330 Jugendliche aus Glane unterwegs Cityspiele in Quakenbrück ohne GPS und Geocaching

Von Bernard Middendorf


Quakenbrück. Eine wahre Invasion, aber keinesfalls eine Plage erlebte am Samstag das Zentrum der Burgmannstadt: Mehr als 300 Jugendliche „überschwemmten“ binnen Minuten Marktplatz, Lange Straße und angrenzende Areale, alle trotz der Tropenhitze gut gelaunt, etliche fantasievoll kostümiert, einige sogar auf Stelzen.

Wer neugierig wurde und nachhakte, bekam prompt Auskunft: Die Schüler waren Bewohner eines Zeltdorfes am Schützenplatz in Badbergen – organisiert vom Team der Kolpingfamilie Glane. Der Lagerleiter macht sich per Megafon bemerkbar. „Wir sind mit 330 Jugendlichen hier“, verrät Betreuer Justin Kemper. Da keimt beinahe der Verdacht auf, dass bestimmte Jahrgänge des Bad Iburger Vororts wohl komplett ausgereist sein müssen: Genau 3237 Einwohner wurden dort bei der letzten Volkszählung ermittelt.

Auf der Suche nach des Rätsels Lösung

Laut, locker und lebhaft, aber trotzdem rücksichtsvoll geht es zu, als die Jugendlichen ausschwärmen zu einem City-Spiel, das ganz ohne digitale Technik auskommt. Sie müssen gemeinsam verkleidete Lagerbewohner aufspüren und ihnen Informationen abjagen, die nur zusammengesetzt einen Sinn ergeben – und die Chance auf Preise eröffnen. Da steigen Erinnerungen an Schnitzeljagd oder Schatzsuche hoch.

Acht Tage ohne Handy

Das macht spürbar Spaß, auch wenn dahinter keine ortsbasierten Spiele wie Pokemon Go oder Geocaching stecken. „Smartphones durften wir nicht mitnehmen, das war vorher Bedingung“, erzählt Jule, die mit Freundinnen ihre Füße im Becken des Europabrunnens kühlt. Acht lange Tage ohne Handy – kann man das wirklich überleben? „Das geht ganz gut, weil niemand eins dabei hat“, kommt spontan die Antwort. Ein Modell, das sicherlich auch für andere Vereine, Ausflugs- oder Urlaubsgruppen einen Versuch wert wäre – übrigens nicht nur für jugendliche Teilnehmer.


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