Vortrag der Artland-Akademie Quakenbrück und Alençon arbeiten für den Frieden in Europa

Von Bernard Middendorf

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Überwiegend optimistisch in Sachen Partnerschaft und Europa: Emmanuel Darcissac, Matthias Brüggemann, Harald Blumenthal, Gilbert Lepastourel, Claus Peter Poppe und Helmut Henrichs (von links). Foto: Bernard MiddendorfÜberwiegend optimistisch in Sachen Partnerschaft und Europa: Emmanuel Darcissac, Matthias Brüggemann, Harald Blumenthal, Gilbert Lepastourel, Claus Peter Poppe und Helmut Henrichs (von links). Foto: Bernard Middendorf

Quakenbrück. Die deutsch-französische Freundschaft stand im Mittelpunkt eines Vortrages der Artland-Akademie Quakenbrück. Quakenbrück und Alençon pflegen seit einem halben Jahrhundert eine enge Partnerschaft – und tun etwas für den Frieden in Europa.

Das Thema Europa sei heute aktueller denn je, stellte Helmut R. Henrichs, Vorsitzender der Artland-Akademie Quakenbrück (AAQ), fest. Er lobte die Art von Völkerverständigung, die Alençon und Quakenbrück vormachten.

„Woher – wohin“ – so lautet das Thema der Artland-Akademie. Genau dazu passe es, dass mit Gilbert Lepastourel ein Repräsentant Alençons, „der ältesten Schwester unter den Quakenbrücker Partnerstädten“, zu Wort komme, sagte Stadtdirektor Claus Peter Poppe.

Lepastourel griff den lockeren Ton in seinem Vortrag auf. Er hob den Élysée-Vertrag, mit dem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle die Versöhnung beider Staaten besiegelten, hervor, sprach vom 1962 angestoßenen Schüleraustausch zwischen Artland-Gymnasium Quakenbrück und Lycée Alain: „Die Presse war bald voll davon“, sagte er.

Gründungsväter der Städtepartnerschaft waren 1964 Gilbert Delauney, 1943 als Zwangsarbeiter in Deutschland, und Horst Magnus, der als Kriegsgefangener bis 1948 auf einem Bauernhof in der Dordogne gut behandelt wurde. Versöhnung und Verständnis „beim historischen Erzfeind“ hätten beide geprägt. Die Freundschaftsurkunde sei 1963 unterzeichnet worden: „Hoffentlich nehmen sich kommende Generationen ein Beispiel daran.“ Das geschah bald: Basketballer, Fußballer, Leichtathleten, ja sogar die Trachtenbünde trafen sich. Die Bürgermeister Aloys Geers und Jean Cren übergaben 1967 die Stiftungsurkunde des DFC (Club dé Amitié). In Alençon signierten Karl Möller und Jean Cren 1969 die „Verschwisterungsurkunde“.

Artland-Gymnasium verlässlicher Partner

„Für uns ist Partnerschaft Freundschaft zwischen und in Familien. Wir haben das Gefühl, wir tun etwas für den Frieden in Europa“, unterstrich Harald Blumenthal, Präsident des Deutsch-Französischen Clubs (DFC). Gerd Meinecke lobte den Austausch von 1000 Schülern und Sportlern; das AGQ sei immer verlässlicher Partner gewesen. Deutsch habe in Schulen nicht mehr den früheren Stellenwert, räumte Gilbert Lepastourel ein, aber „das wird sich mit Macron wieder ändern“. Freundschaft sei zuerst nur ein Skelett; sie müsse Vorbild sein für junge Leute, aber um sie aufzubauen, müsse Fleisch hinzukommen, Menschen, die sich engagierten. Das exakt zu dolmetschen fiel Harald Blumenthal schwer: „Sehr frei übersetzt“, zog er sich unter Beifall aus der Affäre.

Austausch und Verständigung

Unterschiedlich: Die Erwartungen zum „Wohin“. Das Netz sei eng geknüpft, halte noch Jahrzehnte, meinte Meinecke. Sorgen um Nachwuchs klangen durch; Roland Bumb machte mit der Frage nach der DFC-Altersstruktur einige DFCer ratlos, jedoch wies ein Delegierter aus Alençon auf 80 Jugendliche hin, die über die Musik Freundschaften aufbauten. Private Besuche in den Familien seien zwar keine direkte Politik, aber durchaus gemeinschaftsfördernd, entkräftete Blumenthal einen Einwand des AAQ-Vorsitzenden. „Ganz sicher betreiben wir Politik für Europa – durch Austausch und Verständigung“, war Quakenbrücks Bürgermeister Matthias Brüggemann entschieden der Meinung, dass kleine Schritte zu einem großen Ziel beitragen können.


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