Beruf erfordert volle Hingabe Quakenbrückerin und Bergerin bereiten sich auf Polizeidienst vor

Von Cristina Schwietert


Altkreis Bersenbrück. Nele Hönigs und Nina Rumker, zwei junge Frauen aus dem Nordkreis, bereiten sich auf den Polizeidienst in Niedersachsen vor: Nele nach dem Abitur, Nina nach dem Realschulabschluss.

Nele Hönigs aus Quakenbrück ist 18 Jahre alt. Kürzlich machte sie am Artland-Gymnasium ihr Abitur mit gutem Erfolg. „Da ich meinen Studienplatz an der Polizeiakademie schon sicher hatte, konnte ich das Abitur relativ entspannt hinter mich bringen“, sagt sie und lacht. „Das Aufnahmeverfahren für den Polizeidienst war schon im Oktober 2017. Das finde ich gut, denn wenn’s schiefgeht, hat man noch genügend Zeit, sich eine Übergangslösung zu suchen, zum Beispiel einen Aushilfsjob – so kann man dann weiter für die Polizei üben und an den Fehlern arbeiten.“

Nele Hönigs arbeitet gerne im Team

Die Quakenbrückerin hat sich ein halbes Jahr vor den Tests intensiv darauf vorbereitet. Sie ging in eine Laufgruppe, um ihre Ausdauer zu trainieren, und hat mit Büchern und Fragebögen für den Computertest geübt. „Mit meinem Vater, der übrigens auch gerne Polizist geworden wäre, bin ich im Frühjahr 2015 bei einem persönlichen Tag der offenen Tür in Lüneburg gewesen. Polizistin will ich werden, weil ich mich für eine funktionierende Gesellschaft einsetzen möchte“, sagt sie. Durch die Werbung zur Nachwuchsgewinnung ist Nele Hönigs auf die Polizei aufmerksam geworden. Gut findet sie auch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten im Polizeidienst. „Ich arbeite gerne im Team und möchte nicht zu lange studieren. Nach meinem Bachelor könnte ich mir den polizeilichen Ermittlungsdienst vorstellen. Darüber hinaus gäbe es ja auch noch die Möglichkeit, in drei Jahren seinen Master zu machen, um in den höheren Dienst zu kommen.“

Nina Rumker ist stolz, „es geschafft zu haben“

Nina Rumker aus Berge ist 16 Jahre alt. Gerade hat sie ihren erweiterten Realschulabschluss an der Oberschule in Berge gemacht. Schon seit ihrer Kindheit will die begeisterte Fußballerin zur Polizei. „Ich habe mit Polizeiautos gespielt und alle Polizeiserien im Fernsehen verschlungen. Es war und ist mein Traumberuf, meine Familie hat mich auf dem Weg immer kräftig unterstützt.“ Die Bergerin ist 15 Jahre alt, als sie die zweitägigen Aufnahmetests an der Polizeiakademie in Hannoversch-Münden macht und besteht. Inhaltlich übrigens gleich anspruchsvoll wie für Abiturienten – lediglich beim 5000-Meter-Lauf bekommt sie, altersgestaffelt, ein paar Minuten mehr Zeit. Auch sie hat sich monatelang auf die Tests vorbereitet und gebüffelt. „Jetzt ist es gut“, sagt sie. „Ich habe den Weg vor Augen und bin stolz, es geschafft zu haben.“

Bevor es zum Studieren an die Polizeiakademie geht, wird Nina Rumker nach den Sommerferien noch zwei Jahre lang die Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung – Schwerpunkt Verwaltung und Rechtspflege – in Osnabrück besuchen, um dort ihre Fachhochschulreife zu machen. Während der 11. Klasse wird sie bereits als Praktikantin an drei Tagen in den Polizeidienst mit einbezogen. Den Studienplatz hat sie allerdings jetzt schon sicher. Sie kann sich gut vorstellen, später bei der Bereitschaftspolizei zu arbeiten.

Ausbilder: Wir haben keinen ‚Nine-to-five‘-Job

Polizeihauptkommissar Werner Obermeyer ist 60 Jahre alt und seit mehr als 40 Jahren im Polizeidienst. Bei der Polizeiinspektion Osnabrück arbeitet er als Ausbildungsbeauftragter. Die Polizeiinspektion Osnabrück ist im Übrigen die größte Inspektion im Land Niedersachsen. „Wer Polizist werden möchte, sollte sich, wie man früher sagte, mit voller Hingabe dem Beruf widmen. Wir haben keinen ‚Nine-to-five‘-Job.“ Je nach Einsatzbereich werde rund um die Uhr im Schichtdienst gearbeitet. Angehende Polizisten sollten eine robuste seelische Gesundheit haben, dynamisch sein, teamfähig, ehrgeizig, absolut loyal und sportlich“, sagt Obermeyer.

Ehrenamtliches Engagement gerne gesehen

„Ehrlichkeit und Offenheit werden vorausgesetzt. Ehrenamtliches Engagement eines angehenden Polizeibeamten ist wünschenswert. Man braucht das zum Ausgleich und bewegt sich außerhalb der Polizeikreise.“ Außerdem möchte er mehr Realschüler auffordern, sich zu bewerben. „Wie das Beispiel von Nina Rumker zeigt, ist es auch schon mit 15 oder 16 möglich, seinen Weg zu finden“, sagt der Ausbildungsbeauftragte.


Der Ausbildungsberuf: Daten und Fakten

In Niedersachsen erfolgt der Zugang zum Polizeidienst über einen dreijährigen Bachelorstudiengang an der Polizeiakademie. Abitur oder Fachhochschulreife sowie ein erfolgreich bestandener Aufnahmetest werden vorausgesetzt. Realschüler, die sich für den Polizeidienst interessieren, müssen, nach erfolgreichem Aufnahmetest, die Klassen 11 und 12 an einer Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung absolvieren, um mit der Fachhochschulreife ihr Studium an der Polizeiakademie aufnehmen zu können. Es ist ratsam, sich, vor dem Bewerbungsverfahren, mit einem Einstellungsberater der Polizei zu unterhalten. 1000 Euro netto verdienen die „Beamten auf Widerruf“ während des Studiums an der Polizeiakademie.

Bewerbungsschluss für den Studienbeginn im Jahr 2019 ist der 31. Oktober 2018. cfr

Info im Internet: www.polizei-studium.de

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