Vorbild moderner Nonnen Teresa von Avila Thema im Kirchenkreis Bramsche

Von Alexandra Lüders

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Beim Sommertreffen in Badbergen lauschten die Kirchenkreisfrauen gespannt dem Vortrag von Liselotte Ulmer über die Kirchenlehrerin Theresa von Avila. Foto: Alexandra LüdersBeim Sommertreffen in Badbergen lauschten die Kirchenkreisfrauen gespannt dem Vortrag von Liselotte Ulmer über die Kirchenlehrerin Theresa von Avila. Foto: Alexandra Lüders

Badbergen. Teresa von Avila und das Leben und Wirken der Mystikerin aus dem 16./17. Jahrhundert, die insgesamt 13 Klöster gegründet hat, stand im Fokus eines Referates der Diakonische Schwester Liselotte Ulmer in Badbergen.

75 Frauen des Kirchenkreises Bramsche folgten der Einladung von Waltraud Grade, Gudrun Jahnke und Susanne Benker zum Sommertreffen ins Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus der St.-Georg-Gemeinde. Die Badberger Gemeindefrauen hatten den Saal sommerlich geschmückt und ein leckeres Buffet vorbereitet. Susanne Benker führte durch das Programm mit Liedern, Gebeten und Vorträgen zum Thema Teresa von Avila (1515 - 1582) und die unbeschuhten Karmeliterinnen.

Spanische Inquisition

Teresa von Avila wurde 1622 heiliggesprochen und 1979 wurde ihr als erster Frau in der Geschichte der Titel einer Kirchenlehrerin zuerkannt. Auf dem Hintergrund der spanischen Inquisition erlebte Teresa von Avila ihre persönliche Leidensgeschichte, die sie nach Jahren zu einer klugen, strengen und freundlichen Priorin des „Menschwerdungsklosters“ heranreifen ließ.

Wie Liselotte Ulmer eindrucksvoll darlegte, hatte die junge Nonne Visionen und postulierte die innere Einkehr und die Begegnung mit einem freundlichen Gott, der keine Strafen verlangt, sondern Vertrauen und Stärke schenkt. Sie sei entschlossen dem göttlichen Lockruf in ihrem Inneren gefolgt und habe Gott nur in der Stille gesucht. Obwohl es Teresa zur damaligen Zeit als Frau verwehrt war, in der Bibel zu lesen, habe sie selbst geistliche Schriften und 1000 Briefe verfasst, die von den Inquisitoren als Teufelswerk angesehen worden seien.

Aktion und Kontemplation

Da Aktion und Kontemplation für sie kein Widerspruch gewesen sei, avancierte Teresa zum Vorbild moderner Nonnen. Ihre mystischen Gedichte seien in die Literatur eingegangen, obwohl sie als Mädchen nur häuslichen Unterricht im Lesen, Schreiben, Rechnen und Handarbeiten genossen habe. Auch die Veröffentlichung ihrer Schriften sei eine „riskante Sache“ gewesen, reflektierte Ulmer den damaligen Zeitgeist. Aber Teresa von Avila reformierte nicht nur den Karmeliterorden in der neuen Gemeinschaft der „unbeschuhten Karmeliter“, sondern gründete zusammen mit Pater Johannes vom Kreuz viele neue Frauenklöster. Die Referentin gab ihren Zuhörerinnen abschließend Literaturempfehlungen.

Frühstück in Vörden

Susanne Benker lud die Frauen zum gemeinsamen Frühstück am Samstag, 27. Oktober, nach Neuenkirchen-Vörden ein. Dort wird Pastorin Anke Kusche geistige Impulse zum Thema „Maria aus evangelischer Sicht“ geben. Am Samstag, 6. Oktober, planen die Frauen eine Fahrt zum Bibelgarten nach Werlte und ins Schloss Clemenswerth. Info/Anmeldung: Telefon 05435/2008, Telefon 05468/1368 oder Telefon 05461/61910, E-Mail: Frauenbramsche@osnanet.de.


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