Teilnahme an bundesweiter Studie Quakenbrücker Einzelhändler testen Lastenrad im Alltag

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Der erste Testpilot: Einzelhändler Christian Eckholt testet einen Monat lang das Lastenrad im Arbeitsalltag. Foto: Moritz Jacobsen/Initiative QuakenbrückDer erste Testpilot: Einzelhändler Christian Eckholt testet einen Monat lang das Lastenrad im Arbeitsalltag. Foto: Moritz Jacobsen/Initiative Quakenbrück

Quakenbrück. Die Initiative Quakenbrück (IQ) hat sich erfolgreich um die Teilnahme am bundesweiten Projekt „Ich entlaste Städte“ beworben. Drei Mitglieder testen nacheinander ein Lastenfahrrad als Alternative zu den Transportmitteln Auto oder Bulli.

Die Initiative Quakenbrück hat bis Ende September drei Testfahrer in ihren Reihen. Christian Eckholt, Inhaber des Spielwarengeschäfts Dingsbums, Lukas Hartmann (Firma Elektro Lampe) und Eva-Maria Hönigs (Firma Ebbrecht) nehmen für jeweils einen Monat an einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) teil. Dessen Institut für Verkehrsforschung hat das Projekt „Ich entlaste Städte“ ins Leben gerufen .

Alternatives Transportmittel

An dem bundesweiten Praxistest können nach DLR-Angaben Unternehmen und öffentliche Institutionen teilnehmen. 150 Lastenräder mit 23 Modellen werden dabei gegen eine Mietgebühr von einem Euro pro Tag an die Teilnehmer verliehen, die sich zuvor bewerben mussten. Während der Testphase dokumentieren die Teilnehmer ihre Erfahrungen mit dem Transport von Lasten. Von Interesse ist dabei auch, wie und wofür die Firmen die Räder im Alltag einsetzen. Die bundesweit erhobenen Daten der Fahrer sollen später helfen, herauszufinden, für welche Lasten und welche Branchen diese alternativen Transportmittel besonders geeignet sind.

Box fasst 200 Liter

Dass in der Stadt Quakenbrück ein Lastenrad der Marke „Douze Cycles“ – ein Pedelec mit einer geräumigen 200-Liter-Aluminiumbox, 2,40 Meter lang, 63 Zentimeter breit, 52 Kilogramm schwer – unterwegs ist, ist das Verdienst von Moritz Jacobsen. Der Projektmanager der Initiative Quakenbrück und zuständig für das Projekt „Radstadt des Nordens“, hatte die Bewerbung im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht.

Christian Eckholt erster Testfahrer

Seit 10. Juli ist das Lastenfahrrad eines französischen Herstellers in der Burgmannstadt unterwegs. Erster Testfahrer des Pedelecs – das sind Fahrräder mit Elektroantrieb, die höchstens 25 km/h schnell sein dürfen – ist für einen Monat Christian Eckholt, der das Rad mit dem Schriftzug „Ich entlaste Städte“ auf der Box für Auslieferungen nutzen will. „Ich freue mich über die Gelegenheit, so ein Lastenrad mal im Vergleich zum Auto ausprobieren zu können“, sagte er. Außerdem überlege er schon länger, sich für sein Geschäft so ein Rad anzuschaffen. Im Anschluss wollen Lukas Hartmann und Eva-Maria Hönigs die Vor- und Nachteile des Rades mit dem verlängerten Radstand und der Ladefläche vor dem Lenker buchstäblich erfahren.

Jeder Fahrt wird erfasst

Der Aufwand der Dokumentation der einzelnen Fahrten ist recht überschaubar: „Jede Fahrt wird dafür durch den Fahrer mit einem Smartphone erfasst und die Daten den Forschern zur Verfügung gestellt. Außerdem werden kurze Interviews zu den Einsätzen geführt“, erläutert IQ-Projektmanager Moritz Jacobsen. Neben den Einsatzmöglichkeiten gehen die Wissenschaftler davon aus, dass diese Studie fundierte Aussagen zu den Umwelteffekten und der zukünftigen Rolle des Lastenrads innerhalb eines nachhaltigen und effizienten städtischen Wirtschaftsverkehrssystems liefert.


Die Studie „Ich entlaste Innenstädte“Das Projekt „Ich entlaste Städte“ steht in der Verantwortung des Instituts für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das sich nach eigener Darstellung „als Wegbereiter für ein umwelt- und sozialverträgliches Verkehrssystem“ versteht. Es untersucht Mobilitäts- und Verkehrsverhalten von Personen in Unternehmen, bewertet Technologien und Maßnahmen hinsichtlich ihres Wirkungspotenzials und fördert urbane Mobilität. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium. Realisiert und unterstützt wird es von einem Netzwerk aus Experten, Multiplikatoren und Servicepartnern in Kommunen, Ländern und im Bund.

Info im Internet:www.lastenradtest.de

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