Die Vermessung des Regens DWD sucht Wetterbeobachter in Quakenbrück

Von Christian Geers

Wenn es in Quakenbrück demnächst eine Messstation gibt, fließen die hier erhobenen Daten auch in die Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes ein.

            

              
                Foto: Christian GeersWenn es in Quakenbrück demnächst eine Messstation gibt, fließen die hier erhobenen Daten auch in die Wetter-App des Deutschen Wetterdienstes ein. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sucht in Quakenbrück und Umgebung einen ehrenamtlichen Wetterbeobachter. Dieser betreut eine meteorologische Station, mit der Niederschläge gemessen und Schneehöhen beobachtet werden.

Seit 1952 betreibt der Deutsche Wetterdienst mit Sitz in Offenbach ein dichtes Netz aus Messstellen, um das Wetter und das Klima zu beobachten. Es gibt hauptamtlich besetzte Wetterwarten, automatische Wetterstationen und ein nebenamtliches Messnetz mit rund 1900 ehrenamtlichen Wetterbeobachtern. Alle diese erhobenen Daten fließen ein in den täglichen Wetterbericht, in die Klimabeobachtung oder sie dienen als Grundlage für Gutachten bei Wetterschäden. Quakenbrück und Umgebung sind aus Sicht der Meteorologen zurzeit ein „weißer Fleck“, sagt Matthias Ellmer von der Regionalen Messnetzgruppe Hamburg. Aus diesem Grund startet der Deutsche Wetterdienst einen Aufruf in der Hoffnung, einen Wetterbeoachter zu finden, der Daten über Niederschläge sammelt. Der Deutsche Wetterdienst hatte in Quakenbrück bereits eine Wetterbeobachtungsstation bis zum September 1959 betrieben.

Freies Gelände für die Messstation

Laut DWD muss der Standort für eine automatische Niederschlagsmessstation einige Voraussetzungen erfüllen. Um die Messgeräte, die der Wetterdienst stellt, aufstellen zu können, braucht es ein freies Gelände. Als Faustregel gilt: Der Garten ist geeignet, wenn die Entfernung zum nächsten Baum oder Haus doppelt so groß ist wie die Höhe des Hindernisses. Ein Beispiel: Ein Gartenhaus von zwei Metern Höhe muss nach dieser Vorgabe mindestens vier Meter vom Messgerät entfernt sein. Der ehrenamtliche Beobachter braucht einen Internetanschluss und in der Nähe der Messgeräte einen Stromanschluss. Die technischen Voraussetzungen sind das eine, die tägliche Messung das andere, wie Matthias Ellmer erläutert. Der Beobachterin muss vom 1. Oktober bis 30. April täglich um 6.50 Uhr (während der Sommerzeit um 7.50 Uhr) die Höhe einer vorhandenen Schneedecke und den Zuwachs der Schneedecke messen.

Langjährige Zusammenarbeit gewünscht

Liege keine weiße Pracht auf dem Boden, ist auch diese Information täglich im angegebenen Zeitraum über PC, Tablet oder Smartphone an den Deutschen Wetterdienst zu übermitteln. Die meteorologischen Daten der eigenen Station sowie die Werte einiger benachbarter Standorte sind laut Ellmer über ein Eingabeprogramm für den Beobachter einsehbar. Eine weitere Aufgabe ist die Pflege des Messplatzes und der Messgeräte. Im Falle der Abwesenheit über mehrere Tage wegen Urlaub und Krankheit sei es wichtig, dass eine Vertretung die Aufgaben wahrnehmen kann. „Wir wünschen uns eine langjährige Zusammenarbeit“, so der DWD-Mitarbeiter weiter. Der DWD zahlt für die ehrenamtliche Tätigkeit eine jährliche Aufwandsentschädigung, eine Stromkostenpauschale sowie ein Gestattungsentgelt für den Aufstellplatz. Alle anfallenden Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Wetterstation übernimmt der Deutsche Wetterdienst.

Kontakt: Deutscher Wetterdienst, Regionale Messgruppe Hamburg, Telefon 069/80626569, E-Mail: Matthias Ellmer@dwd.de.