Peter Meßmann kriegte die Kurve Schlechte Noten auf dem Zeugnis? Lehrer aus Badbergen macht Mut

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Früher gehörte Peter Meßmann nicht zu den Musterschülern. Das verraten auch die Einträge seiner damaligen Lehrer ins Klassenbuch. Foto: LangFrüher gehörte Peter Meßmann nicht zu den Musterschülern. Das verraten auch die Einträge seiner damaligen Lehrer ins Klassenbuch. Foto: Lang

Quakenbrück. Für viele Schüler ist der Blick in ihr Zeugnis ernüchternd. Auch der Badberger Lehrer Peter Meßmann gehörte früher nicht zu den Musterschülern. Er hat die Kurve gekriegt – und kann viele nützliche Hinweise geben.

Peter Meßmann war für seine Lehrer kein einfacher Schüler. „Ich war der Klassenclown und habe häufig Scherze gemacht“, sagt der 43-Jährige. Seine Lehrer seien des Öfteren „ziemlich genervt“ von ihm gewesen, berichtet er. Mittlerweile steht er sozusagen auf der anderen Seite. Der gebürtige Badberger unterrichtet Sport und Mathematik an der Oberschule Artland in Quakenbrück. Dass es einmal soweit kommen würde, war in Teilen seiner Jugend nicht wirklich absehbar. In Quakenbrück besuchte er die Orientierungsstufe. Da seine Leistungen in einigen Fächern zu wünschen übrig ließen, erhielt er dort eine Hauptschulempfehlung.

In der achten Klasse sitzengeblieben

Er entschied sich dennoch dazu, nach der sechsten Klasse eine Realschule zu besuchen. Doch die Noten verbesserten sich erst nicht. „Die siebte Klasse habe ich mit Hängen und Würgen noch geschafft. In der achten bin ich dann sitzengeblieben“, sagt er. Vor allem Englisch, Mathe und Erdkunde hätten damals zu seinen absoluten Hassfächern gezählt. Dass es in diesen Bereichen so sehr gehapert hat, lag laut Meßmann an vielen Gründen. Anstatt ans Aufpassen dachte er während des Unterrichts lieber daran, seiner Rolle als Klassenclown gerecht zu werden. Der wichtigste Grund für die schlechten Leistungen war jedoch ein anderer: „Ich war einfach stinkfaul“, gibt er zu. Teilweise hätten die Lehrer sogar am Wochenende bei seinen Eltern angerufen, wenn Peter Meßmann unter der Woche mal wieder seine Hausaufgaben vergessen hatte.

Einstellung verändert

Doch irgendwann wurde aus dem Klassenclown praktisch ein Musterschüler. Die Noten wurden besser, sodass er 1991 seinen Realschulabschluss machen und anschließend auf ein Gymnasium wechseln konnte.

Ein wirkliches Aha-Erlebnis, das ihn zum Umdenken bewogen hat, habe es nicht gegeben. Vielmehr sei ihm nach und nach klar geworden, dass er seine Einstellung ändern müsse. „Ich habe mir gesagt, dass es so nicht mehr weiter gehen kann“, erzählt Meßmann. Zudem habe er einen privaten Musiklehrer gehabt, der ihn gefördert habe – in persönlicher und schulischer Hinsicht. Die Unterstützung und die wachsende Motivation zahlten sich aus. 1994 legte er sein Abitur ab.

Mittlerweile ist er seit zehn Jahren Lehrer an der Oberschule. Dass seine eigene Schulkarriere nicht so glatt lief wie bei einigen seiner Kollegen, zahlt sich laut Meßmann im Umgang mit den Schülern manchmal sogar aus. „Dadurch, dass ich damals sehr viel erlebt habe, ist es einfacher, das Verhalten der Schüler nachzuvollziehen“, sagt er. An der Oberschule ist er zudem Beratungslehrer. Ausgehend von seiner eigenen Vergangenheit hat er diverse Tipps für Schüler parat, die schlechte Noten mit nach Hause bringen. „Man sollte auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken. Jeder macht mal eine schwierige Phase durch“, sagt der Sport- und Mathematiklehrer. Es gebe immer eine Lösung, so der 43-Jährige, notfalls sollten sich die Betroffenen Hilfe holen. Dennoch nimmt er aber auch die Schüler in die Pflicht. Häufig wünsche er sich mehr Engagement und Ernsthaftigkeit bei den Schülern. „Sie müssen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und mehr Verantwortung übernehmen“; sagt Meßmann.


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