Jetzt ist mal wieder richtig Sommer Hitze treibt die Gäste in die Bäder im Altkreis Bersenbrück

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Aus luftiger Höhe ins kühle Nass:  In Quakenbrück bereitet der Sprung vom Fünf-Meter-Turm viel Spaß. Foto: Josef PohlAus luftiger Höhe ins kühle Nass: In Quakenbrück bereitet der Sprung vom Fünf-Meter-Turm viel Spaß. Foto: Josef Pohl

AltkreisBersenbrück. Der Altkreis Bersenbrück schwitzt und stöhnt unter der Hitze dieses Sommers. Bis zu 38 Grad sind in dieser Woche angekündigt – ein Rekordsommer, der so recht nach dem Geschmack der Badbetreiber ist. Eine sommerliche Zwischenbilanz.

Sommer wie dieser sind selten, das wissen die Betreiber der Freibäder im Altkreis Bersenbrück nur zu gut. Da reicht ein Blick in die Besucherstatistik. Und wenn sich das Thermometer auf die 30-Grad-Marke zubewegt, dann macht es die Wärme allen Hitzegeplagten leicht, sich für ein kühlendes Bad im kommunalen Freibad zu erwärmen. Viel Sonne, wenig Regen, kaum Tage, an denen es kälter war als 20 Grad – dieser Sommer steuert auf einen Rekord zu. Und wie sehen es die Kommunen?

Frank Wuller, Geschäftsführer der Artland-Bäderbetriebsgesellschaft, ist sehr zufrieden, wenn er sich die bisherigen Besucherzahlen in den Freibädern in Quakenbrück und Nortrup ansieht. Im Mai kamen insgesamt 17.775 Besucher, 4612 mehr als ein Jahr zuvor. Anders sieht es dagegen für den Juni aus: In diesem Jahr wurden in beiden Bädern 13.741 Schwimmer gezählt, allerdings waren das 3656 weniger als im Juni 2017. Was viele nicht mehr wissen: Zwei Wochen lang war das Wetter im Juni nicht so toll.

Neue Rekordzahlen?

Der Juli allerdings dürfte wieder ein deutlich besseres Ergebnis haben, schätzt Wuller. Bis 15. Juli wurden in Quakenbrück 6515 Besucher und in Nortrup 3061 Besucher registriert. „Bei anhaltend gutem Wetter hoffen wir, dass im Juli die Vorjahreszahlen für Quakenbrück (9649 Besucher) und Nortrup (5014 Besucher) erreicht werden.“ Mit einer Steigerung sei eher nicht zu rechnen, „da die Ferienzeit traditionell schwächere Besucherzahlen hat“, so der Geschäftsführer und Erste Samtgemeinderat der Samtgemeinde Artland. Bei gutem Wetter auch noch im August sei insgesamt davon auszugehen, „dass es 2018 zu einem guten Besucherergebnis kommt“. Allerdings nicht zu einem neuen Rekord: Die aktuellen Zahlen seien zwar besser als die der zwei vorangegangenen Jahre, „die aber waren in Relation zu den Vorjahren sehr niedrig“, so Wuller.

Fürstenau rechnet mit Rekordsasion

„Wir haben sicherlich eine Rekordsaison in Aussicht“, sagt dagegen Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken. Im Freibad Fürstenau seien in den Monaten Mai und Juni jeweils rund 11.000 Gäste ins kühle Nass gesprungen. Hier mache sich für den „kurzen Mai“ der frühe Sommer deutlich bemerkbar. Im Juni seien die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben – „durch Schulbesuche, Frühschwimmer und Stammgäste“. Vergleichszahlen für das Freibad Bippen gibt es wegen einer Umstellung des Zählsystems nicht, „die verkauften Eintrittskarten in Bippen lassen auf ein ähnliches Verhältnis schließen“, so der Verwaltungschef. Angesichts des anhaltend heißen Wetters wagt Trütken eine Prognose: „Ende Juli werden im Freibad Fürstenau rund 15.000 und im Freibad Bippen rund 12.000 Besucher erwartet.“ Das sind zwischen 15 und 20 Prozent mehr als 2017. „Ob wir den absoluten Rekordsommer 2003 wieder erreichen, ist zu hinterfragen“, sagt er. Ferien- und Freizeitverhalten hätten sich geändert, und in vielen Gärten stehe inzwischen ein eigenes Planschbecken.

Deutliches Plus in Bersenbrück

Zugelegt haben auch die Besucherzahlen im Freibad Bersenbrück, wie Schwimmmeister Heinz-Georg Lahrmann mitteilt. 26.803 Gäste kamen im Mai, Juni und Juli in das Bad in der Stadtmitte, 4235 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch er geht davon aus, dass bei weiterhin schweißtreibenden Temperaturen „ein deutlicher Anstieg“ der Besucherzahlen zu erwarten ist. Lahrmann: „Es gibt im Moment nichts, was den Saisonverlauf trübt, und so sollte es bis zum Saisonende bleiben.“

Personalsuche eine Herausforderung

Und wie sieht es mit dem Aufwand aus, den die Städte und Gemeinden betreiben müssen, um ihre Bäder zu öffnen? Bei der Energie rechnet Frank Wuller nicht mit Mehrkosten. „Im Bereich der Wärme fallen die Kosten niedriger aus, weil das Wasser nicht so stark beheizt werden muss.“ Mehrkosten träten allerdings beim Personal auf, weil die Bäder immer häufiger Rettungsschwimmer einsetzen müssten, um die notwendige Sicherheit an und in den Becken zu gewährleisten. „Es ist eine große Herausforderung, Personal zu finden“, gibt Wuller zu. Er spricht den Teams in den beiden Artländer Bädern ein großes Lob für ihre bisherige Arbeit aus. „Für das Personal ist es einerseits schön, wenn das Bad gut besucht ist. Andererseits sind der Arbeitsanfall und die Verantwortung auch höher.“

Betrieb teurer

Dank der lauen Nächte spart die Samtgemeinde Fürstenau Gas beim Beheizen ein, weil das Wasser in den Becken nicht so stark auskühlt. „Allerdings haben sich die Betriebskosten für die Wasseraufbereitung in beiden Bädern erhöht“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken. Dass die Bäder auch bei Rekordtemperaturen „mit normalen Personalkosten über die Runden kommen“, sei dem ehrenamtlichen Engagement von Rettungsschwimmern zu verdanken, die die Schwimmmeister an heißen Tagen unterstützten. Auch die Samtgemeinde Bersenbrück geht davon aus, bei den Betriebskosten für Energie und Personal mehr Geld ausgeben zu müssen als kalkuliert.

Bisher 20.400 Schwimmer im Ueffelner Freibad

Und ein Blick in die Nachbarschaft: 20.400 Neptuns-Jünger erfrischten sich seit Saisonbeginn im Freibad in Ueffeln, wie die Stadtwerke Bramsche auf Anfrage unserer Redaktion mitteilten.


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