Rennen im Maßstab 1:8 RC Racing Team Quakenbrück feiert 30-jähriges Bestehen

Von Bjoern Thienenkamp

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Quakenbrück. Sein 30-jähriges Bestehen hat das RC Racing Team Quakenbrück auf dem Eichenring, seiner Rennstrecke in der Nähe des Gut Vehr, gefeiert. RC steht für „radio control“, werden die Rennwagen im Maßstab 1:8 doch per Funkfernsteuerung gefahren.

„Ich bin seit 1988 dabei, sechs Personen waren wir damals“, blickt Rolf Arlinghaus zurück, während ein gewaltiges Surren in der Luft liegt. Sind hier mutierte Riesen-Bienen aus einem Gruselfilm entfleucht? Nein, so einen Krach machen eben die kleinen Renner, wenn sie mit Vollgas über die Strecke brettern. „Jetzt haben wir 40 bis 50 Mitglieder, da gibt es immer ein Auf und Ab“, sagt der Quakenbrücker. „75 Euro kostet der Jahresbeitrag, für Jugendliche ist es günstiger, da ist eine Versicherung mit drin, weil unsere Fahrzeuge so schnell sind, dass das in der normalen Haftpflicht nicht enthalten ist“, erklärt der Rennfreund über die Flitzer, die es auf bis zu 80 Stundenkilometer bringen.

Rennstrecke in den alten Kynast-Hallen

„Michael Nolte bot damals in seinem Spielwarengeschäft auch Modellbau an und da war der Laden eben ein Anlaufpunkt für uns, im Frühjahr 1988 sind wir auf dem Firmenparkplatz von Lear gefahren“, erinnert sich Arlinghaus. „Jemand hatte Kontakt zum Bauer Enneking, der die brach liegende Fläche am Gut Vehr zur Pacht anbot“, schildert das einzige noch im Verein aktive Gründungsmitglied. Von 2006 bis 2015 nutzen die Fahrer noch eine Rennstrecke in den ehemaligen Kynast-Hallen. „Aber seit dem Verkauf sind wir da raus“, erklärt der Modellbaufreund.

„Ohne die Frauen geht es nicht“

„Hauptsächlich fahren halt die Männer, die Frauen starten bei den Rennveranstaltungen die Motoren der Autos, machen Streckenposten in den Kurven, stoppen die Zeiten und tanken die Autos in der Boxengasse auf – ohne die Frauen geht es nicht und wir freuen uns und sind stolz darauf, dass sie so aktiv dabei sind“, sagt Arlinghaus über die Rollenverteilung. „Unsere Wagen sind alle im Maßstab 1:8, sowohl die mit 3,5 Kubikzentimeter Verbrennungsmotor als auch die mit bürstenlosem Elektromotor“, schildert der Rennfreund über die düsenden Autos, die auf der etwa 300 Meter langen Strecke die Kombination der Sprunghügel und den Übersprung mit Kreuzung ebenso meistern wie die große Bergauf-Bergab-Passage und die Steilwand.

Viel zu sehen am Tag der offenen Tür

Am Tag der offenen Tür zum 30-jährigen Bestehen gibt es vier Showrennen mit jeweils drei Gruppen zur Präsentation der Autos, zudem ein Schnupperfahren mit den Vereinsautos. „Hier zeigen wir die Einzelteile des Motors, den Innenaufbau des Fahrzeuges und die Startbox“, beschreibt Rolf Arlinghaus den Informationstisch. Der Verein habe sich von Anfang an auf die Fahne geschrieben, allen Einsteigern mit Rat und Tat hilfreich zur Seite zu stehen, um so einen problemlosen Beginn zu ermöglichen.

„Ein tolles Hobby“

„Der Bausatz meiner Kyosho STRR Evo2 hat 700 Euro gekostet – ohne Räder – das ist aber auch ein Exot“, erinnert sich Christopher Krah. „Einsteiger bekommen schon für 500 oder 600 Euro ein fahrfertiges Auto mit Fernbedienung – und haben damit ein tolles Hobby“, erklärt der 34-Jährige. „Mit Sinn und Verstand sowie guter Pflege kann man das günstig halten“, urteilt der Fürstenauer. „Vor rund zehn Jahren hatte ich einen Motorradunfall und seit fünfeinhalb Jahren bin ich hier Mitglied“, berichtet Laurenz Schmidt. „Ich steuere alles mit einer Hand, mit dem Zeigefinger Gas geben und mit dem Daumen lenken“, freut sich der Cloppenburger, dass der Verein auch Menschen mit Behinderungen offen steht.


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