Arbeitskreis initiiert Herausgabe Broschüre erinnert an das jüdische Leben in Badbergen

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Badbergen. Der Arbeitskreis Stolpersteine in Badbergen hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Informationsbroschüre über das jüdische Leben im Artlanddorf herausgegeben. Damit ist ein Projekt beendet, ein Schlussstrich ist das aber nicht.

Im April 2013 starteten Bernhard Bauch, Heiko Trepte und Margret Morthorst eine Initiative, um an jüdische Mitbürger und Familien in der Gemeinde Badbergen zu erinnern, die Opfer des Naziterrors wurden. Nun, fünf Jahre später, hat der Arbeitskreis, dem acht Mitglieder angehören, seine gesetzten Ziele erreicht.

17 Stolpersteine verlegt

2015 und 2016 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig 17 Stolpersteine im Artlanddorf: Sieben quaderförmige Betonsteine mit einer Messingplatte, auf denen die Namen der Opfer stehen, die in dem Haus einst lebten, und der Ort, an dem sie ermordet wurden, wurden in den Gehweg an der Dinklager Straße/Ecke Sonnenhöhre eingelassen und erinnern an die Familie Mindus; zehn Stolpersteine vor dem Heimathaus am Marktplatz sind der Familie Meyer gewidmet.

Trepte: Broschüre ein gelungenes Werk

„Das kann nicht alles gewesen sein“, sagt Heiko Trepte bei der Vorstellung der Informationsbroschüre. Er hatte die Herausgabe vor einem Jahr angeregt und war dabei in den Reihen des Arbeitskreises auf offene Ohren gestoßen. Unterstützung erhielt Trepte von Bürgermeister Tobias Dörfler, der eine Einleitung besteuerte, Renate Rengermann, die die Geschichte der Juden im Artland und in Badbergen aufgearbeitet hatte, von Christian Wüst von der Firma Artland Design, der das Konzept für den Flyer entwarf. Dazu kamen viele Unterstützer: Kreissparkasse Bersenbrück und VR-Bank im Altkreis Bersenbrück unterstützten die Herstellung, daneben gab es weitere Sponsoren aus Badbergen und Quakenbrück, die namentlich nicht genannt werden wollten. „Das ist ein gelungenes Werk“, stellt Heiko Trepe nicht ohne Stolz fest, als er die ersten Exemplare des handlichen Flyers präsentiert. Die Mitglieder des Arbeitskreises nicken zustimmend und würdigen diesen „Stolperstein zum Mitnehmen“, wie Tobias Dörfler das Heft in seinem Vorwort bezeichnet hat.

Arbeitskreis will Arbeit fortführen

Schnell sind sich die Mitglieder des Arbeitskreises einig, dass mit der Verlegung der Stolpersteine und der Herausgabe der Broschüre zwar zwei wesentliche Ziele der Arbeit erreicht seien, aber die Erinnerung an die schrecklichen und menschenverachtenden Ereignisse zwischen 1933 und 1945 unbedingt weiter wachgehalten werden müsse. Bürgermeister Tobias Dörfler kann sich in Zukunft weitere Aktionen vorstellen, wie zum Beispiel das Polieren der 17 Stolpersteine. Auch ein Dorfrundgang könne konzipiert werden, der an den verlegten Stolpersteinen vorbeiführe. Bernhard Bauch, ehemaliger Pastor der St.-Georg-Gemeinde und Mitglied im Arbeitskreis, stimmt ihm zu. „Erinnerung lebt von Verlebendigung und von Wiederholung.“ Er wundere sich oft, „wie vergesslich die Menschen sind“. Als Beispiel nannte er den von den Nationalsozialisten verübten Völkermord an den Sinti und Roma. Davon sei nur selten die Rede.


Broschüre

Die Infobroschüre ist in einer Auflage von 1000 Exemplaren erschienen und in der Gemeindeverwaltung Badbergen zu bekommen. Der Arbeitskreis Stolpersteine steht darüber hinaus Interessierten für weitere Auskünfte bereit.

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