Geringes Komplikationsrisiko Quakenbrücker Chirurgen setzen auf Milos-Methode

Das Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie setzt jetzt die innovative Milos-Technik bei Bauchwandbrüchen ein: CKQ-Geschäftsführer Matthias Bitter und Chefarzt Dr. Christoph Reuter (rechts). Foto: CKQ/BöningDas Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie setzt jetzt die innovative Milos-Technik bei Bauchwandbrüchen ein: CKQ-Geschäftsführer Matthias Bitter und Chefarzt Dr. Christoph Reuter (rechts). Foto: CKQ/Böning

Quakenbrück. Das Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie des Christlichen Krankenhauses setzt bei großen Bauchwandbrüchen sowie Nabel- und Narbenbrüchen jetzt die innovative Milos-Operationstechnik (Mini or Less Open Sublay-Operation) ein, die viele Vorteile für die Patienten hat.

Üblicherweise werden Brüche bereits seit einigen Jahren minimalinvasiv mit Hilfe der Schlüssellochtechnik versorgt. Dabei dienen zumeist Kunststoffnetze zur Stabilisierung der Bauchwand. Da ein Teil der Operation hierbei durch den Bauchraum durchgeführt wird, erlangen die Kunststoffnetze trotz ihrer Beschichtung häufig Kontakt zum Darm, so dass es zu Schmerzen und Verwachsungen kommen kann.

Kleiner Schnitt, weniger Schmerzen

„Bei der neuen Technik erfolgt die Operation durch einen kleinen Hautschnitt über die Bruchpforte. Wir müssen die Bauchhöhle nicht eröffnen und können die Bauchwand mit einem entsprechend angepassten Kunststoffnetz stabilisieren“, erläutert Chefarzt Dr. Christoph Reuter. „Die Vorteile der Methode liegen in einem nur kleinen Schnitt, deutlich weniger Schmerzen nach der Operation, einem wesentlich geringeren Komplikationsrisiko bezüglich Entzündungen, Organverletzungen und Blutungen.“ Auch könne die Bauchwandfunktion nachweislich gut wieder hergestellt werden, neue Brüche seien seltener und man habe ein kosmetisch gutes Ergebnis. Der Krankenhausaufenthalt sei in der Regel wesentlich kürzer und der Patient könne nach ein bis zwei Wochen wieder Sport treiben.

Technik länger evaluiert

Entwickelt wurde die Milos-Methode vom Chefarzt und Leiter des Hernienzentrums am Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand, Dr. Wolfgang Reinpold. Die neue Technik wurde seit längerem evaluiert und die Ergebnisse im Deutschen Hernienregister erfasst. Bei Workshops unter Leitung von Reinpold haben jetzt und Dr. Hildegard Uptmoor, Oberärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie des CKQ, ihre Kenntnisse dieser Operationstechnik noch weiter vertieft.

Das Team des Kompetenzzentrums für Hernienchirurgie, das zum Fachbereich Allgemein- und Viszeralchirurgie des CKQ gehört, hat in den vergangenen Jahren mehr als 1000 Patienten erfolgreich an verschiedensten Leisten- und Bauchwandbrüchen behandelt. „Die Ergebnisse im Hernienregister zeigen eine geringe Rezidivquote und wenige Komplikationen. Auch konnte in Zusammenarbeit mit der Schmerztherapie des CKQ eine Verkürzung oder Reduzierung der postoperativen Schmerzen erreicht werden“, so Reuter. „Das zertifizierte Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie garantiert unseren Patienten einen hohen Therapiestandard und den Einsatz innovativer Techniken wie der Milos-Methode“, betont auch CKQ-Geschäftsführer Matthias Bitter anlässlich der Vorstellung der neuen Operationstechnik.


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