„Brillant“ im Kirchwinkel Menslager Heimathaus nach Sanierung wieder eröffnet

Von Heinz Benken


Menslage. Die Freude über die gelungene Sanierung des Menslager Heimathauses war den Gästen sichtlich anzumerken. Gefeiert wurde die Wiedereröffnung der früheren „Heimatstube“ am Samstag mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür.

„Heute geht eine lange Reise zu Ende, nach langer Fahrt sind wir am Ziel“, sagte Bürgermeister Jürgen Kruse und sprach damit an, dass erste Beratungen zur Sanierung des historischen Fachwerkbaus bereits vor mehr als sechs Jahren begonnen hatten. Als einen „Brillanten“ im Menslager Kirchwinkel, der ebenfalls ein Kleinod des Artlandes sei, bezeichnete Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe die Sanierung des Gebäudes. „Gemeinsam ist es gelungen, diesen Brillanten zum Funkeln zu bringen.“ Das Heimathaus sei jetzt ein „echtes Gemeinschaftshaus“, in dem eine vielfältige Nutzung möglich sei. „Und ich bin sicher, dass sich wieder mehr Paare in Menslage trauen werden.“ Denn der erweiterte Hauptraum dient auch als Standesamt.

Zehn Monate Bauzeit

Im vergangenen Sommer konnten nach der denkmalrechtlichen Genehmigung unter der Regie des Architekten Hermann Bockstiegel aus Badbergen die Sanierungsarbeiten beginnen. Die frühere „Heimatstube“ musste zunächst vollständig ausgeräumt werden. Im Innern ließ der Architekt eine Wand entfernen und schlug die frühere Bücherei dem Trauzimmer zu. In diesem größeren Raum stehen jetzt 25 Sitzplätze zur Verfügung. Die abgehängte Decke wurde entfernt und gibt den Blick frei auf die sandgestrahlten Eichenbalken des Dachbodens. Geblieben sind trotz der erforderlichen Wärmedämmung auch die Ankerbalken. Der helle Fußboden trägt außerdem dazu bei, dass der Hauptraum viel einladender wirkt als früher. Der markante Fachwerkbau war in zehn Monaten vom Fußboden bis zum Dach durchrenoviert worden. Die Auflagen des Denkmalschutzes mussten und konnten berücksichtigt werden. „Die Mischkonstruktion aus Fachwerk- und Massivbau wurde belassen,“ erläuterte Bockstiegel. Gelungen sei auch die Kombination mit einer modernen energieeffizienten Gebäudetechnik. Im ursprünglichen Zustand geblieben ist nur der Dachboden, der nun als Abstellraum genutzt werden kann.

„Schenksches Wohnwesen“ diente einst als Schule

Über die Geschichte des Fachwerks im Kirchwinkel, das lange Zeit als Schule diente, berichtete Jürgen Schwietert, Schriftführer des Heimatvereins Menslage. Seit 1893 wurde das ehemalige „Schenksche Wohnwesen“ als eines von drei Schulräumen genutzt. Erst 1952 zogen die Schüler in die neue Menslager Grundschule um. Nach unterschiedlichen Nutzungen diente das Fachwerkgebäude im Kirchwinkel dem Heimatverein als Heimatstube mit Bücherei und Archiv.

Sanierung kostete rund 270.000 Euro

„Ohne Fördermittel hätten wir das Heimathaus gar nicht sanieren können“, betonte Bürgermeister Kruse mit Blick auf die Gesamtkosten von rund 270.000 Euro, die das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg mit etwa 170.000 Euro (73 Prozent) bezuschusst. Die Gemeinde Menslage stellte für die Sanierung rund 100.000 Euro bereit.