Erster Testlauf Hase-Überfall in Quakenbrück Ende September fertig

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Quakenbrück. Bis Ende September soll die Sohlengleite an der Stelle des früheren Hase-Überfalls am Schützenhof fertig werden. Zurzeit sind die Wasserbauer dabei, die Niedrigwasserrinne zu modellieren. Ein erster Testlauf hat gezeigt, dass die im Modell entworfene Sohlengleite auch in der Natur funktioniert. Das Wasser fließt so, wie es Wissenschaftler berechneten.

Die rund 215 Meter lange Sohlengleite zwischen „Gehobener Hase“ und „Überfallhase“ ist größtenteils modelliert. 12000 Tonnen Natursteine werden hier verbaut. Die Lastwagen schaffen täglich Steine heran, die von Baggern planmäßig verteilt werden.

Auch die ersten Meter der Niedrigwasserrinne sind geformt. In dieser muldenförmigen Vertiefung von 80 Zentimetern rauscht künftig das Wasser hinab, auch in trockenen Sommern. Denn das ist die eigentliche Fischtreppe, die für die „ökologische Durchlässigkeit“ sorgen soll. „Das ist ja das wesentliche Ziel dieses Projektes“, ergänzt Jan Geils vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Cloppenburg.

Doch die Fische nutzen diese Treppe nur, wenn die Fließgeschwindigkeit einen Maximalwert nicht überschreitet. „Der liegt bei 1,5 Meter pro Sekunde“, erläutert Bernd Ettmer. Der promovierte Ingenieur ist Professor für Wasserwirtschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Als Bremsen für das Hasewasser wirken die Steinreihen, sogenannte Riegel, die im Abstand von etwa drei Metern eingebaut wurden. „Sie sorgen dafür, dass die Fließgeschwindigkeit nicht überschritten wird“, so Ettmer.

Doch grau ist alle Theorie. Am vergangenen Dienstag haben die Wasserbauer erstmals die ersten Meter der modellierten Niedrigwasserrinne geflutet. Mit Messgeräten gingen der Professor und seine Mitarbeiter ans Werk. Und siehe da: Die Natur verhielt sich exakt so, wie es die Wissenschaftler zuvor berechnet hatten. Hilfreich zur Seite stand ihnen dabei Jens Salva, Biologe beim Landesfischereiverband Niedersachsen. Dieser habe viel Erfahrung mit dem Bau von Fischtreppen, ergänzte Ettmer.

Wenn die Bagger die Natursteine mit einer Kantenlänge zwischen 90 und 250 Millimetern wie geplant verteilt haben, folgt noch eine weitere, etwa 30 Zentimeter dicke Kiesschicht. Diese dient zur Stabilisierung der Hohlräume, „in denen sich Kleintiere wie Flusskrebse, Muscheln und Schnecken verkriechen können“, wie NLWKN-Projektleiter Heinrich Kollhoff ergänzt.

Gegossen wurden unterdessen auch schon die Fundamente für die neue Fußgängerbrücke. Sie ist zwei Meter breit und hat eine Spannweite von 30 Metern. Wenn alles klappt, soll sie Ende September/Anfang Oktober vor Ort zusammengebaut und mit einem Kran aufgestellt werden.


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