Die Hasejungs werden 20 Jahre Stimmungsvolles Shantyfestival in Badbergen

Von Heinz Benken

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Badbergen. Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens haben Die Hasejungs zu einem großen Shantyfestival nach Badbergen eingeladen. Gemeinsam mit drei befreundeten Chören luden sie ihr Publikum zu einer Reise auf hoher See ein.

Die äußeren Bedingungen stimmten: Das Wetter war trocken, der Besucherandrang gut, Essen und Trinken gab’s reichlich und der Schützenplatz in Badbergen bot sowohl im Schützenhaus wie auch auf dem Außengelände genügend Platz für die Auftritte der vier Shantychöre aus der Region. Eingeladen zum Shantyfestival hatte der Artländer Shantychor Die Hasejungs aus Badbergen, der damit sein 20-jähriges Bestehen feierte. „Mit der Resonanz sind wir mehr als zufrieden“, freute sich Vorsitzender Dietrich Adam.

Beeindruckend breite Palette maritimer Lieder

Auch die drei befreundeten Shantychöre steuerten zum Gelingen des Festivals bei, Dei Windbräkers aus Mühlen bei Steinfeld, Dei Binnenschippers aus Lohne und der Shantychor Dümmersee aus Stemwede. Gemeinsam mit dem Gastgeber unterhielten sie die zahlreichen Besucher fünf Stunden lang mit traditionellen Shantys und modernen Seefahrerhits. Die Zuhörer, wie die Sänger überwiegend schon im vorgerückten Alter, erlebten eine beeindruckend breite Palette maritimer Lieder. Sie reichte von klassischen Matrosenliedern wie „Hamborger Veermaster“ und „Winde wehn“ über die Schlager „Schön ist die Liebe im Hafen“ und „Auf der Reeperbahn“ bis zu modernen Liedern wie „Santiano“ und „Sailing“.

Der Klang von Sehnsucht und Heimweh

In den meisten Seemansliedern klingen Sehnsucht und Fern- wie Heimweh mit. Hinter den vermeintlich leichten Melodien verbirgt sich der harte Lebenshintergrund auf hoher See, weit weg von der Heimat und der Familie. Die Shantys sangen die Matrosen bei der Arbeit auf den Großseglern, und die Lieder halfen ihnen, die schwere Arbeit auf den Schiffen im Takt zu verrichten. Sie berichten von den Gefahren auf den Meeren und den Erlebnissen in den Häfen exotischer Länder. Musikstile ferner Länder flossen in die Shantys ein wie später die Musik aus der Neuen Welt in die Popmusik.

Strategien gegen den Nachwuchsmangel

Heute gibt es 35 singende Hasejungs, die gerne mehr musikalischen Nachwuchs hätten. „Weil viele unserer Sänger bei der Gründung im Frühjahr 1998 schon im Rentenalter waren, haben wir in unserem Chor einen hohen Altersdurchschnitt“, erläutert Dietrich Adam. „Bisher hatten wir aber das Glück, dass wir durch neue Mitglieder unsere Mannschaftsstärke halten konnten.“ Wie bei den meisten Chören der Region sei es heute schwierig, jüngere Menschen für den Chorgesang zu begeistern. „Und das maritime Liedgut liebt man in der Regel erst im vorgerückten Alter.“ Strategien gegen die Nachwuchssorgen haben auf ihre ganz eigene Art Dei Binnenschippers aus Lohne entwickelt. Um junge Männer für ihren Shantychor zu gewinnen, erweiterten die Binnenschiffer ihr Repertoire um moderne Lieder, beschafften das notwendige Instrumentarium und erweiterten die Tontechnik. Im ungewöhnlichen Shantychor spielen nun zwei E-Gitarristen, ein Bassgitarrist, ein Schlagzeuger und ein E-Violinist.

Konzerte im Binnenland und an der Küste

Auch Dei Windbräkers aus Lohne haben mit Erfolg junge Sänger in ihren Shantychor integriert. Eine lange Karriere liegt hinter dem Shantychor Dümmersee, der bereits 1987 als Werkchor in Lemförde gegründet worden war. 40 Aktive singen heute im Binnenland und an der Küste, geben Kurkonzerte und erfreuen auch Altenheimbewohner. Die Artänder Hasejungs sind heute ebenfalls weit über ihre Heimat hinaus bekannt. Mit den drei befreundeten Shanytchören laden die Badberger in jedem Jahr reihum zu einem Shantyfestival ein. Das Repertoire der Hasejungs ist breit gefächert und umfasst mehr als 80 Lieder, die überwiegend in deutscher Sprache gesungen werden.


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