen, und das 27. Oldtimertreffen brach sogar Platzrekorde.

„Runde 2000 Leute“ war die vorläufige Schätzung von Ralf Paulsen noch vor der Zählung der verkauften Eintrittskarten. Erleichterung, aber auch Stolz waren ihm und dem Team des Veteranenklubs Artland anzumerken.

Ausgleich für Stress und Hektik

„In der heutigen schnelllebigen Zeit bestimmt der rasante Wandel den Alltag“, hatte Bürgermeister Tobias Dörfler in seinen Grußworten festgestellt. Genau deswegen entstehe ein Trend der bewussten Entschleunigung; immer mehr Menschen suchten Ausgleich für Stress und Hektik in ländlicher Idylle, auch in den Artland-Dörfern. Die Sehnsucht nach Automobilen vergangener Zeiten stehe im Fokus der Oldtimer-Ausstellung. Diese sei ein wichtiger Programmpunkt im Jahreskalender der Gemeinde Badbergen, dankte er den Organisatoren.

Ausfahrt führt 53 Kilometer über Land

Mehr als 30 historische Pkw, ein gutes Dutzend Mopeds und Motorräder – teils mit Beiwagen – sowie chromglänzende Heinkel-Roller starteten am Sonntagmorgen zur Rundfahrt durch das Artland und Südoldenburg. Der Aufbruch am Schützenplatz und die Bewältigung der 53-Kilometer-Tour erfolgen seit jeher in loser Reihe statt in enger Kolonne. So können Zuschauer die Prachtexemplare besser bewundern. Chauffeure und Beifahrer genossen das Atemholen am Essener Autohaus Anneken und die Mahlzeit im „Rheinischen Hof“ in Dinklage.

Marcus Stark aus Ibbenbüren gewinnt Kynast-Mofa

Nicht vom Rhein, sondern von der Mosel kam 2018 der Oldtimerfreund mit der weitesten Anreise, und auch der älteste Teilnehmer war den Veranstaltern einen Sonderpreis wert: Rolf Osterloh steuert mit 83 Jahren sein Gefährt noch immer sicher durch den Verkehr – und zum Badberger Kulttreffen, das mit einem Frühstück und großem Teilemarkt begonnen hatte. Ab diesem Zeitpunkt lief auch der Losverkauf für die reichhaltige Tombola mit vielen gestifteten Preisen, die zum Schluss der Veranstaltung ausgegeben wurden. Eine lange Schicht für die Helferinnen Nicole, Ina und Monique, aber sie versicherten: „Es hat Spaß gemacht.“

Gewinner des ersten Preises – ein fabrikneues Damenfahrrad von der Firma Zweirad Paulsen – wurde ein älterer Herr, aber viel mehr Spannung weckte die Extraverlosung einer original Kynast-Mofa. Ein hörbarer Aufschrei beim Gewinner Marcus Stark aus Ibbenbüren, der die Losnummer 329 in die Höhe hielt und prompt per Lautsprecher geneckt wurde: „Wie soll die in den Kofferraum deines Mustang passen?“ Dafür trat ein anderes Problem gar nicht erst auf: Das motorisierte Vehikel, sprang sofort an. Manfred Schüth, ehemaliger Kynast-Arbeiter aus Essen/Oldenburg, der auch den früheren Werksladen betreut hatte, hatte den entscheidenden Tipp parat: „Das ist eine KML 25 mit Zwei-Gang-Motor, die muss man antreten.“ Beifall beim Publikum, als ein lautes Knattern ertönte.

Fiat 124 Spider trifft Heinkel-Roller „Tourist 103“

Die Liste der Oldtimer erzeugte Rieseninteresse, ob Ford Taunus 12m, MG Midget, VW-Käfer und BMW Isetta, ob Mercedes-Benz-Oldsmobile, Wartburg 3M Coupé oder Fiat 124 Spider, der in den 1960er-Jahren „Halbstarke“ in Verzückung versetzte. Ulrich Hausfeld aus Quakenbrück präsentierte den seltenen Heinkel-Roller „Tourist 103“ (Baujahr 1961, Hubraum 174 Kubikzentimeter) mit 9,5 Pferdestärken. Bei den Easy-Rider-Veteranen gab es Originale wie NSU Max (Baujahr 1956), BMW R25.2 (1953), oder den Methusalem DKW Block 200 (1932) von Gernot Nehmelmann zu bewundern. Am späten Nachmittag waren Sonderpreise an den Mann gebracht, Pokale für alle Teilnehmer ausgegeben und Gewinne verteilt, die „reißenden“ Absatz fanden. Einen besonderen Dank sprach der Veranstalter Veteranenclub Artland den bereitwillig eingesprungenen Kameraden der Badberger Feuerwehr und auch dem DLRG-Team aus.

Fazit: Treue Teilnehmer, staunende Besucher, familiäre Atmosphäre, leckere gastronomische Angebote und glückliche Gewinner – da passten die zufriedenen Mienen der Organisatoren, die das Treffen seit vielen Monaten vorbereitet hatten, natürlich gut ins Bild.


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