Naturschutzgebiete allein reichen nicht Biologische Vielfalt beginnt auch in Artländer Gärten

Von Bernard Middendorf

Anschauungsunterricht für alle Generationen gab Gerrit Öhm (links), Ökologiestudent und UN-Jugenddelegierter, in Biotopen auf der Neustadt und in Borg-Wasserhausen. Foto: ÖhmAnschauungsunterricht für alle Generationen gab Gerrit Öhm (links), Ökologiestudent und UN-Jugenddelegierter, in Biotopen auf der Neustadt und in Borg-Wasserhausen. Foto: Öhm

Quakenbrück/Menslage. Einblicke in die spannungsreiche Welt der Biodiversität gab Gerrit Öhm, UN-Jugenddelegierter und Student der Ökologie aus Menslage, bei zwei naturkundlichen Führungen. Im Grünzug an der Artlandstraße und in selbst entworfenen und angelegten Biotopen in Borg-Wasserhausen lernten die Teilnehmer, was Laien mit einfachen Mitteln für eine intakte Umwelt tun können.

„Naturschutz darf nicht nur in Naturschutzgebieten stattfinden“, macht der frühere Schüler des Artland-Gymnasiums Quakenbrück (AGQ) deutlich. Wie sein Bruder Hannes beteiligte er sich schon 2012 erfolgreich am Wettbewerb „Jugend forscht“ – mit einer Arbeit über Schwebfliegen. Diese und andere Insektenarten brachte er den Teilnehmern anschaulich näher. Eine Abfrage nach „gefühlten“ Bedrohungen der biologischen Vielfalt hatte Sorgen vom Einsatz von Pflanzenschutzmitteln über ausufernde Baugebiete bis zur Zerstörung von Wildflächen offenbart.

In Quakenbrück und im Menslager Ortsteil Borg wurden Wildblumenwiesen inspiziert, die ehrenamtlich gepflegt werden und Heimat diverser Pflanzen- und Tierarten sind. „Man kann selbst im eigenen Garten viel für die Verbesserung der Biodiversität tun“, ermunterte Gerrit Öhm. Für Mikroorganismen seien gute Böden wichtig. Gründe für den Artenrückgang seien Verlust oder negative Beeinflussung von Lebensräumen und Über-Nutzungen wie Überfischung. Solche Themen stehen im Fokus einer UN-Konvention.

Biodiversität vor Ort erfahrbar machen

Kescher und eine kleine Glasröhre gehören zur Standardausrüstung des Wasserhauseners. Damit fängt er geschickt Insekten wie die Totenkopfschwebfliege, Wildbienen oder Raubfliegen ein und erklärt deren oft raffinierte Mimikry, um sie kurz danach wieder freizulassen. Er versuche, Biodiversität vor Ort erfahrbar zu machen, sagt der 25-Jährige.

Gerrit Öhm würde sich freuen, wenn ihn per E-Mail (gerrit.oehm@gmail.com) Probleme oder Fragen an Politiker zum lokalen oder globalen Erhalt der biologischen Viefalt erreichen. Als Mitglied der Voice-for-Biodiv-Jugenddelegation würde er diese im November mit zur UN-Konferenz nach Ägypten nehmen.


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