Artländer Rat legt Ausstattung fest Neue Quakenbrücker Kita bietet mehr als den Standard

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Auf dem Bahngelände in Quakenbrück soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Foto: Marcel BrockschmidtAuf dem Bahngelände in Quakenbrück soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Foto: Marcel Brockschmidt

Quakenbrück. Der Artländer Samtgemeinderat legte Größe und Ausstattung der neuen Kindertagesstätte in Quakenbrück fest. Die Kosten für das für vier Gruppen ausgelegte Gebäude auf der Bahnfläche summieren sich auf gut drei Millionen Euro.

Das Kirchenamt Osnabrück hat mit seinem Entwurf für die neue Kindertagesstätte in Quakenbrück die fünf Fraktionen des Artländer Samtgemeinderates überzeugt. Einstimmig beschlossen sie das sogenannte Raumkonzept, das nicht nur die Anzahl der Gruppen, sondern ihre Größe, die Zahl weiterer Funktions- und Nebenräume sowie die Ausstattung festlegt. Zwei Entwürfe lagen dem Rat zur Entscheidung vor, am Ende machte „Plan B“ das Rennen. Im Vergleich zu „Plan A“ wird hier auf einen Intensivraum verzichtet, außerdem ist die Fläche des Gebäudes etwas reduziert worden.

Erstmals hatte das Kirchenamt Osnabrück Mitte Mai in einer Sitzung des Bildungsausschusses einen Entwurf für die Kita präsentiert, der grundsätzlich auf Zustimmung gestoßen war. Als notwendig, zeitgemäß und zukunftsorientiert hatten die Fraktionen das Konzept in einer ersten Stellungnahme bewertet. Allerdings erhielt der Architekt den Auftrag, das vorgelegte Raumkonzept noch einmal zu überarbeiten. Es sollte geprüft werden, ob noch Einsparungen an der Fläche möglich seien, ohne Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.

Funktionalität bleibt erhalten

Am Ende der Überarbeitung strich der Architekt einen Multifunktionsraum, reduzierte die Flächen für Foyer, Kinderwagenraum, Speise- und Hauswirtschaftsraum „ohne Verlust der Funktionalität“, wie es in der Vorlage der Samtgemeindeverwaltung heißt. Die übrigen Funktionsräume – drei Intensivräume, Bewegungsraum, Werkraum – bleiben erhalten, um die gesetzlich vorgeschriebene Erziehungs- und Bildungsarbeit zu ermöglichen. Der Bewegungsraum wird multifunktional genutzt – je nach Bedarf auch als Besprechungsraum, für Sprachförderung und Kleingruppenarbeit.

Viergruppige Kita kostet 3,18 Millionen Euro

Die Kosten für den Kita-Neubau vor der Überarbeitung („Plan A“) gab das Kirchenamt Osnabrück mit rund 3,33 Millionen Euro an. Hinzuzurechnen sind weitere 600.000 Euro für den Spielplatz. Diese Summe muss die Samtgemeinde Artland auch für den nun beschlossenen „Plan B“ einplanen, der durch die Überarbeitung allerdings 150.000 Euro günstiger wird und damit eine Investition in Höhe von 3,18 Millionen Euro erforderlich macht. Die Artländer Samtgemeindeverwaltung kommt in ihrer Bewertung zu dem Schluss, dass „Plan B“ ein zukunftsfähiges pädagogisches Handeln ermöglicht und neue Herausforderungen oder Gesetzesänderungen ohne Um- und Anbauten zu erfüllen seien.

Zeitgemäße Räume

Die Sprecher der Fraktionen lobten den Entwurf ebenfalls. „Das wird eine zukunftsfähige Kita“, sagte Marion Haidukiewitz  (CDU). Die Samtgemeinde sei bereit, über den gesetzlich vorgeschriebenen Standard hinauszugehen. Die Herausforderung: Das niedersächsische Kindertagesstättengesetz ist seit 1992 nicht verändert worden, bildet längst nicht mehr alle Entwicklungen und Erfordernisse in einer Kindertagesstätte ab. Die Aufgabe der Politik ist es, eine Kita zu planen, die einerseits dem gesetzlichen Standard – also einer Grundausstattung – entspricht, andererseits aber durch zusätzliche Räume den heutigen Ansprüchen genügt. Haidukiewitz  regte an, einen christlichen Namen für die Kindertagesstätte zu suchen.

Kosten im Blick behalten

Erster Entwurf für eine Kindertagesstätte auf dem Bahngelände in Quakenbrück. Quelle: Entwurf: Florian Gösling/Amt für Bau- und Kunstpflege Osnabrück/Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers GrafikNOZ/Heiner Wittwer

Zwar seien nicht alle Wünsche erfüllt worden, der Entwurf für die neue Kita sei aber gelungen, so Johannes Jordan (Bündnis 90/Die Grünen). Er empfahl, bei der Gestaltung des Außengeländes den Arbeitskreis Kindertagesstätten einzubeziehen, um eventuell noch Einsparpotenzial zu ermitteln. „Wir wollen keine Kitas erster und zweiter Klasse“, sagte Gerd Beckmann mit Blick auf den Unterschied zwischen den veralteten gesetzlichen Standards und den heutigen Anforderungen. Der SPD-Ratsherr hielt das vorgelegte Raumkonzept für zeitgemäß und zukunftsorientiert, „das in allen unseren Kitas gleiche Bedingungen ermöglicht“. Andreas Maurer (Die Linke) lobte die „gute Investition in Kinder und Bildung“, während Jürgen Jellmann (FDP) darauf hinwies, „aufzupassen, dass uns die Kosten nicht weglaufen“. Er freue sich auf eine „tolle Kita“.


Samtgemeinde Artland ist Bauherr

Bauherr der neuen Kindertagesstätte in Quakenbrück , die auf dem früheren Bahngelände mitten in der Stadt gebaut werden soll, ist erstmals die Samtgemeinde Artland. Träger wird nach Fertigstellung der Kirchenkreis Bramsche, der auch die Kosten für den Architekten übernimmt. Ende September 2017 beschloss der Samtgemeinderat den Bau einer anfangs dreigruppigen Kindertagesstätte. Das Grundstück sollte ausreichend groß sein, damit bei Bedarf eine Erweiterung möglich ist. Mitte Dezember stimmte der Rat nach kontroverser Debatte  mit knapper Mehrheit dafür, den  Kirchenkreis Bramsche  mit der Trägerschaft der Kita zu betrauen. Die neue Kindertagesstätte soll im ersten Quartal 2020 fertig sein. cg

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