Abenteuer Auswanderung Zwei Artländer wagen in der Schweiz den Neuanfang

Von Alexandra Lüders

Ein großes Abenteuer war die Hochzeit von Hendrik und Natalie van Beuning, als das Ausflugsschiff mit der Hochzeitsgesellschaft auf dem Bodensee in ein Unwetter geriet. Foto: van BeuningEin großes Abenteuer war die Hochzeit von Hendrik und Natalie van Beuning, als das Ausflugsschiff mit der Hochzeitsgesellschaft auf dem Bodensee in ein Unwetter geriet. Foto: van Beuning

Quakenbrück. Im November 2015 ist der Quakenbrücker Hendrik van Beuning in die Schweiz ausgewandert. Er und seine Frau Natalie haben am Bodensee eine neue Heimat gefunden und ihr Glück gemacht.

Der Neuanfang von Natalie und Hendrik van Beuning wurde mit einer abenteuerlichen Hochzeit auf der Insel Mainau gekrönt. Kennengelernt hatten sich die Beiden an ihrem Arbeitsplatz im Christlichen Krankenhaus Quakenbrück. „Als ich den Meisterbrief als Elektriker in der Tasche und Natalie als medizinische Radiologietechnologin (MTRA) eine Weiterbildung zur Leitenden MTRA abgeschlossen hatte, suchten wir einen neuen Job“, erzählt der Ex-Quakenbrücker. „Wir wollten in eine schöne Region ziehen und auch eine andere Lebenskultur kennenlernen. Schließlich haben wir uns in die Gegend rund um den Bodensee verliebt“, schildert Hendrik van Beuning den Beginn seiner Auswanderung nach Bottighofen, einem kleinen Schweizer Ort am Bodensee.

Sieben Stunden Autofahrt bis zur alten Heimat

Hier arbeitet er mittlerweile für die große Supermarktkette Migros, die zu den zehn größten Arbeitgebern der Schweiz gehört. Seine Frau leitet in einer St. Gallener Klinik eine Radiologie Abteilung mit 60 Mitarbeitern. Dank ihres lukrativen Einkommens können sich die Beiden den hohen Lebensstandard der Schweiz leisten. „Dort ist vieles ganz anders. Wir mussten das Schweizer Deutsch erst einmal verstehen lernen, denn es gibt 27 verschiedene Dialekte“, berichtet van Beuning. „In der Freizeit nutzen wir die tollen Möglichkeiten und können uns sportlich sehr gut entfalten. Angeln, Tauchen, Skifahren und Snowboarden, wir sind sommers wie winters aktiv.“

Regelmäßig ist er im Artland zu Gast, um Angehörige und Freunde zu besuchen. Nach rund sieben Stunden Autofahrt gelangt er in die alte Heimat, wo er viel Positives über sein Leben in der Schweiz berichten kann. Auch in Bottighofen haben sich Hendrik und Natalie van Beuning schon einen Freundeskreis aufgebaut. Freunde zu finden sei dort aber nicht so einfach, verweist der Altquakenbrücker auf eine gewisse Deutschfeindlichkeit vor allem bei älteren Schweizern. In seiner Region sei diese jedoch nicht so spürbar, weil im gesamten Grenzgebiet viele Deutsche lebten. Wenn diese dann eine Familie gründeten, gingen sie zurück nach Deutschland.

Hohe Lebensunterhaltskosten

„Kinder aufzuziehen ist in der Schweiz sehr teuer. Ebenso wie die Lebensunterhaltskosten. Viele junge Schweizer Eltern teilen sich deshalb die Kinderbetreuung, um die Krippenzeit zu reduzieren“, weiß Hendrik van Beuning. Trotzdem möchte er, dass seine Kinder in der Schweiz aufwachsen. „Wir sind von den vielen Möglichkeiten fasziniert. Mailand, Monaco, Frankreich und das nächste Skigebiet in Ischgl erreichen wir in kurzer Zeit“, schwärmt der 29-Jährige. „Wenn Freunde kommen, mieten wir ein Boot und verbringen den ganzen Tag auf dem Bodensee.“

Ein großes Highlight waren seine Traumhochzeit im barocken Schloss Mainau und die abenteuerliche Hochzeitsfeier auf einem deutschen Ausflugsschiff. „Wir hatten 50 Gäste eingeladen, darunter unsere besten Freunde aus dem Artland“, erzählt er. „Das Fotoshooting und der Aperitif fanden im Rosengarten statt. Ich habe mir einen Ferrari gemietet und bin selbst vor dem Schloss vorgefahren.“ Bei brüllend heißen Temperaturen startete am Abend die Schiffsfahrt, während der schon bald ein Unwetter über die Hochzeitsgesellschaft hereinbrach.

Abenteuer auf dem Bodensee

„Es war für alle ein Abenteuer. Hohe Wellen peitschten gegen das Schiff. Wegen des Gewitters ging die Party unter Deck weiter“, erinnert sich van Beuning an die ereignisreichen Stunden auf dem Bodensee. „Das Ganze war eine Meisterleistung des Personals. Besonders der erfahrene Kapitän hat das Schiff geschickt ausmanövrieren müssen, weil er nicht anlegen konnte.“

Sein positives Lebensgefühl möchte van Beuning an andere junge Artländer weitergeben und ihnen Mut für einen Neuanfang in der Schweiz machen, wo viele Fachkräfte gesucht werden.


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